News und Nachrichten aus Bad Doberan - Heiligendamm

Molli auf Borkum – Schweineschnäuzchen an der Ostsee +++ Polo Masters Premiere +++ Rennverein vor Insolvenz +++ Störung bei der Bahn – Stadtgeschehen August und September

Au pair: Molli auf Borkum, Schweineschnäuzchen kommt an die Ostsee

Die Schienenbahn auf Borkum, genannt „Schweineschnäuzchen“

Es war das Event des Jahres: Die Molli-Bahn reiste an die Nordsee auf die Insel Borkum. Am 14. September hatte sie ihr Debüt vor den Nordseeurlaubern und am 22. September dampfte sie ein letztes Mal über die Nordseeinsel. Der Transport, dessen Kosten keiner nennt, dürfte sich amortisiert haben: Etwa 3000 Gäste wollten gleich am ersten Tag mit unserer Bimmelbahn fahren. Wichtiger ist aber das Image, denn überall in Deutschland berichteten Zeitungen und Fernsehsender vom Molli-Au-pair.

Nur die Doberaner kamen etwas zu kurz, konnten das Geschehen nur über die Medien verfolgen. Weder die Verladung zur Abfahrt, noch die Ankunft wurden angekündigt und obwohl viele Möglichkeiten zur Werbung bestanden hätten – Foto-Gewinnspiele, Social Media Aktivitäten und Lo ( c)k-Rabatte an die Ostsee – blieb das Werbepotenzial ungenutzt.

Die MBB machte ihr Ding, im Kern heiß und außen herum kühl. Aber es gibt eine zweite Chance: Nächstes Jahr kommt das „Schweineschnäuzchen“ von Borkum an die Ostsee und wirbt in Mecklenburg für die ostfriesische Insel.

 

Premiere: Weiße Stadt am Meer überrascht mit Polo Masters

Das hat es in Heiligendamm noch nie gegeben: Ein Polo-Turnier auf dem Kurhaus-Rasen. Vom 13. bis 15. September fanden die Arena Polo Masters in Heiligendamm statt. An der Premiere nahmen acht Teams mit je zwei Spielern aus vier Nationen (Deutschland, Schweiz, Tschechien, Japan) teil. 47 Polopferde standen im Zeltstall an der Kühlungsborner Straße und über 500 Besucher nahmen am Event teil.

Hinzu kamen gut dreimal so viele Schaulustige, die vom Seebrückenplatz dem kraftvollen Spiel zusahen. Das Event sorgte deutschlandweit für Schlagzeilen. Für das Grand Hotel kam es gerade richtig, denn es will mehr solcher Lifestyle-Veranstaltungen. Der Rasen war danach natürlich hin, aber er musste ohnehin mal erneuert werden.

 

Rieseninteresse: Perlenkette wird zum Publikumsmagnet

Ebenfalls für Aufsehen sorgte die Einladung der Entwicklungscompagnie Heiligendamm zum Tag des offenen Denkmals in die „Perlenkette“ der Weißen Stadt am Meer. An zwei Terminen konnten insgesamt 200 Besucher nach vorheriger Anmeldung die Baustelle der Villen „Schwan“, „Seestern“ und „Möwe“ besichtigen.

Nach einem Vortrag wurden die Gäste in Gruppen geführt und ihnen Rede und Antwort gestanden. Die Plätze waren schon vor Monaten ausgebucht, aber trotzdem hofften noch viele auf einen Platz. Darum gab es vor dem Tor einen Infostand. (ES berichtete)

 

Rennen mit letzter Kraft: Rennverein steht vor Insolvenz

Die Doberaner Renntage 2019 überraschten mit echten Events und der positive Spirit von vor fast 20 Jahren zog durch die Stadt. Doch der Rennverein realisierte diese Renntage mit letzter Kraft, denn eigentlich stand ihm das Wasser bis zum Hals: Sponsoren waren abgesprungen, sodass zwischen 30.000 und 40.000 Euro nicht eingenommen wurden. Nachdem die Renntage im Vorjahr ausfallen mussten, hatten große Sponsoren sich woanders engagiert und das Interesse an den Doberaner Renntagen verloren. Auch von den kleinen Sponsoren machten viele nicht mehr richtig mit.

