Blick in die Zukunft: So ist Heiligendamm und so soll es werden.

Der Ist-Zustand: Was ist, was fehlt.

 

Was es nicht mehr gibt oder ersetzt wurde

 

Das Medini’s

Das Medini’s lief angeblich bis zur Schließung gut
Das Medini’s lief angeblich bis zur Schließung gut

Durch das Insolvenzverfahren gibt es das gehobene Restaurant „Medini’s“ nicht mehr, weil der Insolvenzverwalter es geschlossen hat, um das Hotel von der Jagdfeld-Gruppe zu entflechten.

Versuche Jagdfelds, dort über das Gut Vorder Bollhagen ein Bistro einzurichten, scheiterten bislang an Unwirtschaftlichkeit und aus gleichen Überlegungen sind auch mögliche Pächter zu dem Schluss gekommen, es gar nicht erst zu versuchen. Im November 2018 kündigte Julius Jagdfeld die Wiedereröffnung des Medini’s im Mai 2019 an, die dann im April 2019 auch erfolgte.

Der Laden Nr. 4

Der Laden in der Gartenstraße 4
Der Laden in der Gartenstraße 4

Der als „Tante-Emma-Laden“ bekannte „Laden Nr. 4“ in der Gartenstraße schloss nach kurzer Zeit wieder.

Die Betreiberin betreibt nun die Espressobar im StrandPunkt, der wiederum ihrem Mann, einem Architekten aus Heiligendamm gehört.

Die Ferienwohnungen an der alten Gärtnerei gehören ebenfalls zu dieser Familie.

Das Schwanencafé

Das Schwanencafé befand sich in den Kolonnaden. Bernd Walter wohnte darüber.
Das Schwanencafé befand sich in den Kolonnaden. Bernd Walter wohnte darüber.

Das Schwanencafé in den Kolonnaden schloss Ende 2006.

Der Betreiber Bernd Walter und die ECH einigten sich auf eine Abfindung, mit der Walter das „Café Walter“ in Kühlungsborn eröffnete.

Die Kolonnaden werden ab 2019 saniert und in ihren Wohnungen über zwei Etagen mit Terrassen und Gärten eingerichtet.

Das Bistro am Strand

Bistro am Strand
Bistro am Strand

Auch Gerhard Butze schloss nach dem G8-Gipfel sein „Bistro am Strand“. Der kleine Zweckbau an der Promenade ist auch bekannt als “Bistro am Reuterhaus” und wurde im Volksmund einfach nach dem Betreiber “Butze” genannt.

Der versuchte sich dann mit einem Imbisswagen an der Seedeichstraße und verschwand nach 2 Jahren in Heiligendamm endgültig von der Bildfläche.

 

Das Café im Alten Golfhaus

Café im Alten Golfhaus
Café im Alten Golfhaus

Ganz und gar verschwand das „Café im alten Golfhaus“, das Café und Restaurant beinhaltete, auch Eis außer Haus verkaufte und zur Pension ausgebaut werden sollte.

An der Stelle steht heute das Linden-Palais. Nähere Informationen gibt es hier:
Golfhaus-Café weicht Linden-Palais

 

 

Was geblieben und neu hinzugekommen ist

Restaurant seit 1816
Restaurant seit 1816

 

Gastronomie innerhalb des Hotelgeländes

Gourmet-Restaurant “Friedrich Franz”

Blick in das „Friedrich Franz“ bei einer Hotelführung
Blick in das „Friedrich Franz“ bei einer Hotelführung

Im Grand Hotel gibt es als Spitze der Gastro-Pyramide das Gourmetrestaurant „Friedrich Franz“, in dem Sternekoch Ronny Siewert abends die Gaumen seiner Gäste verwöhnt. Diese stammen überwiegend aus dem Grand Hotel, zumindest aber sind seine Gäste eine potenzielle Klientel des Luxushotels und umgekehrt. Siewert tut das, was schon der italienische Oberhofküchenmeister Gaetano Medini in Doberan und Heiligendamm tat. Der aus Mailand stammende Stralsunder hatte nämlich den Geschmack des Herzogs Friedrich Franz I. getroffen.

Kurhaus-Restaurant

Postkarte aus der Wendezeit
Postkarte aus der Wendezeit

Gleich nebenan kocht Steffen Duckhorn mit seinem Team im „Kurhaus-Restaurant“ und führt damit die Tradition dieses Restaurants, das auch zu DDR-Zeiten als einzige Räumlichkeit im Sanatorium öffentlich war, weiter. Natürlich auf anderem Niveau, aber dennoch für Besucher bezahlbar. Für die Hotelgäste und Fewo-Gäste in den Villen gibt es einen Frühstückssaal im Kurhaus.

