Buchtipp mit Rezension: Das Schiff ist weiblich

Statt eines üblichen monatlichen Buchtipps gibt es heute eine Rezension. Die Autorin Sandra Kloss-Selim aus Heiligendamm hat mich gebeten, ihr Buch „Das Schiff ist weiblich“ zu rezensieren. Das habe ich gern gemacht und fiel mir auch gar nicht schwer, denn nach Erhalt des Rezensionsexemplars las ich gern die Geschichten der Autorinnen. Denn „Das Schiff ist weiblich“ ist nicht das Produkt einer Autorin, sondern das Werk einer ganzer Reihe Seefrauen. Und dieser ungewöhliche Begriff zeigt schon, worum es geht: Um eine Berufung in einer Männerdomäne und die damit verbundenen Erfahrungen. Hier also meine Rezension von „Das Schiff ist weiblich“:

EMOTIONAL. MEER. FRAU

Das Schiff ist weiblich – ist das nun ein Buch von Frauen für Frauen?
In erster Linie ja, denn es macht Frauen Mut, in Männerdomänen ihre Frau zu stehen und nicht den Männern nachzueifern. Es ist nicht das Buch der einen Autorin Sandra Kloss-Selim, sondern das Werk einer ganzen Reihe von Frauen, die ganz unabhängig voneinander ihre ganz eigenen Geschichten erzählen. Alle arbeiten oder arbeiteten auf Schiffen, auf denen meistens mehr Männer, als Frauen tätig waren.

Jede Frau hat ihre eigene Erfahrung gemacht und ihre eigene Karriere gemeistert: Von der Kombüse bis zur Brücke, vom Kreuzfahrtschiff bis zum Kriegsschiff sind viele Arbeitsorte vertreten. Sie alle erzählen von Vorurteilen und Vorverurteilungen, von Nachteilen und Benachteiligungen, aber auch von der bloßen Unfähigkeit des „starken Geschlechts“ im Umgang mit Frauen in Männerdomänen. Aber es zeigt auch eindrucksvoll das Leben auf dem Schiff – einer eigenen kleinen Welt mit ganz eigener Dynamik. Hier sind alle unter einem Dach – niemand kann sich aus dem Weg gehen. Das bringt ganz neue Herausforderungen mit sich, die es zu meistern gilt.

Das Zitat „Mädel, ich bei Kühen ist das wie beim Menschen, irgendwann sollte man mit dem Besamen aufhören.“ gibt nur einen von vielen tiefen Einblicken in die Gedankenwelt der Männer an Bord und in die Erwartungshaltung einer ganzen Gesellschaft. Schilderungen solcher Erlebnisse geben ein Gefühl dafür, wie Frau sich in Männerberufen fühlen muss. Davon abgehalten, Kinder zu kriegen, hat die Seefahrt die Frauen nicht und umgekehrt haben auch die Kinder nicht die Frauen von der Seefahrt abgehalten. Manche kehrten auf das Schiff zurück, andere blieben der Seefahrt nahe oder verbunden und alle schrieben „Das Schiff ist weiblich“. Wie sie Kind und See unter einen Hut bringen, ist das große Geheimnis – das sie in diesem Buch teilen. Wie eine Deutschlehrerin an Bord zum Rockstar wurde, ist ein ermutigendes Beispiel und wie die Seefrauen ihre Geschichten erzählen, ist sehr inspirierend für alle Frauen, die auch Meer im Leben wollen. 

Die Autorinnen machen Mut, Frau zu sein – wie eine Frau zu denken, zu handeln und vor allem auch fühlen zu dürfen. Sie machen Mut dazu, sich treu zu bleiben, sich nicht zu verstellen und nicht als Frau den Mann stehen zu wollen, sondern weiblich sein zu dürfen. Nein, es ist kein Buch eines alten tätowierten und bärtigen Seebären voller Heldentaten aus einem erfüllten Leben als Seefahrer und kein Seemannsgarn. Es sind Geschichten mitten aus dem Leben – nicht weniger beachtenswert, nicht weniger bewundernswert, aber sehr lesenswert.

Und es sind Geschichten, die alle Mann an Bord ruhig auch lesen sollten, denn das trägt zum gegenseitigen Verständnis bei. Und das scheint nötig, wie „Das Schiff ist weiblich“ beispiellos beispielhaft zeigt.

Das Buch DAS SCHIFF IST WEIBLICH von Sandra Kloss-Selim ist bei AMAZON als Taschenbuch neu und gebraucht, sowie für den Kindle erhältlich. Es hat 144 Seiten und ist am 16. April 2019 im tredition Verlag erschienen. Mit dem Kauf über diese Seite unterstützen Sie ERSTES SEEBAD. Danke!

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