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Bad Doberan 2015: Ein Blick zurück.

Bürgermeister Thorsten Semrau sagte im Januar, 2015 werde das Jahr des Aufbruchs. Er hatte natürlich Kammerhof, Moorbad und Heiligendamm im Auge und nicht Gartenlauben und die Tresore von Münster, Median-Klinik und Friedhof. In Heiligendamm hat man einen Kompromiss gefunden und sich an die Umsetzung gemacht. Strandzentrum und neues WC-Haus lassen auf sich warten, aber dafür hat die Stadt den B-Plan Nr. 26 geändert und so den Weg für die Sanierung der beiden bis dahin quasi unverkäuflichen Villen in der Seedeichstraße frei gemacht. Auch die LED-Beleuchtung der Seebrücke wurde umgesetzt und mit Hilfe der ECH eine Badeinsel installiert. Diese hat kräftig aufgeräumt, Wildwuchs beseitigt, Dächer abgedichtet, Häuser gesichert und die Prof.-Dr.-Vogel-Straße asphaltiert. Nächstes Jahr soll mit der Sanierung der Villa „Greif“ begonnen werden. Wenn Käufer wegen der unscheinbaren Buchstaben „AfA“ in Heiligendamm Immobilien erwerben und sanieren, dann ist das ein gutes Zeichen. Im Grand Hotel gibt es bereits gute Zeichen: 15 Mio. Einnahmen und 1,5 Mio. Gewinn sprechen für sich. Trotzdem muss das Hotel wachsen, hat Erweiterungspläne für das Severin-Palais vorgelegt und um Zustimmung gebeten. Eine gute Vision beschrieb Patrick Weber mit der Idee vom kreuzfahrttauglichen Karree auf See und der Baltic Fashion in der Weißen Stadt. Im Hintergrund aber rumort es weiter, spaltet sich die Stadtvertretung wieder in zwei Lager. Harry Klink hat hingeworfen, Thomas Gipp ist nachgerückt, Karin Schwede und Ulrich Ludwig haben den Bürgerbund verlassen, die NPD ist raus und um die Mediation gibt es seit Monaten einen Streit, der in einem Machtkampf um die Besetzung der Ausschüsse mündete. Semrau sagte im Januar auch, dass man sich zu sehr mit Nebensächlichkeiten und persönlichen Befindlichkeiten aufhalte und er sich mehr Ehrlichkeit und konstruktive Zusammenarbeit wünsche. Das ging auch 2015 nicht in Erfüllung, ebenso wenig der Wunsch nach Erfolgen bei der Jugendherberge oder dem Bleiben des Amtsgerichts. Der Rechnungshof kritisiert die zwei Verwaltungsstandorte des Landkreises und sorgt für neuen Unmut. Erfolge gab es aber beim Kampf gegen Offshore-Windparks und für einen Jugendbeirat. Gestärkt durch Analysen der Jade-Hochschule Wilhelmshafen ist Schwung in die Umstrukturierung der Tourist-Information gekommen. Das wichtige Ostsee-Meeting wurde gerettet, die Aufgabe des Rennvereins und der OSPA neu definiert und German Tote als Partner gewonnen. Ein neuer B-Plan soll einmal sichtbarere Veränderungen an dieser Stelle ermöglichen. Die gab es 2015 viele: Der B11-Teil des Kammerhofes füllte sich rasant mit Häusern, Norma baute und auch für den neuen B12-Teil stehen die Interessenten schon Schlange. Insgesamt rechnet man mit 5 Mio. Euro Gewinn, von denen man die 1,5 Mio. Schulden aus der Kammerhof-Pleite bezahlen und diese Akte endlich schließen kann. WIG und AWG haben neue Mehrfamilienhäuser gebaut und mit dem „Gala“ hat die Stadt ein neues Wohngebiet etabliert. Das Eikboom ist wieder gefragt und wird sich 2016 sichtbar füllen. Das Amtshaus ist gerettet, der Marstall soll folgen und für die Vitakost-Ruine und den Bahnhof könnte ein Aufbruch bevorstehen. Nicht zu übersehen sind der neue Kamp-Zaun, das Markt-Quartier und das neue Eckhaus an der Rostocker Straße. Am Moorbad sorgt der neue Eigentümer sichtbar für Ordnung. Manches sieht man nicht und nimmt es doch wahr: Das Münster schlägt wieder mit vier Glocken, der Lärm in der Innenstadt ist nicht weniger geworden, KITA kostet weniger, Bus, Molli und Trinkwasser mehr, der Mindestlohn schlägt durch und auch der Zustrom an Flüchtlingen bleibt nicht unbemerkt. Das Engagement ist groß, die Suppenküche hat einen Förderverein, der Brotkorb hingegen geschlossen und das Moritz auch. Nebenan gibt es große Pläne mit dem Kleinen Kamp und der Masterplan beschäftigt die Stadt. Das aber ist ein Blick nach vorn und den gibt es erst im Januar.

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