 

Nelson-Bar

Auch zum Grand Hotel gehörend und trotzdem öffentlich ist die „Baltic Sushi Bar“ in den Arkaden, die das Kurhaus mit dem Haus „Mecklenburg“ verbinden.

Die Sushibar wurde zum G8-Gipfel in einem Leichtbau betrieben und hatte sich bewährt.

Genauso ist die „Nelson-Bar“ direkt neben der Lobby im Haus Grand Hotel mit Terrasse hinter dem Denkstein öffentlich.

Nur weiß das kaum einer und viele glauben, sie kämen da gar nicht hin. Das Grand Hotel hat Klingeln an den Toren installiert, was aber auch nicht mehr Gäste bringen dürfte. Inzwischen gibt es aber einen Schaukasten, der Tagesgäste über die Angebote des Grand Hotels informiert.

Alle diese gastronomischen Angebote im Grands Hotel haben sämtliche Betreiberwechsel überlebt. Nur das „Medini’s“ im Haus „Bischofsstab“ wurde wie erwähnt geschlossen.

Strandbar

Schnappschuss von der Strandbar
Schnappschuss von der Strandbar

Am Strand neben dem hauseigenen Strandzugang hat das Grand Hotel eine Strandbar errichtet, die zwar explizit auf dem Hotel-Strandabschnitt steht, der aber natürlich auch durchlaufen werden darf, sodass jedermann die hochwertigen Cocktails, Sekt, Weine, Champagner & Co. genießen kann. 

Um die Strandbar herum befindet sich eine luxuriöse Lounge mit Sonnenliegen und Strandkörben, Schirmen und Palmen. Hier finden auch die White Nights für die Hotelgäste und die Sommerkinos auch für die Öffentlichkeit statt.

Der Pavillon war Kulinarik-Exklave und Geldquelle
Kulinarik-Exklave und Geldquelle

Erwähnt werden muss auch ein kleiner Zeltpavillon, den der Insolvenzverwalter 2012 vor dem Hotel auf der Promenade aufstellen ließ und in dem zu günstigen Preisen Kaffee und Kuchen aus dem Grand Hotel verkauft wurden. Auch kleine Gerichte, wie Bockwurst gab es und ebenso alkoholische Getränke, wie Wein.

Damit konnte das Grand Hotel an den Tagesgästen verdienen, ohne sie ins Hotelgelände hinein lassen zu müssen.

Weil das Rathaus mit Jörg Zumbaum gebrochen hatte, entzog das Ordnungsamt ihm die Ausschankgenehmigung mit der Begründung der „Unzuverlässigkeit“. Dafür wurde die Stadt aus Schwerin zurück gepfiffen. Man kann einem Wirt die Konzession entziehen, wenn er sich bei der Arbeit betrinkt oder Alkohol an Minderjährige ausschenkt. Ein Insolvenzverwalter steht aber nicht hinter dem Tresen und eine Hotel-Insolvenz kann nicht als “Unzuverlässigkeit” herangezogen werden. Insolvenzverwaltung ist die originäre Aufgabe eines Insolvenzverwalters – wäre eine Insolvenz “Unzuverlässigkeit”, wären alle Insolvenzverwalter “unzuverlässig”. Oder eben auch nicht, denn sie sollen ja die Insolvenz beenden. 

Der Pavillon stand nach der Insolvenz noch ein paar Jahre, wurde dann vom Sturm zerstört und als das Grand Hotel ihn an einer besseren – weil nicht das Gesamtbild störenden – Stelle wieder aufbauen wollte, gab es dem Vernehmen nach Widerstand, sodass man von diesem Vorhaben abrückte und ihn gar nicht wieder aufbaute. Die StrandBar wurde daraufhin etwas erweitert, ersetzt aber nicht das Angebot des Pavillons. Im SPA-Bereich gibt es auch eine Bar für Snacks und Getränke.

 

Neue Vorhaben lagen auf Eis

Die Dachterrasse des Severin-Palais winterfest gemacht ohne Liegen, Tische, Bänke und Schirme
Die Dachterrasse des Severin-Palais winterfest gemacht ohne Liegen, Tische, Bänke und Schirme

Das Grand Hotel plante 2013 zunächst weitere gastronomische Angebote. In der Orangerie sollte eine Pizzeria entstehen, die sich somit außerhalb des Hotelgeländes befunden hätte und auch die Sushibar sollte dahin umziehen. Auf der Dachterrasse des Severin-Palais befindet sich eine große Liegefläche, quasi das Sonnendeck des Grand Hotels und dort wollte das Hotel auch ein wenig umbauen und eine Freiluftbar etablieren. Eine Nachfrage im Frühjahr hat ergeben, dass beide Vorhaben nicht mehr verfolgt werden.

