Nachrichten

Das Doberan-Marketing-Projekt der Jade-Hochschule: Nicht für die Schublade gemacht.

Sie waren das erste Mal hier zu Gast und betrachteten die Stadt mit den Augen von KurdirektorInnen: Die 28 StudentInnen aus dem Bereich Tourismuswirtschaft der Jade-Hochschule Wilhelmshaven um Prof. Dr. Enno Schmoll. Ihre Aufgabe war es nicht, eine Stadt zu retten, deren wirtschaftlicher Erfolg von ihrem bekannten Stadtteil abhängt und sie mussten auch kein Tourismuskonzept erstellen. Sie sollten erforschen, was derzeit im Tourismus möglich ist und wo die Touristinformation optimiert werden kann. Mit ihren Ideen und Entwürfen haben sie gezeigt, was mit wenig Geld und Aufwand machbar ist. Ob Park der Sinne, Barfußpfad, Lichterstadt, Zeitreise oder Erlebnisausflüge, ob Info-Molli, Touch-Kiosk, QR-Codes oder Schwanenpfad, ob Social Networking oder Werbeaktionen, ob Touristinfo im Rathaus, als Kunst-Touristinfo im Roten Pavillon oder modern in der OSPA-Filiale – alle Gedanken sind wertvoll für eine Stadt, die im Schatten bekannter Orte mit austauschbaren Angeboten eher die graue Maus ist. Die Studenten haben gezeigt, dass es nicht am Potenzial fehlt – dass man das älteste deutsche Seebad mit seiner Historie, Architektur und Landschaft gut vermarkten kann. Die Kloster-Geschichte funktioniert wegen des Engagements, obwohl das Thema längst nicht mehr einmalig ist. Für die Studenten sind wir aber nicht Münster-, sondern Mollistädter und es muss „Bad Doberan – Heiligendamm“ heißen, mit Bindestrich und einem Slogan, der vereint, statt trennt. Auch eine hohe Leistungsbereitschaft der Touristinfo erkennen die Studenten, jedoch attestieren sie der Stadt, dass ihr die wirtschaftliche Bedeutung und Wertschöpfung des Tourismus nicht bewusst ist. Außerdem ist die Zusammenarbeit zwischen den touristischen Leistungsträgern und der Touristinfo schlecht: Jeder macht sein Ding und es gibt kein gemeinsames Auftreten, kein Corporate Identity und nichts, das den Gast diesen einen Urlaubsort in der Masse wieder erkennen lässt. Ein Team äußert Unverständnis, dass ein früher erarbeitetes professionelles Marketingprojekt nicht umgesetzt wurde. Wenn Bad Doberan – Heiligendamm erfolgreich sein will, darf das nicht wieder passieren. Die Ideen von der Nordsee dürfen nicht in der Schublade verschwinden, denn sie können Grundlage für ein leitbildorientiertes professionelles Gesamtkonzept sein.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.