Doppeltermin in Heiligendamm: Richftest und erster Spatenstich

EntwicklungsCompagnie Heiligendamm feierte Richtfest für Villa „Möwe“ und Ersten Spatenstich für die Sanierung der Villa „Seestern“. Weitere Sanierung und Neubau in der Genehmigungsphase

Nach langem Stillstand geht es nun schnell voran: Gerade Ende 2017 wurde das Richtfest für Villa „Greif“ gefeiert, nun hängt nebenan an der Villa „Möwe“ die Richtkrone. Doch bevor der Blumenkranz in die Lüfte schwebte, wurde erst einmal im Boden gegraben: Der erste Spatenstich für die vierte Sanierung in der Villenreihe namens „Perlenkette“ wurde gleich mit vollzogen.

Rund 100 Gäste folgten der Einladung der zur Jagdfeld-Gruppe gehörenden EntwicklungsCompagnie Heiligendamm (ECH) und anders als im vorigen Jahr schien diesmal die Sonne und es blieb trocken und windstill. Somit spielte sich diesmal alles in gemütlicher Athmosphäre in hellen Räumen mit Seeblick ab.

Die Augen der Gäste waren auf das Gerüst an der Villa „Möwe“ gerichtet, sodass Jagdfeld-Sprecher Dr. Christian Plöger die Aufmerksamkeit erst einmal auf die Fläche vor der Villa „Seestern“ richten musste. Denn bevor man Richtfest feiert, begeht man den ersten Spatenstich.

 

Erster Spatenstich für Vila „Seestern“

Heiner Zimmermann (l), Julius Jagdfeld (r)

Den 1. Spatenstich für die Sanierung der Villa „Seestern“ übernahmen Julius Jagdfeld und der kaufmännische Geschäftsführer der ECH, Heiner Zimmermann.

Der Spaten in den Händen Jagdfelds war besonders engagiert – er wollte gar nicht wieder raus aus dem Boden vor dem historischen Haus. Die Gäste applaudierten und spornten die beiden an: „Weitermachen!“

Das hat Symbolcharakter, denn nichts wünschen sich die Doberaner sehnlicher, als dass ihre „Weiße Stadt am Meer“ wieder in weiß erstrahlt und die grauen Schandflecken endlich verschwinden.

Auch darauf ging Julius Jagdfeld ein. Er nannte es diplomatisch „unterschiedliche Ansichten“. Tatsächlich entbrannte 2004 der erste Streit um Heiligendamm, der zwar offiziell durch die Ergebnisse aus einem Expertenkolloquium und einem Werkstattverfahren beendet wurde, aber jahrelang weiter schwelte. Auf dem Höhepunkt des Streits zog die IHK aus Sorge vor anhaltenden Negativschlagzeilen die Reißleine und drängte zu einer Mediation. Die erfolgte 2014 und dauerte keine drei Wochen, aber die Ergebnisse wurden erst 2015 umsetzbar.

Zwei Perlen strahlen bereits wieder

Eine der Vereinbarungen lautete, dass die ECH die Perlenkette bis 2021 sanieren muss. So recht hatte 2015 noch keiner geglaubt, dass sie das schafft, aber gerade brachten die Anleger ihr Geld in Sicherheit weg von Aktien und Edelmetallen und hin zu Immobilien. Heiligendamms Immobilien sind einmalig an der ganzen Ostseeküste. Jede ist über 150 Jahre alt, steht direkt am Strand und dazu noch neben dem einzigen 5-Sterne-Strand-Hotel-Resort des Landes. Kaum durfte Jagdfeld wieder, holten seine Architekten die fertigen Pläne für Villa „Greif“ aus den Schubladen, wurden Ausschreibungen gemacht und Aufträge verteilt. Ende 2017 war dann Richtfest für Villa „Greif“ und zugleich ein emotionales Wiedersehen all jener, die sich durch den jahrelangen Stillstand aus den Augen verloren hatten. Damals regnete es in Strömen und Julius Jagdfeld zitierte seinen Vater beim Richtfest für das Grand Hotel im Jahr 1997: „Der Himmel weint Freudentränen“.

Diesmal weinte der Himmel nicht. Der Himmel war so hellblau, wie das Meer und die Sonne schien sanft auf die Weiße Stadt. Hier machte Jagdfeld jr. Also sein Versprechen von 2017 wahr und startete die Sanierung der vierten Villa der Perlenkette.

Villa wurde in den 20ern zum eigenen kleinen Hotel

Die Villa Seestern war früh ein besonderes Gebäude. Sie wurde 1856/57 im Auftrag des Großherzogs Friedrich Franz II. nach Entwürfen des Architekten Theodor Krüger als Logierhaus gebaut, aber in den 1920ern zu einem eigenen kleinen Hotel mit Frühstücksraum, Büffet, Café, Speisezimmer und Lesezimmer umfunktioniert. Als „Hotel Seestern“ schmückte sie fortan Postkarten.

Die Villa bleibt besonders, denn sie bekommt über das ganze Dachgeschoss hinweg mit 185,6 qm die bisher größte Wohnung der „Perlenkette“. Optisch erinnert die Villa am Ostseestrand an englische Landhäuser, aber auch schweizerische Stilelemente sind bei den Holzornamenten zu finden.