Kisten auf dem Gut Vorder Bollhagen
Kisten auf dem Gut Vorder Bollhagen

Die Jagdfeld-Gruppe plante 2015 für 2016 die Eröffnung eines Bistros des Gutes Vorder Bollhagen im ehemaligen „Medini’s“, rückte aber davon wieder ab, weil ein ganzjähriger Betrieb nicht rentabel wäre und die ohnehin schwer zu kriegenden Mitarbeiter in der Nebensaison wieder entlassen werden müssten. 

Der geplante Start wurde unterbrochen. Die erste Saison hätte man zur Hälfte verpasst. Die Räume warteten also auf ein Konzept für das ganze Jahr. Die Wiedereröffnung erfolgte im April 2019.

Die Hotelgäste werden angesichts der vorgenannten Angebote im Kurzurlaub nichts vermissen und bei längeren Aufenthalten die Umgebung mit einbeziehen. Alle Gaststätten im Grand Hotel stehen natürlich auch Gästen von außerhalb offen.

 

Gastronomie außerhalb des Hotelgeländes

Ein Tag mitten in der Woche Ende Juli 2015
Ein Tag mitten in der Woche Ende Juli 2015

Außerhalb des Grand Hotels gestaltet sich die Situation anders. Hier kommen pro Jahr etwa 300.000 Tagesgäste an, die nur eine schnelle und vor allem billige Mahlzeit suchen. Sie wollen baden, spazieren, sind auf der Durchreise oder besuchen diverse Veranstaltungen.

Das Angebot hat sich auf diese Klientel eingestellt. Solange sie dominiert, dominiert auch das Imbiss-Niveau und solange dieses dominiert, werden sich keine hochwertigen Angebote ansiedeln. Wenn Heiligendamm also so etwas, wie Gosch, Kamps, Starbucks oder Vapiano bekommen soll, dann muss die Stadt ihre touristische Ausrichtung ändern – weg vom Billigtourismus.

Wer alles haben will, bekommt am Ende gar nichts – das wird im kleinen Heiligendamm sehr deutlich. Das soll die folgenden Angebote aber nicht abwerten. Die Frage ist ja: Wie können neue Angebote geschaffen werden?

Coco’s Eis-Milchbar

Die Coco Eis-Milchbar von der Promenade aus
Die Coco Eis-Milchbar von der Promenade aus

Das erste und älteste Café, das noch existiert, eröffnete kurz nach der Wiedervereinigung im Haus „Bischofsstab“. Es handelt sich um die „Coco Eis-Milchbar“, das inzwischen nicht mehr von Michael „Coco“ Kirchhoff betrieben wird, aber zu seinem kleinen Eis-Imperium gehört.

Coco gehört zum Strandbesuch dazu, wie das Handtuch und die Sonnencreme. Hier gibt es außer Kugel- und Softeis auch Eisbecher, Milchshakes, Kaffee, Kuchen und Waffeln.

Das Café hat nach dem G8-Gipfel seine Optik stark aufgewertet und auch die Preise haben sich durch Verteuerung erhöht. Die Kugel Eis kostet heute doppelt so viel, wie zur Eröffnung. Trotzdem läuft das Geschäft an der Promenade sichtbar gut – auch mangels echter Alternativen. Man kann die Kugel Eis im Sommer am Eiswagen billiger bekommen, hat aber weniger Auswahl.

Im Winter hat das Café nicht geöffnet. Aktuell hatte es im Oktober und November eine Stunde später und kürzer geöffnet und schließt Ende November, öffnet über die Feiertage wieder und macht dann ab Anfang Januar Winterpause. Anfangs bot es heiße Waffeln und Heißgetränke an, aber es kamen nicht so viele Gäste, dass es einen Betrieb während der Nebensaison gerechtfertigt hätte – in Bad Doberan selbst übrigens auch nicht.

Schwanen-Café und Boutique

Im Linden-Palais befinden sich das Schwanen-Café und eine Boutique
Im Linden-Palais befinden sich das Schwanen-Café und eine Boutique

Ein weiteres Café mit altem Namen gibt es an der Seedeichstraße im neu gebauten „Linden Palais“. Der Name „Schwanencafé“ ist dem von Bernd Walters Café entlehnt.

