Nachrichten

Das Doberan-Marketing-Projekt der Jade-Hochschule: Schlechte Noten für die Internetpräsenz.

Was hat Kühlungsborn, was Bad Doberan-Heiligendamm nicht hat? Einen solchen Vergleich stellte eines der Teams der Jade-Hochschule Wilhelmshaven für das Doberan-Marketing-Projekt an. Auch die anderen hatten natürlich die Konkurrenz im Blick, als sie zusammen trugen, was die Stadt mit dem ersten deutschen Seebad so alles nicht hat: Der Tourismus hat keinen eigenen Auftritt im Internet und die Touristinformation ist nur ein Teil der städtischen Internetseite. Das an sich ist nicht für alle Teams ein Problem – der Tourismus sollte als wichtigste Einnahmequelle aber in den Vordergrund gestellt werden und stattdessen der Bürgerservice seine eigene Kategorie bekommen. Die jetzige Homepage finden die Studenten unfreundlich und unmodern, wobei ein Team meint, dass letzteres die Zielgruppe 50+ nicht stört. Gerade diese Zielgruppenspezialisierung stellt übrigens für viele Teams ein Problem dar. Die Homepage spricht aber die Touristen nicht direkt an, ist oft lückenhaft und die vielen Events machen die Liste unübersichtlich. Das Layout ist steif und veraltet und das Buchungstool hat gar keines, gibt nicht nur regionale Angebote aus und wirkt so unseriös. Das Bild passt sich nicht dem Bildschirm an, es fehlt Bewegung, z. B. Diashows. Es gibt keinen Newsletter und kein Customer Relations Management (CRM), also keine Versuche, Gäste ein weiteres Mal einzuladen. Das Logo ist nicht ansprechend und ohne Wiedererkennungswert. Bei wichtigen Erzeugnissen, wie dem Gastgeberverzeichnis, nutzt Bad Doberan die Dachmarke „MV tut gut“ und geht darin unter. „Der Auftritt in sozialen Netzwerken sollte begonnen werden“ sind sich die Studenten einig. Er stellt einen neuen Kommunikationsweg dar, denn Kunden berichten von ihrem Urlaub und verlinken Orte – das ist kostenloses Marketing. Auch die von Kühlungsborn und dem Grand Hotel genutzten Image-Videos oder Videobotschaften sind in Bad Doberan ein unbeschriebenes Blatt. QR-Codes finden sich im öffentlichen Raum ebenso wenig, wie routenführende Wegweiser. Ein Corporate Design gibt es nicht: Es gibt kein richtiges Marketinglogo und auch keine Hausfarbe. Ein Gestaltungsraster existiert nicht und somit keine ganzheitliche Corporate Identity. Logisch, dass man dann Corporate Communication (Außendarstellung) und Corporate Behavoir (Ausdruck der Identität über das Verhalten) auch vergebens sucht. Die Studenten fordern all das und ein touristisches Leitbild, das „allgemeingültig, vollständig, realisierbar und stimmig, klar formuliert und langfristig gültig“ sein muss – und zwar für Bad Doberan–Heiligendamm als eine touristische Einheit und zusammen mit allen touristischen Leistungsträgern. Die sind allerdings oft auf sich allein gestellt und zudem noch sehr unzufrieden mit der Arbeit der Tourismusinformation und der Stadtverwaltung. Wie sich das ändern soll, erfahren Sie am nächsten Samstag.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.