Luftbild von der Backhausmühle - Wirtschaftsruine Vitakost Bad Doberan

Klosterverein übergibt 180.000 Euro aus Spenden für neues Dach

Das Spendentöpfchen hier, die Eintrittskasse da – über Jahre hat der Verein der Freunde und Förderer des Klosters Doberan Spenden „für ein neues Dach für ein neues Leben“ gesammelt. Die Erlöse von Veranstaltungen, wie dem Klostermarkt gingen in den Spendentopf. Zahlreiche Bürger haben kleine und große Beträge gespendet. Dadurch kam eine bemerkenswerte Summe zusammen: 180.000 Euro.

7,5 Millionen Euro kostet die Erneuerung der am 8. März 1979 durch Brandstiftung zu einer Ruine ausgebrannten Backhausmühle – dem Wirtschaftsgebäude des Zisterzienserklosters Doberan. Fünf Millionen Euro gibt es aus Fördermitteln.

Da die Förderbedingung eine „nutzungsneutrale Sicherung der Bausubstanz“ ist, kann man nicht sagen, was genau unter dem neuen Dach einziehen wird. Es gibt Ideen, aber kein endgültiges Nutzungskonzept. Das heißt auch, dass man das Gebäude so sanieren wird, dass es vielfach nutzbar sein wird. Man kann also damit das machen, was man wirklich gerade braucht und legt sich nicht jetzt schon auf eine Nutzung fest, die vielleicht später gar nicht mehr benötigt wird und ein Stein am Bein ist.

Zwei Millionen Euro beträgt der Eigenanteil der Stadt. Mit der Übergabe der 180.000 Euro durch den Klosterverein reduziert sich diese Summe und bleibt der Stadt ein Puffer für Überraschungen, die sich gerade in diesen Zeiten ergeben können. Die Kosten sind auf 7,5 Mio Euro gedeckelt. Kommt es zu Preissteigerungen, wird also nicht mehr bezahlt, sondern weniger gemacht. Die Kontrolle und das letzte Wort haben hier die Stadtvertreter, die in einem langen und nicht einfachen Prozess am Ende Stellung für eine Wiedernutzbarmachung der langjährigen Ruine an Stelle immer wiederkehrender Sicherungsarbeiten bezogen haben.

Zunächst wird man noch gar nicht so viel von den Arbeiten sehen. Es müssen Alternativen für Tiere geschaffen werden, die in der Ruine zuhause sind und diese müssen behutsam vergrämt werden. Das wird in Form von Flatterbändern geschehen. Den Fledermäusen sollen auf dem Buchenberg zwei ausrangierte Wasserspeicher als neues Zuhause angeboten werden. 

Anschließend wird der südliche Gebäudeteil mit der Mühle saniert. 2023 ist der Hauptteil an der Reihe und bis 2026 dauern dann die Arbeiten am gesamten Gebäude an. In dieser Zeit werden auch Nutzungen erarbeitet. Auf jeden Fall wird es hier öffentliche Toiletten geben. 

Der Verein der Freunde und Förderer des Klosters Doberan wird eine neue Spendenaktion ausrufen – für die Unterstützung der Stadt bei der weiteren Ausbauphase und der zukünftigen Nutzung der Klosteranlage für die Bürgerinnen und Bürger.

Foto: M. Sander

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