Das Café in den Kolonnaden hieß übrigens erst nach der Wende „Schwanencafé“ und nur, weil es sich im Volksmund wegen der Wandbemalung mit den Schwänen so eingebürgert hatte. Offiziell hieß die HO-Gaststätte „Zur Erholung“.

Das „neue“ Schwanencafé ist in den Händen der Familie Ramm, die auch das Jagdhaus betreibt. Da dieses an Werktagen erst um 17 Uhr öffnet, kann die Familie sich von 10 bis 18 Uhr dem Schwanencafé widmen. Davor bietet das Café Frühstück auf Vorbestellung, z. B. für die Gäste der Ferienwohnungen im Linden-Palais und ab 10 Uhr ist es Café und Bistro, bietet also auch Speisen an. Das Angebot ergänzt die bestehenden Angebote, auch wenn es die eine oder andere Überschneidung gibt. Und man kann hier auch drinnen sitzen.

StrandPunkt

Der StrandPunkt im Sommer 2015
Der StrandPunkt im Sommer 2015

Gleich um die Ecke gibt es seit 2014 den „Strandpunkt“, in dem die „Espressobar“ Kaffee, Softeis, Gebäck, Waffeln und Kaltgetränke bietet, die „Wurstbraterei“ Wurst- und Fleischspeisen, Beilagen und Getränke und die „Fischbox“ Fischbrötchen, warme Fischspeisen, ebensolche Beilagen und ebenfalls Getränke. 

Verkauft wird über den Tresen auf die Hand zum Mitnehmen oder Draußensitzen.  Die drei Räume ersetzen drei Buden, die vorher auf dem Schotterparkplatz standen.

So sollte es hier eigentlich aussehen. Nach langem Gezerre konnte der Investor das nicht mehr umsetzen.
So sollte es hier eigentlich aussehen. Nach langem Gezerre konnte der Investor das nicht mehr umsetzen. (C) ICH/Gödeke

All das hat Imbiss-Niveau und ist günstig – verkauft wird außer Haus und wenn es regnet, muss man unter das schmale Vordach oder in die Eingangsbereiche der übrigens nicht durchweg tip-top-sauberen, aber immerhin kostenlosen städtischen Toiletten ausweichen, denn Unterstände gibt es in ganz Heiligendamm nicht, abgesehen von Waldhütten. Darum sind die Öffnungszeiten von Oktober bis März witterungsabhängig. Wobei das nicht gelingen will, weil zwei der drei Gastronomen nicht in Heiligendamm wohnen und somit auch das Wetter nicht abschätzen können.

Oft ist die Promenade am Freitag, Samstag oder Sonntag zwischen 11 und 15 Uhr sehr belebt, aber der StrandPunkt geschlossen. Dann stehen die Leute bei „Coco“ Schlange bis nach draußen. Ansonsten öffnet in Heiligendamm außerhalb des Hotels nichts vor 10 Uhr und auch dann nur ganz gemächlich.

Jagdhaus

Das Jagdhaus direkt an den Schießständen
Das Jagdhaus direkt an den Schießständen

In der ersten Reihe ist damit das Gaststättenangebot abgearbeitet.

In zweiter Reihe gibt es im Wald das Jagdhaus, das schon zu DDR-Zeiten als Clubgaststätte entstand, 2003 abbrannte und schließlich neu wieder aufgebaut und als Gaststätte eröffnet wurde. Das Angebot war zunächst durchschnittlich, mit der Qualifikation des Inhabers (Alexander Ramm hat einen Michelin-Stern) stieg auch das Niveau. Heute kochen die beiden Sterneköche in Heiligendamm parallel zur selben Öffnungszeit und für dieselbe Klientel, wobei das Jagdhaus vielleicht mehr Gäste außerhalb des Hotels hat, weil diese ja glauben, ins Grand Hotel käme man nicht hinein.

KOSIs Weinwirtschaft

Im Keller der LODGE befindet sich KOSI’s Weinwirtschaft
Im Keller der LODGE befindet sich KOSI’s Weinwirtschaft

Gleich neben dem Jagdhaus ist im ehemaligen Forstferienheim die LODGE als Gästehaus im afrikanischen Stil entstanden und im Frühstücksraum des zuletzt als „Pension Hildebrandt“ geführten Gästehauses im Keller eröffnete das KOSI Restaurant & Weinwirtschaft von Oliver Schols. Hier gibt es neben vielerlei Weinsorten auch Tapas, Fleisch- und Fischgerichte. Das Restaurant ist eine gute Ergänzung zum auf Wildgerichte spezialisierten Jagdhaus.

