Filiale der Mecklenburger Backstuben in Bad Doberan geschlossen

Im Frühjahr 2017 eröffneten die Mecklenburger Backstuben in Bad Doberan ihre erste Filiale. Die Eröffnung war nicht unumstritten, handelt es sich doch beim Standort um die ehemalige OSPA-Filiale in der Mollistraße. Viele Ideen hatte es zuvor für diesen Standort gegeben – der größte Wunsch war wohl ein Kaufhaus und der begehrteste Kandidat dafür STOLZ. Die winkten ab, denn die Passage hat nicht genug Parkplätze. Sein STOLZ bekam Bad Doberan trotzdem, als ALDI seine zweite Filiale in der Stadt schloss. 

Dann sollte das Sparkassengebäude eine Einkaufspassage werden, vielleicht auch ein Mix aus verschiedenen Handwerkern, Dienstleistern und Künstlern. Natürlich konnten das alles nur Ideen und Wünsche sein – das letzte Wort hatte die OstseeSparkasse als Eigentümer der Immobilie. Diese versprach dann, gute Mieter zu finden. In die ehemalige Filiale zog so einiges ein, von Physiotherapie über Krankenkasse bis hin zur Arbeitsagentur. Was aber unten im Haupteingang der Filiale eigentlich sein Gesicht gab, war der „x-te“ Bäcker der Stadt: Die Mecklenburger Backstuben. Die Begeisterung darüber hielt sich in Grenzen.

Dennoch konnte diese neue Filiale durchaus punkten: Die Molli vor der Tür, eine Terrasse an der Seite, eine Kinderspielecke, WLAN – verstecken musste sich „Meck Back“ nicht. Aber gegen die Konkurrenz behaupten: Den Traditionsbäcker Braun mit großer Stammkundschaft direkt nebenan, das beliebte Sparre im Herzen der Stadt schräg gegenüber, die riesigen Marken Junge und Lila Bäcker gleich um die Ecke und nicht zuletzt gegen allerhand Speiseangebote, die nichts mit Bäckerei zu tun haben. 

Was die Mecklenburger Backstuben zu diesem Schritt veranlasst hat, schreiben sie nicht, aber sie informieren ihre Kunden über die Schließung der Filiale. Das geschah schon vor zwei Wochen und wurde recht still zur Kenntnis genommen. 

Nun ist wieder alles offen in der geschlossenen Gewerbefläche mitten in der Mollimeile, die auch selbst im Wandel ist – was ebenfalls die Bürger wenig begeistert. Denn wo Geschäfte verschwinden, ziehen Büros ein. Unter einer Bummelmeile versteht man aber nicht Versicherungen, Krankenkassen und Juristen, sondern Läden, Shops und Boutiquen, Cafés, Restaurants und Imbisbetriebe.

Einen Citymanager, der den Branchenmix koordinieren und gezielt Mieter suchen kann, gibt es in Bad Doberan nicht, auch wenn er immer wieder gefordert wurde. Es muss aber gar keine Stelle geschaffen werden – so groß ist Bad Doberan nicht, dass es einen richtigen Citymanager braucht. Eine Initiative, die viele Gewerbetreibende an einen Tisch bringt, ist im Entstehen und die hätte viele Möglichkeiten, aber das braucht seine Zeit. Die aber läuft davon, denn die Generation der Wendezeit-Gründer geht in den Ruhestand und es wird noch viele Geschäftsaufgaben geben. Die große Chance, die frei werdenden Flächen gezielt für gute Angebote zu nutzen, ist also da – muss aber ergriffen werden.  

 

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