Zu DDR-Zeiten gehörte die Villa zum Sanatorium für Werktätige und hieß „Walther-Rathenau-Haus“. Bis 1996 wurde das Haus von der Ostseeklinik genutzt, ehe diese in die MEDIAN-Klinik umzog. Seitdem stand es leer und wurde mit Klimaanlagen erhalten, während sich Stadt und Investor um die Zukunft Heiligendamms stritten. Nach der Mediation ist dies nun die vierte Villa der Perlenkette, die im alten Glanz erstrahlen wird. Nach ihr sind es nur noch drei – sie markiert also den Punkt, an dem mehr als die Hälfte geschafft ist. Ebenfalls fertig saniert sind zwei der drei Cottages im Hotelpark.

 

Sanierung der Kolonnaden und Bau der „Ensemble-Villa“

Bald ganz in weiß: Kolonnaden und Villen “Möwe” und “Seestern”

Doch Julius Jagdfeld hatte noch weitere gute Nachrichten parat. Vor einem Jahr kündigte er an, dass für die Kolonnaden und die Villa „Seestern“ die Planungen laufen.

Nun, da der Sanierungsbeginn der Villa gefeiert wird, konnte er auch die Sanierung der Kolonnaden verkünden. Die Anträge sind eingereicht und müssen nur noch rechtzeitig genehmigt werden, um nicht während der Saison bauen zu müssen.

Das versäumte Jagdfeld auch nicht zu erwähnen, glauben doch durch Fakenews ohnehin schon genügend Leute, der Investor wolle gar nicht sanieren, sondern verfallen lassen und neu bauen. Die Villa „Großfürstin Marie – Perle“ wurde dafür gern als Beispiel genommen, denn sie wurde 2007 abgerissen und 2010 neu aufgebaut. Das war schon 2004 so genehmigt worden – nun aber rückte Jagdfeld ganz davon ab und saniert auch die beiden Abrisskandidaten „Möwe“ und „Schwan“ im Bestand.

Links von den Kolonnaden: Neubau der Ensemble Villa

Die Nachfrage ist größer, als das Angebot und so soll auch die „Ensemble-Villa“ schon gebaut werden. Hierbei handelt es sich um eine Villa mit acht bis zehn privaten Wohnungen mit Wohnflächen zwischen 70 und 180 qm, Terrassen, Balkonen, Kellergeschoss und einer gemeinschaftlichen Dachterrasse. Sie ist Teil der Schließung der städtebaulichen Lücke zwischen den Kolonnaden und dem Prinzessin-von-Reuß-Palais. Bis 2007 standen hier nur ein kleines Posthaus und ein kleiner Garagenkomplex.

Die Ensemble-Villa ist ein Ergebnis des Werkstattverfahrens im Jahre 2004, bei dem die Planer der Stadt und der Investorengruppe eine gemeinsame Linie für den Ausbau Heiligendamms zum Luxus-Seebad suchten. 

Auch hier geht es los, sowie die Genehmigungen erteilt werden und wenn das noch im Winter geschieht, steht Ende nächsten Jahres wieder ein Richtfest an – vielleicht im Doppelpack.

Richtfest für Villa „Möwe“

Richtkrone, Richtspruch und Einschlag des letzten Nagels erfolgten bei Kaiserwetter

Das Richtfest war an diesem Freitag der eigentliche Renner.

Die Gäste saßen nicht nur bei Eintopf oder Wurst, Kaffee, Sekt und Wein an den Tischen und genossen den Blick auf die Promenade und die Ostsee, sondern waren im ganzen Haus unterwegs.

Da die Decken der Villa komplett neu aufgebaut werden mussten, war das diesmal ganz ungefährlich.

 

Wiederhergestellt: Große Rundbogenfenster und Loggien

Für besonderes Interesse sorgten die beiden Turmzimmer und die großen Loggien an der Rückseite – beides war zu DDR-Zeiten verschwunden und wurde originalgetreu wiederaufgebaut.

Dadurch erhält die Villa im Schweizer Stil erst ihren ursprünglichen Charme zurück, der bis jetzt kaum noch zu erahnen war.

 

Luftbild von der Sanierung

Die eigentliche bauliche Meisterleistung an der Villa versteckt sich unter der Erde. Lange Zeit tat sich scheinbar nichts auf der Baustelle. Das lag aber daran, dass man das, was sich tat, von Weitem nicht sehen konnte.  Villa „Möwe“ hat nachträglich einen für die Versorgung, Lagerräume und den Zugang zur geplanten Tiefgarage nötigen Keller bekommen, wozu das Haus auf Stelzen gesetzt und komplett neue Wände unter die bestehenden Mauern gemauert wurden.

Darin hat die ECH Erfahrung: Das Mariencottage im Hotelpark hatte auch nachträglich eine wasserdichte Wanne bekommen. Was das für die Baukosten bedeutet, kann man sich denken und somit sind die Quadratmeterpreise um 15.000 Euro auch nachvollziehbar.

Alte Wasserleitungen im originalen Gemäuer

Viele alte Dinge gab es noch zu entdecken: Alte Rundbögen, alte Holzbalken und Stützen, das originale Mauerwerk und sogar Reste alter Wasser- und Stromleitungen.

Dazwischen gibt es dann ganz viel Bewehrungsstahl, rote Dämmsteine, Beton und auch einige Neuerungen, wie einen Fahrstuhl über alle Etagen und modernste und umweltfreundliche Technik.

Bis die einzieht, werden noch einige Monate vergehen. Nun wird das Dach gedeckt und werden die Fenster und Türen eingesetzt und dann kann der Innenausbau starten. All das geschieht vor den Augen der Besucher der bald wieder ganz weißen Stadt am Meer.

 

Übrigens: Auf der Facebook-Seite @erstes-seebad gibt es ein paar Bilder und Videoclips vom Richtfest:

https://www.facebook.com/dostal.one/media_set?set=a.1883351651719152&type=3

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