DECK Heiligendamm

Gastronomie kann hier schon seit 100 Jahren nachgewiesen werden
Gastronomie kann hier schon seit 100 Jahren nachgewiesen werden

Eng mit der LODGE verbunden – die ein Angebot an Unterkünften darstellt – ist das DECK am Westrand Heiligendamms auf der Steilküste über dem Kinderstrand. Die Tradition dieser Lokation geht weit zurück, zuletzt war hier ein DDR-typischer Strandimbiss und nach der Wende wurde der Imbissbetrieb fortgesetzt, allerdings auch mit Gaststube und mit Kaffee und Kuchen.

Nach dem Verkauf wurde das Gebäude erweitert und aufgewertet und strahlt heute hawaiianischen Flair aus.

Die Gaststätte ist tagsüber der Strandclub für jedermanns Frühstück und Mittag, wandelt sich abends zum Club Restaurant und an Event-Nächten zur Strandbar. Das DECK ist zwar sehr abgelegen, aber auch sehr beliebt – besonders bei jüngeren. In der Nebensaison reduziert das Haus seine Speisekarte, bleibt aber gerade für Radler direkt am Europäischen Fernradwanderweg E9 interessant. Das Niveau ist ähnlich wie bei KOSI und dem Jagdhaus.

Großherzoglicher Wartesaal

Nicht nur Bahnhof, auch Restaurant, Eisdiele, Fewo und Touristinfo
Nicht nur Bahnhof, auch Restaurant, Eisdiele, Fewo und Touristinfo

Die letzte Gaststätte in Heiligendamm befindet sich direkt im Bahnhof, heißt „Großherzoglicher Wartesaal“ und ist ein Restaurant, in dem man vom Imbiss bis zum Hauptgericht essen kann.

Das Restaurant spricht gezielt auch Reisegruppen an und ist darum bei Busreisen sehr beliebt. Aber natürlich füllt es sich nach jeder Zugeinfahrt mit hungrigen Gästen. Die Gäste des Grand Hotels und der Median-Klinik gehen hier gleichermaßen gern mal essen.

Café Median

Die Median-Klinik verstand es früh, an den Tagesgästen zu verdienen
Die Median-Klinik verstand es früh, an den Tagesgästen zu verdienen

Weiterhin gibt es das „Café Median“ in der MEDIAN-Klinik, das nach deren Verkauf an Private Equipe-Unternehmen vergrößert, niveauvoller gestaltet und auffallend für die Öffentlichkeit beworben wurde.

Hier gibt es Kaffee, Kuchen, belegte Brötchen und Imbissgerichte.

Man kann die MEDIAN-Klinik auch ohne Überweisung als Kurhotel nutzen, wie dieser Link zeigt.

Café VERANDA

Das Café gehört der Familie Mundt
Das Café gehört der Familie Mundt

In der Gartenstraße gibt es das „Café Veranda“ der Familie Mundt, die an ihrem Ferienhaus auch Kaffee, Kuchen und Brötchen anbietet.

Beide Angebote sind von der ersten Reihe aus nicht oder nur durch Zufall zu finden, decken aber den Bedarf der Gäste in der Gartenstraße, Kühlungsborner Straße und Medianklinik ab.

 

Temporäre Angebote

In der Saison gibt es an der Seedeichstraße noch einen Eiswagen und der Strandkorbverleih bietet ein paar Snacks und Getränke an.

Somit beläuft sich das Angebot in Heiligendamm also auf drei richtige Gaststätten im Grand Hotel und vier außerhalb, zwei Bars mit Speiseangebot drinnen und vier draußen, zwei Bars ohne Speiseangebot drinnen und drei vergleichbare Cafés draußen, sowie drei Imbisse und zwei mobile Angebote.

Verhungern wird man in Heiligendamm nicht – mit der Gastronomie eines richtigen Ortes ist das aber nicht vergleichbar und gerade im Frühstücksbereich gibt es große Defizite. Einen Laden für den täglichen Bedarf gibt es gar nicht, frisches Obst und Gemüse ebenso wenig, Backwaren nicht, alkoholfreie Getränke in Flaschen auch nicht.

