2025 – ein persönlicher Rückblick
War das ein Jahr! Abgesehen von Ukraine-Krieg, Trump und Wahlkampf war es für Bad Doberan jetzt nicht so aufregend. Das liegt aber daran, dass sich auch nicht mehr so viel aufgeregt wird. Es gibt nicht mehr viele Zeitungen und die wenigen werden nicht mehr vor Ort „gemacht“, sodass die kleinen Geschichten gar nicht mehr erzählt werden.
Ich bin seit Monaten dabei, ein digitales Zeitungsarchiv für die Ortschronisten zu erstellen und schwelge in Erinnerungen an Frau Hügelland, Peter, Jonuschat und Spiller oder Herrn Geske, Richter und Sternberg. Das waren noch Geschichten von Menschen für Menschen über Menschen.
Geschichten aus 2025 von mir für Sie gibt es übrigens am Ende des Beitrages als kleine persönliche Bildergalerie.
Damit habe ich schon den ersten Einblick gegeben: Als Ortschronist arbeite ich also am Journalismus. Und als Journalist – der ich ja nach einem Urteil des LG Hamburg auch bin – arbeite ich an der Geschichte. Aber eben auch an der Gegenwart, denn ERSTES SEEBAD will ja Geschichte, Gegenwart und Zukunft des ersten deutschen Seebades thematisieren.
Die meisten denken beim „Seebad“ an Heiligendamm, obgleich offiziell Doberan das erste deutsche Seebad war und man an den Heiligen Damm zum Baden fuhr.
Heiligendamm ist mein Metier und das lebe ich mit ERSTES SEEBAD, aber eben auch als Gästeführer – der ich immer noch nur für Heiligendamm bin, obgleich ich Bad Doberan sicherlich genauso gut kann. Nach den Münsterführer-Kursen werde ich auch dort meine Kollegen unterstützen. Gemacht habe ich es für besondere Anlässe ja schon – zum Beispiel für die VHS im Zuge eines Kurses zur Ausbildung neuer Gästeführer, von denen vier jetzt auch aktiv sind.
Noch mache ich Bad Doberan nur für die Moorbad-Patienten einmal in der Woche – in der Nebensaison digital als Führung in Bildern. Auch als „Hauptmann mit der Laterne“ führe ich in Bad Doberan – seit 2025 sogar dreimal, zur Kulturnacht, zu Weihnachten in der Alten Klostervogtei und neuerdings auch zu meinem Namenstag – dem Martinstag. Das hat sich witterungsbedingt so ergeben und wir fanden das eine gute Idee.

Heiligendamm bleibt trotzdem mein Hauptthema und wenn ich mal nichts schreibe, dann nicht, weil es nichts zu schreiben gibt, sondern, weil ich alte Wunden nicht wieder aufreißen möchte.
Es ist gerade so schön ruhig, es sind endlich Fortschritte möglich und man sieht sie ja auch – trotz schwieriger Marktlage.
Das Durchhaltevermögen der Jagdfeld-Gruppe wird selbst vom Eigentümer des Grand Hotels im TV honoriert.
Ich habe einen kaufmännischen Beruf erlernt und kann auch nicht anders, als in diesem Weitermachen Herzblut zu sehen.
Denn mit Ökonomie hat das nicht mehr viel zu tun.
Für mich ein Grund, mal die Vision Heiligendamm zu hinterfragen, die ja auf der Webseite auch zu finden ist und von der ich als Realist nicht glaube, dass das heute und morgen noch so umsetzbar ist, wie es gestern durchaus nachvollziehbar gedacht war. Aus meiner Anfrage an die ECH wurde ein langes und sehr interessantes und aufschlussreiches Gespräch mit Nikolaus Jagdfeld, den ich – anders als man von mir allgemein annimmt – wie seinen Vater nur von kurzen Gesprächen am Rande von Veranstaltungen oder von den Gästeführer-Updates zu Saisonbeginn kenne.
Mit den neuen Informationen überarbeite ich gerade einiges und schreibe neues. Es wird bestimmt auch für den Leser interessant, hier mal ein Update zu bekommen. Doch gut Ding will Weile haben – bei mir am PC und in Heiligendamm auf der Baustelle.
Wobei mein PC auch eine große Baustelle ist, denn ich habe neben tausenden Zeitungartikeln auch mehrere tausend Bilder zu sortieren und durch meine Mitgliedschaft in einer Doberaner Facebookgruppe kommen fast täglich welche hinzu – neue oder auch nur bessere. Alle dort leisten wertvolle Arbeit. Einen Link gibt es am Beitragsende.
Als Gästeführer hatte ich 2025 einige besondere Führungen. Eigentlich ist ja jede Führung besonders, weil es immer andere Menschen sind. Schön ist es dann auch, wenn sich daraus Bleibendes bildet, wie bei Juliane Kruse von Historische Häuser oder Lena Marie Hahn von Family4travel oder wenn man selbst noch was lernt, wie bei Johannes Martin Müller vom Landesamt für Denkmalpflege.
Manches lässt sich wiederholen oder ausbauen, aber in diesem Jahr hatte ich eine ganze Gruppe ehemaliger G8-Polizisten – das gibt’s nur einmal. Und ich habe mich noch nie so sicher gefühlt. In Erinnerung bleibt mir auch ein Betriebsausflug zum Schießplatz mit Führung durch mich für alle, die nicht schießen wollten oder eine Führung eines Jahrgangstreffens von ehemaligen Arbeitsamts-Beraterinnen aus ganz Deutschland oder für Teilnehmer einer Pressereise für den VMO. Das war mir eine Ehre. Die längste Führung dauerte etwa 4 Stunden und war mit einer Architekturstudentin der Bauhausuniversität Weimar für ihre Studienarbeit.
