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Die Unordnung mit der Raumordnung

Das Wort „Raumordnung“ geistert durch die Amtsstuben und verbreitet wie ein Gespenst Schrecken. In unserer Umgebung bekommen gerade Admannshagen-Bargeshagen und Satow die Auswirkungen des Raumordnungsplanes zu spüren, denn sie können nicht so viele Wohngebiete ausweisen, wie sie es gern möchten. Sinn der Raumordnung ist die planmäßige Ordnung, Entwicklung und Sicherung von größeren Gebietseinheiten zur Gewährleistung der dauerhaften Nutzung des Lebensraumes. Soziale und wirtschaftliche Ansprüche an den Raum sollen mit ökologischen Funktionen in Einklang gebracht und eine dauerhaft großräumig ausgewogene Ordnung erreicht werden, mit gleichwertigen Lebensverhältnissen in den Teilgebieten. Für Bad Doberan war diese Raumordnung auch schon ein Problem: Nach dem Scheitern der Ferienpark-Pläne auf dem Kammerhof konnte der B-Plan Nr. 12 nur entworfen werden, weil man sich mit Anno August Jagdfeld auf eine Überplanung des B-Planes Nr. 18 einigte. Statt Luxuswohnsitze in Heiligendamm und einfache Ferienhäuser auf dem Kammerhof kommen nun „einfache“ Wohnsitze auf dem Kammerhof und einmal Luxus-Ferienwohnungen in Heiligendamm. Hier macht der Tausch aus Tourismus-Sicht sogar Sinn. In Bargeshagen würde man gern auch vom Tourismus profitieren, scheitert aber an der Raumordnung. In Satow hingegen will man Häuslebauer anlocken, kann ihnen aber kaum noch Land bieten, weil man die in Schwerin und Güstrow bestimmten Prozente überschreitet. Hier ärgert man sich über das Konzept, zu dessen Mutter – dem Landesentwicklungsplan – auch die umstrittenen Vorhalteflächen für Windenergie auf der Ostsee gehören. Gerade diese lassen Zweifel aufkommen, ob man in den Amtsstuben überhaupt die Realität im Blick hat, wie der Badegast das Windrad auf See. Andererseits kann Ordnung auch nicht schaden, wie die ausufernde Bebauung mit Ferienwohnungen zeigt. In Kühlungsborn hat man von anderen Seebädern gelernt und will den Bau von Geisterstadtteilen nicht wiederholen. Börgerende komplettiert die ca. 2 ha große Rollladensiedlung und verbaut sich mit Ferienwohnungen seine Seebad-Pläne und die ländliche Idylle. Wer da als Gemeinde echten Wohnraum schaffen und dauerhaft Leute ansiedeln will, dies aber nicht kann, versteht natürlich die Welt nicht mehr.

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