Das Geläuf bereitete vor dem Rennen noch Probleme, weil es in schlechtem Zustand und eine Sprinkleranlage kaputt gegangen war. Ein im April mit einer Fachfirma ausgearbeiteter Pflegeplan ist nicht aufgegangen, was auch der großen Trockenheit geschuldet sein dürfte. Der Verein konnte aber 3 Wochen vor dem Termin das Rennen nicht absagen, sodass er 60.000 Euro investieren musste, um die Renntage stattfinden lassen zu können.

Dem gegenüber stehen offene Rechnungen aus den Vorjahren, sodass ein Defizit von 80.000 Euro entstanden ist. Vereinspräsident Helmut Rohde ist laut OSTSEE-ZEITUNG im Gespräch mit „jemanden, der die finanzielle Lücke schließen könnte“. Der fordert aber Beständigkeit: Die Zukunft muss geklärt sein und der Präsident muss bürgen. Die Zukunft der Rennbahn ist gerade im Wandel: AntenneMV ist mit der Stadt im Gespräch zur besseren Nutzung der Rennbahn. Der Rennverein könnte trotzdem weiterhin für die Rennen zuständig bleiben, aber er muss dann auch die Kosten dafür tragen.

Der Auf- und Abbau, Strom- und Wasseranschluss kosten jedes Jahr aufs Neue Geld – von 70.000 Euro ist die Rede. Eine feste Rennbahn und ein Brunnen wären eine Lösung, die der Verein aber nicht bezahlen kann. Auf den kommen erst einmal Kosten für eine neue Elektroanlage zu, die durch Blitzschlag beschädigt wurde, sodass der Elektrozaun nicht funktioniert und Wildschweine die Bahn zu verwüsten drohen. Ohne Sponsoren wird es nicht gehen und um die bemüht sich der Verein, während der Bürgermeister die Möglichkeiten für Fördermittel ausloten will.

 

Im Herzen uneins: Kamp-Gestaltung polarisiert

Für die Neugestaltung des Kamp liegen Entwürfe vor, die den Park im Herzen der Stadt lebendiger machen sollen: Wasserfläche, Spielplatz, Konzertbühne. Den Spielplatz wollen alle, nur nicht alle an der lauten Südspitze. Auch eine feste Bühne stößt auf Zustimmung, aber Ideen für eine luftige Bühne machen den Künstlern Probleme, denn sie vergessen die Umkleidemöglichkeit. Das Wasserspiel hingegen stößt auf recht breite Ablehnung, weil selbst die Bürger befürchten, dass es schnell voller Sand und Blätter ist. Das würden viele lieber auf dem Markplatz sehen.

Auch die Idee, den „Melker“ zu versetzen, stößt auf Ablehnung. Es gibt bereits einen Trampelpfad, der zeigt, wo der Weg entstehen kann. Die Stadtvertreter wünschen sich auch mehr Barrierefreiheit. Gerade die Zugänge zum Kamp sind derzeit kaum barrierefrei. Sabine Krahn-Schulze von der Unteren Denkmalschutzbehörde attestiert dem Planer Sebastian Fauck eine sehr genaue Arbeit, aber die Mehrzahl der Stadtvertreter hat Änderungswünsche. Die muss das Planungsbüro nun einarbeiten und dann wird erneut über den Entwurf befunden.

 

Die Bahn kommt nicht: Stellwerkausfall legt Zugverkehr lahm

Vergeblich warteten die Fahrgäste am 24. September auf ihren Zug nach Rostock oder Wismar. Bauarbeiter hatten in einem Stellwerk ein Kabel beschädigt, sodass die beiden Stellwerke in Bad Doberan und Neuruppin 24 Stunden nicht mehr miteinander kommunizieren konnten. Erst am Nachmittag lief der Schienenverkehr wieder, allerdings mit Rückstau.

Für den Schienenersatzverkehr konnte die Bahn auf die Schnelle nicht genug Busse und Busfahrer organisieren, sodass Großraumtaxen eingesetzt wurden. Manche Reisende mussten Umwege in Kauf nehmen.  