Oder eine Reisegruppe aus Bayern, die im Regen ankam und für die ich die Führung mit Bildern im Bus gemacht habe. Ich wandelte mit meiner Mappe den Gang entlang und fühlte mich, wie ein Elefant auf dem Laufsteg. Durch gute Zusammenarbeit mit dem Grand Hotel konnte ich den Senioren in der Regenpause noch einen Moment am Meer zaubern. Und in verzauberte Gesichter blicken – einige von ihnen waren seit Jahrzehnten nicht mehr und einige sogar noch nie am Meer. Das gibt einem so viel und das bleibt.
Reisebusse hatte ich schon oft, aber 2025 zwei Reisebegleitungen übernommen: Von Kühlungsborn nach Heiligendamm und von Heiligendamm nach Kühlungsborn. Das heißt, ich musste erstmal die Geschichte Kühlungsborns intensiver studieren. Das lohnt sich und ist für mich eine Bereicherung. Ich kann mir auch vorstellen, Reisebegleitungen hier auch im Alter noch zu machen.
Das ist zwar noch lange hin, aber 2025 musste ich doch oft daran denken. Denn ich hatte gesundheitliche Probleme, für die ich im Januar sogar für mehrere Tage ins Schlaflabor musste. Für einen Familienvater eine schwere Zeit, aber es war Schwerin und ich habe tagsüber viele Stunden Zeit gehabt und Schwerin komplett neu kennen und lieben gelernt. Danach waren wir noch zweimal in Familie da und es stehen noch weitere Besuche auf der Todo-Liste. In Schwerin wandelte ich natürlich auch auf den Spuren des Baumeisters Georg Adolph Demmler. Nicht nur, weil er in Heiligendamm sichtbare Spuren hinterlassen hat – ich spiele ihn ja auch jedes Jahr zum Historischen Anbaden. 2025 erstmals mit kurzer Sprechrolle – dieses Jahr wird es noch etwas mehr.
All das ist Ehrenamt und das war eigentlich auch das erste Thema des Jahres, denn die Stadt Bad Doberan ehrte zum Neujahrsempfang 2025 Ehrenamtliche und darunter auch mich. Ich war lange nicht mehr so nervös. Für mich war es aber auch ein Anlass, Werbung für das so wichtige Ehrenamt zu machen. Ich bin seit 2025 nun auch offiziell ehrenamtlich im Klosterverein Mitglied und auch als Gästeführer arbeiten wir ehrenamtlich nur gegen Bezahlung des Aufwands.
Ich dürfte auch gar nichts anderes machen, denn ich bin seit Jahren voll erwerbsgemindert. Dass ich überhaupt so viel schaffe, liegt daran, dass ich tue, was ich kann und wenn ich es kann so viel, wie ich kann. Über den Monat ist es dann gar nicht so viel, wie es nach außen aussieht – nicht an Tagen und auch nicht an Stunden. Denn es ist immer ein „Zwischendurch“.
Wenn dann andere Dinge Zeit kosten, merkt man das auch schnell und besonders auf ERSTES SEEBAD, wo dann mal ein paar Wochen nichts Neues kommt. Das war 2025 oft der Fall, denn abgesehen von meiner Abwesenheit im Januar gab es auch familiär viel zu stemmen:
Unser Sohn ist Autist und man versucht seit 5 Jahren an ihn Inklusion, die aber nicht funktioniert. Nach der ersten Klasse musste er die Schule wechseln, nach der vierten erneut und als er dann in der 5. Klasse endlich angekommen war, begann ein Behörden-Marathon. Das Schulamt sagte immer, Privatschule sei kein Problem – übers Geld rede man, wenn es so weit ist. Als es dann so weit war, gab es kein Geld – nur eine Liste von Stiftungen, von denen aber fast alle per Satzung unseren Fall ausschließen. Bei einer hätte es geklappt – für das halbe Schulgeld für ein Jahr. Unser Sohn hat aber noch fast fünf Jahre – das ist zu unsicher. Und auch das halbe Schulgeld ist nach der Corona-Schuldenfalle für uns nicht zu schaffen.
Außerdem wollte das Schulamt nicht schriftlich geben, dass diese Schule die einzig mögliche Schule für ihn ist und dadurch entfiel nun der Fahrdienst. Somit musste unser Sohn nach wenigen Monaten wieder die Schule wechseln – Monate, in denen die Schulgeldabbuchungen unser Konto noch weiter überstrapaziert haben. Und wie es dann immer so ist, geht auch noch der Drucker kaputt und muss ein neuer her, weil sonst ja nicht einmal der Behördenkram zu machen ist.
War das ein Jahr! Ach, sagte ich ja schon.
Insofern kann 2026 nur besser werden. Schulisch sind wir optimistisch, gesundheitlich gibt es Perspektiven und ist es ja nun auch nicht dramatisch – nur etwas einschränkend. Familiär wird die Entspannung auch gut tun und beim Ehrenamt ändert sich sowieso nichts am Engagement.
Als Gästeführer habe ich 2026 schon die ersten Termine gemacht – einen Vortrag zur Adolf-Hitler-Schule im Ehm Welk-Haus und eine Exkursion dorthin und zum Spiegelsee, über den und über Rilkes Besuch dort ich schon 2025 einen Vortrag hielt. Die Termine werden natürlich auf ERSTES SEEBAD angekündigt, ansonsten einfach bei Instagram oder Facebook folgen – Links gibt es unten.
Ich blicke also optimistisch nach vorn – als Ortschronist natürlich auch nach hinten und als Journalist nach links und rechts und über den Tellerrand. Aber Unterstützung kann ich trotzdem gut gebrauchen und es gibt da außer der klassischen Spende, z.B. per Paypal oder Gofundme auch weitere Möglichkeiten:
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