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Auf der Flucht: So geht es weiter im Stülower Weg.

Der Landkreis Rostock muss 16% der Flüchtlinge MVs aufnehmen, zu Jahresbeginn ging man von 800 Menschen aus, im 2. Quartal schon von 1.200 und Ende August von 2.700 bis 3.000. Der Landkreis hat sich an die Kommunen und Wohnungsgesellschaften gewandt und einen Aufruf an Privateigentümer gestartet. Jedes einzelne Angebot werde geprüft, die dezentrale Unterbringung aber aufwändig, sodass Gemeinschaftsunterkünfte vorzuziehen und vielleicht neu zu errichten sind. Die Notunterkunft in Bad Doberan sei das Resultat der schwierigen Marktlage und man hoffe aus baldige Auflösung. Constien wünscht sich wieder einen Schulstandort im Stülower Weg, aber zunächst sollen hier 120 Flüchtlinge wohnen, 80 in 10-12er Gruppen in Klassenräumen und 45 in der Turnhalle. Diese kann bis zum Winter nur eine Zwischenlösung sein, das Wohnheim wird noch nicht belegt, hier gibt es nur drei Familienzimmer. Aktuell sind ein Kind und ein Jugendlicher unter den überwiegend männlichen Bewohnern. Ansprechpartner und verantwortlich ist das DRK. n der Schule gibt es für nachts WC, ansonsten gibt es Sanitärcontainer. Um 22 Uhr müssen Besucher das Haus verlassen, die Flüchtlinge dürfen sich jederzeit frei bewegen. Für Essen sorgt ein Caterer, es gibt 2 Essensräume und eine Küche für die freiwillige Selbstversorgung. Kurse stehen Asylbewerbern erst nach der Anerkennung zu, die bei den hier untergebrachten Syriern und Ukrainern innerhalb ca. 14 Tagen erteilt wird. Der Sozialdezernent erklärt aber auch, dass die ca. 17.000 Flüchtlinge im Land kurzfristig verteilt werden und man zu spät Details erfährt. Gelobt wird das gute Zusammenleben in Bad Doberan. Dass den Anwohnern die Menschen nicht egal sind, zeigen Fragen nach Spendenbedarf, Beschäftigungsangeboten und Vorschläge zur Verständigung. Auch Kritik an mangelnder Nachsorge wurde geäußert. Unternehmen seien auch interessiert, denn viele Flüchtlinge sind dort qualifiziert, wo Arbeitskräfte knapp sind. Es müsse aber Verlässlichkeit geben: Sie brauchen Wohnungen und müssen bleiben. Das tun viele nicht, sondern gehen gen Westen, wo mehr Landsleute sind. Integrationslotsen sollen helfen, sie zu halten. Punkto Sicherheit lobt die Polizei die gute Zusammenarbeit. Es gebe im Kreis keine relevanten Zwischenfälle. Das Objekt im Stülower Weg wird von einem Wachdienst bewacht und die Polizei zeige Präsenz. Wenn es Ruhestörungen oder Probleme gibt, stehe man zur Verfügung. Insgesamt war es eine ruhige Veranstaltung, in der kein Hass zu spüren war, aber Unsicherheit und Misstrauen in die Aussagen des Landkreises. Die 95% „Wirtschaftsflüchtlinge“ können nicht weg ignoriert werden und dieses Problem kann nur die große Politik lösen. Die aber scheint mit zweierlei Maß anderen Ländern zu helfen.

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