 

WIG soll helfen: Stadt will Gewinnausschüttung für Hochwasserschäden nutzen

Nach dem Starkregen vom 31. Juli sind Schäden an den Straßen und Plätzen zu reparieren. Die Stadt hat dafür kein Geld, aber die stadteigene Wohnungsgesellschaft WIG hat noch etwas übrig. Sie hat über eine halbe Million Euro Gewinn, die sie in die Gewinnrücklage einzahlen will. Weil dort schon über 5 Millionen Euro liegen, schlägt der Bürgermeister vor, 150.000 Euro als Soforthilfe an die Stadt abzugeben und die restlichen 570.000 Euro in die Gewinnrücklage einzuzahlen. Für ihn sei beim städtischen Wohnungsbauunternehmen nicht der Gewinn wichtig, sondern die Instandhaltung.

Das letzte Wort hatten die Stadtvertreter. Am 16. September stimmte die Mehrheit für die Entnahme. Allerdings nicht ohne Bedenken: Dr. Alexandra Lex (UDI) wies auf einen Sanierungsrückstau hin und fürchtete, dass das Geld dort fehlt. Gebhard Zeug (SPD) bemängelte, dass nicht konkret aufgeführt sei, welche Kosten entstanden sind. Auch fehlte ihm eine Aussage des WIG-Chefs Arno Gutzmer zum Thema. Zusammen mit Hannes Roggelin (UDI) und Nico Arndt (Linke) stimmten sie gegen den Beschluss, Harry Klink (KUSS) enthielt sich.

Auf Vorschlag von Carsten Großmann (AMU) beschlossen die Stadtvertreter,  alle Beschlüsse mit Blick auf Hochwasserschutz und Klimaschutz über die gesetzlichen Anforderungen hinaus zu prüfen. Am 28. September findet eine Einwohnerversammlung zum Thema „Hochwasser“ in der Kreisverwaltung und ein „Hochwassermarkt“ auf dem Kamp statt.

 

Was sonst noch passierte

Die von Greta Thunberg initiierten Klima-Proteste Friday for Future haben am 20. September erstmals auch Bad Doberan erreicht. Die Kirchgemeinde lud zu Gebeten und Protesten ein und viele Schüler folgten dem Aufruf. Die nächste Demo soll nach der Schule stattfinden. So entkräften die Schüler ohne es zu wissen eine bei Facebook in einer lokalen Gruppe entstandene Diskussion um die Klimaproteste.

Die Grünen haben im September wieder eine Ortsgruppe gegründet. Es gab schon einmal eine Ortsgruppe und die Grünen saßen mit Heinz Keuer auch im Stadtparlament, aber irgendwann ist die Ortsgruppe eingeschlafen. Nun hat Jutta Hoch einen neuen Versuch gestartet. 

Dr. Kupatz beendet sein Engagement bei der Serenade im Doberaner Münster. Diese soll es aber weiterhin geben, nur in anderer Form.

Das gut 50 Jahre alte Spielauto am Schmarlteich ist nach einem Neuanstrich wieder zurück und die Kinder freuen sich, während einige Erwachsene darüber diskutierten, ob die Sanierung nicht auch aufwändiger hätte sein können. In Heiligendamm auf dem Spielplatz campte ein Obdachloser. Die Stadt sucht nach einer Lösung – Zitat Bürgermeister Jochen Arenz: „In vertreiben ist nicht meine Art“. 

Am Hengstenstall haben die Sanierungsarbeiten begonnen. Der gotische Giebel soll bis zum Walmdach wiederhergestellt und die Veränderungen aus der DDR-Zeit rückgängig gemacht werden. Auch auf dem Gelände des „Brandhauses“ in der Kröpeliner Straße tut sich was. Die Ruine ist weg und das Grundstück wird für einen Neubau vorbereitet.

Vorbereitet wurde auch das Grundstück der beiden Villen „Sporn“ und „Adler“ an der Seedeichstraße. Die Villen stehen zum Verkauf und die EntwicklungsCompagnie Heiligendamm will das gemeinsame Grundstück pflegeleichter machen.

 

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