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Auf der Flucht: Woher kommen die Flüchtlinge nach Bad Doberan?

Sie kommen aus Syrien und der Ukraine und flüchten vor dem Grauen des Krieges. Zu tausenden strömen sie nach Europa, auf der Suche nach Sicherheit und einer wenigstens vorübergehenden Bleibe. Hier sind sie nicht willkommen, sie werden aus Unwissenheit oder auch absichtlich mit so genannten „Wirtschaftsflüchtlingen“ verwechselt. Nur 5% der derzeitigen Flüchtlinge kommen aus Krisengebieten, der Rest hat keinen Asylanspruch, denn z. B. Albanien ist ein „sicherer Staat“ und den Flüchtlingen droht i. d. R. keine politische Verfolgung oder ein ernsthafter Schaden. Ihre Probleme sind lösbar: Vor Ort und durch ein starkes Europa. Die Masse der Flüchtlinge bekommt also kein Asyl. Trotzdem sind die Menschen hier, haben Hunger und brauchen ein Dach über dem Kopf. Sie kommen, weil sie ein besseres Leben wollen und suchen den Weg über Ungarn in den reichen Teil Europas. Den Weg gingen auch viele DDR-Bürger – waren sie auch Wirtschaftsflüchtlinge? Mussten sie nicht andererseits – wer erahnte damals schon den Ausgang – bei einer Abschiebung Verfolgung fürchten? Nun ist unser Land vereint und das „Flüchtlingsproblem“ eines, das uns alle angeht. Zu uns nach M-V kommen 2% der gesamtdeutschen Flüchtlinge, so will es der Königssteiner Schlüssel. Nordrhein-Westfalen ist mit 21% Spitzenreiter, gefolgt von Bayern (15) und Baden-Württemberg (13). Die neuen Bundesländer sind mit drei bis fünf Prozent dabei, Sachsen und Berlin bilden die Spitze. Am wenigsten müssen Bremen und das Saarland (je 1%) aufnehmen. Hamburg nimmt 3% auf – der Schlüssel berücksichtigt auch Bevölkerungszahl- und dichte. Wo viele Deutsche leben, sind die Flüchtlinge nicht so unter sich, wie in dünn besiedelten Flächenstaaten. Im April gab es im Bund Bemühungen, Bundesländern das „Auslagern“ von Flüchtlingen in aufnahmebereite Flächenländer zu ermöglichen. Die Kosten trüge das schickende Bundesland. Innenminister Lorenz Caffier wandte sich dagegen und verteidigte den Königssteiner Schlüssel. Im Internet wurde kommentiert, man wolle die Flüchtlinge auf dünn besiedelte Gebiete verteilen, weil dort weniger Menschen wohnen und wenig Widerstand zu erwarten sei. Wie ist die Lage in Mecklenburg-Vorpommern? Wie viele Flüchtlinge erwarten wir, woher kommen sie und was geschieht hier mit ihnen? Das lesen Sie in den nächsten beiden Ausgaben.

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