 

Einkaufsmöglichkeiten

Die Kolonnaden wurden 1873 als Kaufhallen gebaut
Die Kolonnaden wurden 1873 als Kaufhallen gebaut

Einkaufsmöglichkeiten gab es in Heiligendamm erstmals fast 100 Jahre nach der Gründung mit dem Bau der Kolonnaden, die nichts anderes als ein Kaufhaus waren. Verkauft wurden Kolonialwaren, also reine Luxusartikel, denn den täglichen Bedarf deckten die Angebote des Seebades ohnehin ab.

Das ehemalige Marstall-Gebäude hieß im Volksmund „Roter Hahn“
Das ehemalige Marstall-Gebäude hieß im Volksmund „Roter Hahn“

Zu DDR-Zeiten gab es außer dem Schwanencafé auch zwei kleine Geschäfte in den Kolonnaden, wovon eines gemischte Produkte und das andere Dienstleistungen verkaufte. Souvenirs konnten an dieser Stelle erworben werden.

Darüber hinaus gab es aber auch eine Drogerie im „Roter Hahn“ genannten Fachwerkhaus des ehemaligen Marstalls und einen Konsum in der Orangerie. Damit erschöpfte sich das Angebot in Heiligendamm. Es gab in den 1980er Jahren Pläne für den Bau einer großen Kaufhalle in Bahnhofsnähe, die aber nicht realisiert wurden, weil der Denkmalschutz gegen diese Art zu bauen war.

Souvenirs gibt es heute im Bahnhof
Souvenirs gibt es heute im Bahnhof

Nach der Wiedervereinigung schlossen sämtliche Geschäfte. In der Gartenstraße gab es vorübergehend einen Tante-Emma-Laden (Laden Nr. 4).

Die Gastgeber bieten Souvenirs an, im Bahnhof im Schalterraum gibt es viele Molli- und einige Doberan-Souvenirs, ansonsten bleibt nur ein Ausflug nach Bad Doberan.

Dort gibt es Souvenirs in einigen Geschäften am Markt, am Kamp und in der Mollistraße und Severinstraße zu kaufen.

Ein Foto aus der Ferne von der Designer-Boutique
Ein Foto aus der Ferne von der Designer-Boutique

Nachdem Anna Maria Jagdfeld den Departmentstore 206 schloss, um den Verkauf der Orangerie zu erleichtern, gibt es seit 2016 eine Designer-Boutique. 

Die drei Designer Simone Bruns, Andrea Kummerfeldt und Jens Aselmeyer boten dort am Freitag und Samstag von 11 bis 19 und am Sonntag von 11 bis 15 Uhr ihre Kollektionen und Accessoires an. Seit Ende 2018 hat sich Jens Aselmeyer allein auf die ganze Fläche ausgebreitet. 

Das Grand Hotel bietet einige hauseigene Souvenirs und verschiedene Kosmetik-Produkte und Accessoires an. Das ist nicht die Preislage für den Tagesgast, aber der findet Textilien im Linden-Palais in einem Geschäft. Das Preisniveau liegt deutlich über den Textildiscountern, aber auch deutlich unter den Designerstores. Kaufhaus STOLZ hat ein vergleichbares Preis-Leistungs-Verhältnis. Mehr Textilien gibt es in Heiligendamm nicht zu kaufen.

 

Freizeitmöglichkeiten

Galopprennbahn, internationaler Golfplatz und Tennis-Turnier-Plätze auf Weltniveau - Heiligendamm war bis 1945 richtig sportlich.
Galopprennbahn, internationaler Golfplatz und Tennis-Turnier-Plätze auf Weltniveau – Heiligendamm war bis 1945 richtig sportlich.

Wenn man Gast des Grand Hotels ist, dann gibt es fast nichts, was die Concierge nicht realisieren kann, auch Kutschfahrten, die Luxuslimousine oder einen Heißluftballon kriegen die Wünscheerfüller organisiert.

Der SPA-Bereich im Severin-Palais © Grand Hotel Heiligendamm
Der SPA-Bereich im Severin-Palais © Grand Hotel Heiligendamm

Zum Grand Hotel gehören Tennisplätze, ein Bolzplatz und ein Volleyballplatz am Ortsrand und im zur Jagdfeld-Gruppe gehörenden „Ostsee Golf Resort Wittenbeck“ gibt es Vergünstigungen (Green Fee) für die Hotelgäste. Auch ihre Pferde können die Hotelgäste mitbringen und im ebenfalls zur Jagdfeld-Gruppe gehörigen Gut Vorder Bollhagen unterbringen. Die Segelschule arbeitet eng mit dem Grand Hotel zusammen und zu Freizeit gehören natürlich auch SPA, Wellness, Fitness, Yoga, Workshops und Strand und Meer.

