Friedrich-Franz-Palais mit großen Plänen zum 225. Jubiläum

Das „Friedrich-Franz-Palais“ feiert seinen 225. Geburtstag und hat große Pläne. In den Seitenflügeln entstehen Suiten und eine Vinothek und im Hof ein Saal. Investor Elgeti und Manager Dr. Beuter wollen vier Sterne für das erste Hotel an der Ostsee.

 

Erstes Hotel an der Ostsee

Nicht weniger, als das älteste Hotel an der Ostsee ist das „Friedrich-Franz-Palais“. Der mecklenburgische Bauconducteur Johann Christoph Heinrich von Seydewitz baute es im Auftrag des Großherzogs Friedrich Franz I. gleich nach der Gründung des ersten deutschen Seebades anno 1793.

Zur Saison 1795 wurde das „Logirhauß“ eröffnet und ein Jahr später von Seydewitz zum Hofbaumeister an den Schweriner Hof berufen. Damit trat er die Nachfolge des großen Johann Joachim Busch an, der für Friedrich den Frommen die Residenzstadt Ludwigslust plante. Von Seydewitz war auch der Erbauer des ersten Badehauses an der Ostsee in Heiligendamm (heute Haus „Mecklenburg“) und des Fachwerkhauses auf dem Kammerhof.

Sein Nachfolger Carl Theodor Severin brachte den Klassizismus nach Mecklenburg und passte das Logierhaus optisch an, indem er das Fachwerk weiß übermalen ließ. In diesem besonderen Charme präsentiert sich das Traditionshaus heute wieder. Das war nicht immer so, aber das Haus war immer ein Haus der Logis – auch zu DDR-Zeiten, als es „Kurhaus“ hieß. Hier tanzte und feierte Jugend aus Doberan und dem Umland und fanden so manche beim Tanztee ihre große Liebe.

 

Zu DDR-Zeiten drohte der Verlust

Fast wäre das markante Gebäue verloren gegangen, denn in den 1980ern war der Zustand des Gebäudes sehr schlecht. Wohl auch wegen des anstehenden Besuchs der Internationalen Denkmalschutzorganisation ICOMOS in Rostock entschied man sich für einen Erhalt des Gebäudes. Zur 800-Jahr-Feier blieb es leer und wurde von dicken Balken gestützt. Erst kurz vor dem Ende der DDR erstrahlte es wieder in neuen Glanz. Das modernste, das die DDR zum Schluss noch zu bieten hatte, war verbaut worden. Im Nordgiebel eröffnete der erste INTERSHOP Bad Doberans und das Hotel sollte durchaus auch Gäste aus dem Ausland mit harter Währung zufrieden stellen. Viel Zeit hatte es dafür nicht: Keine drei Jahre später kam das Ende der DDR.

Nach der Wiedervereinigung war alles nicht mehr modern und so hing im Inneren des Hauses auch nach weiteren Sanierungen noch der DDR-Charme an. Die neuen Eigentümer Axel Kross und Marie Kross-Johnsson schafften es mit Hilfe eines Investors, dem Haus die alte Seele wiederzugeben, aber um als Hotel am Markt zu bestehen, brauchte es schon etwas mehr als Zimmer, Lobby und ein Restaurant. Je nach Ausrichtung brauchte man entweder einen Wellnessbereich oder einen Konferenzraum – optimal wäre beides. An Platz hätte es nicht gemangelt, denn die beiden Seitenbauten mit den einstigen Ställen und Bedienstetenkammern gehörten inzwischen auch wieder zum Haus. Auch der Hof ist groß genug. Das Budget und auch das Interesse der Geldgeber war es aber zu keiner Zeit – schossen doch ringsum immer mehr Hotels und Pensionen aus dem Boden.

Dass die Familie Kross/Kross-Johansson ging, hatte andere – persönliche – Gründe und auch der Rückzug der GERMANIA EPE war nur der Umstrukturierung des Unternehmens geschuldet. Als das Friedrich-Franz-Palais 2013 zum Verkauf stand, war es nicht insolvent, aber der Betreiber konnte die erwarteten 1,5 Millionen Euro dennoch gut gebrauchen.

 

Hansa-Investor kaufte das Hotel

Erst 2017 fand sich ein Käufer und das ist kein Unbekannter: Rolf Elgeti ist auch Investor beim FC HANSA Rostock. Als Mann vor Ort holte er sich den bereits erfahrenen Projektentwickler Heinz-Jürgen Beuter ins Boot. Der war schon 2010 bis 2013 für die Entwicklung zuständig und hat vier Sterne im Visier. Seitdem geht es voran im Inneren des Traditionshauses. Seit drei Wintern werden die Bäder saniert, neue Fluchtwege geschaffen, Rohrleitungen erneuert und viele Zimmer neu ausgestattet. Im Erdgeschoss wurden die drei Gasträume ausgebaut und Salons eingerichtet.

Aus bisher 60 Zimmern und 2800 Quadratmeter Gesamtfläche sollen in Zukunft 60 Zimmer und 20 Suiten werden. Diese werden thematisch nach den Kindern des Großherzogs ausgerichtet. So wird die Suite mit dem historischen Vorbild Prinzessin Charlotte Friderike originale Möbel aus dem dänischen Königshaus bekommen. Die Prinzessin heiratete 1806 den Erbprinzen Christian von Dänemark. Zwar ist ihre Geschichte nicht besonders ruhmreich, denn sie hatte eine Affäre mit dem Hofmeister und wurde deshalb geschieden und verbannt, aber sie war die Mutter des Thronfolgers Friedrich VII. von Dänemark. Nach ihrer Scheidung kümmerte sie sich in einem eigenen Salon um die Dänen in Rom. Für Gäste aus Dänemark wird dieser Salon also eine Besonderheit sein.

 

Seitenbauten werden saniert, Saal entsteht

Entstehen sollen die Suiten in den beiden Seitenbauten des Hotels. Es wurde schon früher darüber nachgedacht, sie mit dem Haupthaus zu verbinden. Das soll nun mit gläsernen Wandelgängen realisiert werden. Der Südflügel zum Rosenwinkel hin soll nach Baugenehmigung noch 2020 begonnen werden. Unter dem Nordflügel zum Palaisgarten hin gibt es im Keller sechs Gewölbe. Hier soll eine „Vinotheca“ eingerichtet werden und im Hof ein Saal für 150 Gäste neu entstehen. Schließlich soll auch das Haupthaus neue Fenster bekommen, um den Energieverlust und auch den Schallpegel des Hauses direkt an der gepflasterten Hauptstraße durch den Ortskern zu senken.

 

Viele Veranstaltungen zum Jubiläum

Es gibt also Grund zu Feiern und das will das Friedrich-Franz-Palais ab Mai tun. Als deklariertes „Oldtimerhotel“ startet es am 9. Mai parallel zur Kneipennacht und dem Bikergottesdienst mit einem Oldtimertreffen. Konzerte und Feiern im Festsaal des benachbarten Großherzoglichen Salongebäudes sollen das Flair der alten Zeit wiederaufleben lassen und Spielmannszüge aus der Region werden am 12. Juni auf dem Kamp für Musikgenuss sorgen. Am 4. Juli werden an gleicher Stelle Chöre singen und am 25. Juli wird im historischen Herzen der Residenzstadt auf dem Kamp ein weißes Picknick den würdevollen Abschluss der Jubiläumsfeier bilden. Das wird Gäste von nah und fern anziehen und die Doberaner stolz auf ihr Traditionshaus machen.

 

Tipp: Cabrio fahren an der Ostsee mit dem Oldtimer-Ostsee-Deal
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Luftbilder: M. Sander

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