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Fußgänger im Baustellen-Stress

Die Saison beginnt und in Bad Doberan wird gebuddelt und gebaut. An sich nichts Neues, aber diesmal betrifft es keine Nebenstraße, sondern die Hauptverkehrsader durch die Stadt. Es ist jetzt auch keine Straße „weggefallen“, wie es zuletzt bei der Sanierung der Goethestraße und der Sperrung der August-Bebel-Straße der Fall war. Die Fahrspur wurde nur versetzt.

Für Autofahrer ist das abgesehen vom schlechten Zustand der Fahrbahn kein Problem – sie müssen halt langsam fahren. Den Ärger haben die Fußgänger, denn der Fußgängerüberweg wurde vorerst ersatzlos gestrichen und es ist schwer, zwischen Kamp und Alexandrinenplatz die Straße zu überqueren. Den Umweg über die Ampeln mag nicht jeder nehmen. Das ist nicht immer Faulheit. Oft ist die Zeit in den Pausen oder nach Schulschluss zu knapp und der Bus hält nun nicht mehr vor der Tür. Aber es sind nicht nur die jungen Leute, die in Stoßzeiten genervt am Straßenrand stehen.

Auch die Alten, von denen viele hier leben, warten oft verzweifelt, denn sie brauchen so schon länger, um über die Fahrbahn zu kommen. Wenn keiner anhält, bleibt nur der Umweg. Als Einheimischer arrangiert man sich und denkt inzwischen rechtzeitig daran, die Straße an einer Ampel zu überqueren.

Touristen sehen diese nicht und stehen verwirrt am Baustellenzaun. Vielleicht fällt den Verantwortlichen noch etwas ein, um es den Passanten etwas einfacher zu machen. Wenn alles fertig ist, denkt freilich keiner mehr an die Ärgernisse.

Der „Kleine Kamp“ – der eigentlich gar nicht so heißt, sondern auch die Adresse „Alexandrinenplatz“ hat – wird zwar abgesehen von einem neuen Pflanzbeet keine grünere Oase werden, als vorher, aber mehr Sitzmöglichkeiten, Abfallbehälter, Fahrradbügel, eine Infostelle und eine sparsame LED-Beleuchtung bekommen. Der Brunnen soll rekonstruiert werden, allerdings aus denkmalschutzrechtlichen Gründen nicht nach historischem Vorbild, sondern so, wie er zur DDR-Zeit gebaut wurde.

Das ist aber noch nicht der letzte Bauabschnitt: Die Baustelle wandert weiter, denn auch der Bereich zwischen Molli- und Kröpeliner Straße, die Straßen „Am Kamp“ und August-Bebel-Straße und die Kreuzung an den Schulen warten noch auf Sanierung.

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