Außerdem hat das Grand Hotel eine eigene Kulturdirektorin, die ständig kulturelle Angebote erarbeitet. All das bietet das Grand Hotel seinen Gästen und für die Kleinen gibt es sogar ein eigenes Kinderhaus mit Ganztagsbetreuung und buntem Programm.

Die Idee einer Infotafel äußerte ich mal in einem Rundgang und einem Gespräch im Hotel
Die Idee einer Infotafel äußerte ich mal in einem Rundgang und einem Gespräch im Hotel

Die Gäste außerhalb des Grand Hotels können nicht alles, aber doch vieles von dem mit nutzen. 

Sind sie Fewo-Gäste in den Residenzen (Villen-Wohnungen), bekommen sie Vergünstigungen – sogar für den Kinderclub, der sonst nicht für Kinder von außerhalb zur Verfügung steht. 

Alle anderen Gäste können Tageskarten oder Abendkarten für den SPA-Bereich kaufen und diesen wie jeder Hotelgast auch nutzen.

 

Auch die ganzen Anwendungen, die auch der Hotelgast mit seiner Zimmerkarte extra bezahlt, kann man als Tagesgast oder Gast von außerhalb oder Einheimischer gegen Bezahlung nutzen. Das Grand Hotel deckt also ganz allein schon das Meiste ab – es weiß nur kaum jemand. Das Grand Hotel bewirbt die Angebote nicht offensiv, weil es ein schmaler Grat zwischen Auslastung und Überlastung ist. Die Stammgäste würden dem Gastgeber eine Überlastung durch Tagesgäste verübeln.

Einst Imbiss, nun Kite- und Surfschule
Einst Imbiss, nun Kite- und Surfschule

Darüber hinaus gibt es die Kite- und Surfschule im ehemaligen Bistro an der Promenade, die Segelschule im Prinzessin-von-Reuß-Palais, Standup-Paddeln sowohl in der Kiteschule, als auch durch das DECK angeboten. Es gibt einen Sportstrand mit Volleyballnetz, eine Badeinsel und natürlich kann man auch sein Skateboard, die Rollerblades oder das Segway mitbringen.  

Es gibt von Mai bis Oktober mittwochs um 11 Uhr und sonntags um 10 Uhr Stadtführungen und auf Nachfrage auch Führungen durch die Ausstellung der Jagdfeld-Gruppe. Und es gibt jeden Tag den Molli. 

Da Radfahren auf der Promenade verboten ist, gibt es einen Fahrrad-Parkplatz
Da Radfahren auf der Promenade verboten ist, gibt es einen Fahrrad-Parkplatz
Alles andere muss man sich selbst organisieren: Endlose Spaziergänge, wunderbare Fahrradtouren, Strandpicknicks, Nordic-Walking auf dem Deich, Segway-Sightseeing, Waldspaziergänge, Segeln, Surfen, Drachensteigen – das alles geht durchaus, aber man muss es selbst organisieren und alles selbst mitbringen. Außer einige Gastgeber für ihre Gäste verleiht in Heiligendamm niemand Fahrräder.

Man kann in Bad Doberan an einer Selbstbedienungsstation Fahrräder ausleihen, aber dazu muss man erst einmal dort hinkommen und das Rad dann auch wieder zurückbringen. Dank Molli-Packwagen ist das möglich, aber weder komfortabel, noch preisgünstig.

 

Was Heiligendamm nicht hat

Es wird also klar, was in Heiligendamm fehlt:

Ein Mix an Einkaufsmöglichkeiten, der alles bietet, was der Gast braucht.
Zehn Brötchen, ein Stück Butter, zwei Gläser Marmelade, ein Glas Nussaufstrich und dazu frische Wurst, Äpfel, Orangen, Weintrauben, Tomaten, Käse, Saft und eine Packung Kaffee gibt es in Heiligendamm schlicht und ergreifend nicht zu kaufen. Damit fällt ein ausgiebiges Frühstück in der Ferienwohnung flach. Die dichteste Einkaufsmöglichkeit ist 6 Kilometer entfernt der erste Discounter am Stadtrand Bad Doberans. Dort morgens mal eben beim Joggen einkaufen, kommt eher nicht in den Sinn.

Bummeln bedeutet eigentlich, von Geschäft zu Geschäft gehen, vielleicht sogar von Schaufenster zu Schaufenster. Zum Drogeriemarkt, zur Boutique, zum Souvenirshop, zum Café, zum Textilgeschäft, zum Reformhaus, zum Juwelier, zum Optiker, zur Eisdiele, zur Gaststätte, zum Teeladen, zum Lederwarengeschäft, zur Schneiderei, zum Frisör, zur Yogaschule, zur Wellnessoase, zum Atelier, zur Galerie, zum Versicherungsmakler, zum Geldautomaten, zum Spielwarenladen, zum Imbiss, zum Obst- und Gemüsehändler, zum Einkaufsmarkt, zum Reisebüro, zum Immobilienmakler, zur Pizzeria, zum Dönerimbiss, zur Apotheke, zum Arzt… das ist Bummeln.

Ein ganz normaler Spätnachmittag in der Doberaner Mollistraße
Ein ganz normaler Spätnachmittag in der Doberaner Mollistraße

Das ist in Bad Doberan sehr gut, aber in Heiligendamm gar nicht möglich. Und die sechs Kilometer dazwischen machen es für Heiligendamm-Gäste unattraktiv, in Bad Doberan zu bummeln.  Nach Kühlungsborn braucht man nicht viel länger und bekommt viel mehr geboten. Heiligendamm sollte aber die Gäste in der eigenen Stadt – also in Bad Doberan – halten, damit sie ihr Geld dort ausgeben und nicht woanders. Anno August Jagdfeld und auch die SPD-Politikerin Beate Mahr legten den Doberanern schon 2003 ans Herz, sich auf die wohlhabende Klientel einzustellen und ihnen 7 Tage die Woche hochwertige Waren und Dienstleistungen anzubieten.

Die meisten Geschäfte öffnen immer noch um 10 Uhr und schließen um 18 Uhr – im Volksmund: „Die Bürgersteige werden hochgeklappt“. Ein Nachtleben gibt es in Bad Doberan nicht – außer in der Discothek am Stadtrand und in den Kneipen und Gaststätten findet man nach Einbruch der Dunkelheit kaum Leute in der auch gar nicht dafür ausreichend beleuchteten Innenstadt.

Die Menschen lieben laue Sommerabende auf der Bank oder am Strand
Die Menschen lieben laue Sommerabende auf der Bank oder am Strand

In Heiligendamm genießen viele Menschen den Sonnenuntergang, sitzen auf den Bänken, Mauern oder im Seesand, stehen auf der Promenade oder Seebrücke, umarmen und küssen sich und trinken ihren mitgebrachten Wein oder Sekt.

Denn den gibt es zu der Zeit im Herzen Heiligendamms nicht mehr zu kaufen und dass es Möglichkeiten daneben gibt (KOSI, DECK) wissen viele nicht.

Man könnte noch viele Dinge aufzählen, die in Heiligendamm fehlen: Geldautomat, Geldwechsler, Notruftelefon, Handy-Ladestation (eine Auto-Ladestation gibt es im Ferienhaus Kempka), Umkleidekabinen am Strand, Stranddusche, Fußdusche, Strandsauna, Schlafstrandkorb, eine Terrasse zum Sitzen am Strand (z. B. eine Sitztreppe) ein Geschäft, in dem es Strandspielzeug, Strandmuscheln, Sonnenschirm, Klappstuhl, Kühlbox & Co. gibt und ausreichend Unterschlupf bei hier immer recht plötzlich einsetzendem Regen.

Geschichts-Salon Heiligendamm

Ein Visitor Center könnte interessierten Gästen die Geschichte nahe bringen. Zugleich könnte er als Touristinformation dienen, Treffpunkt für Stadtführungen sein oder bei ausreichender Größe auch Veranstaltungsfläche (z. B. für Vorträge und Workshops). Die Wände bieten Raum für eine Galerie zur Präsentation der Künstler, Vitrinen sind Verkaufsfläche für Kunstwerke und das Center kann auch ein Shop für Souvenirs, Strandbedarf, vergessene Sachen oder die kleine Erfrischung oder Stärkung sein.

In den USA sind solche Visitor Center durchaus üblich und auch in MV hat jeder Nationalpark sein Besucherzentrum, aber in Heiligendamm hat noch niemand diese Chance erkannt, mit der sich auch sonst nicht nutzbare Räume füllen ließen – so sie in Promenadennähe liegen, denn sonst findet niemand dorthin. Es gibt einen Geschichts-Salon am Ortsrand, für den der ES-Autor Martin Dostal Führungen anbietet

Hier endet die Bestandsaufnahme. Wir wissen jetzt, was Heiligendamm hatte, nicht mehr hat, hat und braucht. Nun richten wir den Blick nach vorn:

Die Zukunft Heiligendamms: Das ist die Vision.

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