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Strand-Shuttle fährt an Sommerwochenenden nach Heiligendamm

Im Juli und August pendelt an den Wochenenden ein Bus zwischen Bad Doberan und Heiligendamm. Es ist ganz offiziell ein Strand-Shuttle und sogar kostenlos. Wann der Bus von wo abfährt und warum die Stadt nicht ganz freiwillig 18.000 Euro in diesen Service investieren muss.

 

Strand-Shuttle fährt nur an Wochenenden

Das Strandshuttle kann bis zu 20 Personen mitnehmen. Es fährt nur vom 2. Juli bis 28. August 2022 und nur an Samstagen und Sonntagen. Die erste Tour beginnt um 9 Uhr am ZOB in der Beethovenstraße in Bad Doberan. Zwei Minuten später hält der Bus in der Severinstraße in der Nähe des Rathauses, gleich danach in der Goethestraße am Molli-Haltepunkt und schließlich am Ende der Goethestraße an der Bushaltestelle für das Ärztehaus. Zuletzt hält der Bus noch einmal in der Dammchaussee am Ostseewohnpark und dann an der Rennbahn. Um 9:20 Uhr kommt er dann in Heiligendamm an. Er soll in der Seedeichstraße in der Nähe zum Blauen Rettungsturm halten. Um 9:30 Uhr geht es dann dieselbe Haltestellen-Strecke zurück und um 9:50 Uhr ist der Bus wieder am ZOB. 

Der letzte Bus fährt um 19 Uhr zum Strand und der letzte aus Heiligendamm um 19:50 Uhr zurück. Unter der Woche fährt die Linie 121 als Alternative, die aber dann kostet – und sei es die 9 Euro für das 9-Euro-Monatsticket. Auch für den Molli gilt das 9-Euro-Ticket, was aber eher noch dazu führen wird, dass man dort keinen Platz mehr kriegt. Schließlich wollen jetzt alle mal Molli fahren.

 

Wie man den Strandbus im P+R nutzen kann

Am ZOB gibt es kostenpflichtige Parkplätze, die man per Easypark-App bezahlen und auch bequem am Strand die Parkzeit vom Handy verlängern kann, wenn man noch nicht zurück möchte. Im Kloster gibt es zeitlich begrenzte Parkplätze – die Hin- und Rückfahrt und der Strandbesuch dürfen zusammen nicht länger als 2 Stunden dauern. Am Drümpel kann man kostenlos und ohne Zeitbegrenzung parken, muss dann aber zum ZOB laufen. 

Richtig kostenlos wird es, an der Rennbahn auf dem großen kostenlosen Parkplatz zu parken und dort in den Strand-Bus zu steigen. Notfalls kann man die 3 Kilometer von Heiligendamm zum Auto auch in einer halben Stunde zu Fuß laufen, wenn man nicht gerade Kind und Kegel dabei hat.

Mit Kind und Kegel macht sich ein Bollerwagen (gibt es auch faltbar bei Amazon) sehr gut. Größere Kinder schaffen die Strecke von der Rennbahn oder auch von Bad Doberan nach Heiligendamm auch mit dem Fahrrad. Fahrradträger gibt es nicht nur für die Anhängerkupplung (z.B. bei Amazon), sondern auch für die Kofferraumklappe (z.B. bei Amazon). Wer nicht gern strampelt, greift zum E-Scooter mit ABE (z.B. bei Amazon).

 

Kostenfreier Service kostet der Stadt 18.000 Euro

Die Fahrgäste zahlen für die Busfahrt nichts und brauchen auch kein 9-Euro-Ticket. Sie steigen ein, bekommen einen Fahrschein und fahren mit. Die Stadt übernimmt die 18.000 Euro für diesen Service. So haben es die Stadtvertreter beschlossen. 

 

Stadt reagiert damit auf Parkplatzproblem

Der Strandshuttle ist kein neuer Bäderbus und auch nicht wirklich ein neu erfundenes Serviceangebot, um bei Touristen zu punkten. Der Grund für diese Idee ist ein anderer: Im Januar hat die EntwicklungsCompagnie Heiligendamm mit dem Neubau der Villa „Klingler“ hinter der Villenreihe begonnen und musste die an dieser Stelle aufgestellte Baustelleneinrichtung für die Sanierung der Kolonnaden und Villen verlegen. Der Schotterplatz neben der Seedeichstraße gehört ihr seit 1997, aber sie hat der Stadt über all die Jahre ermöglicht, dort einen öffentlichen Parkplatz zu betreiben oder betreiben zu lassen. 

Auf diese Fläche ist nun die Baustelleneinrichtung umgezogen und da noch zwei Villen zu sanieren sind, werden auch zwei weitere Baustelleneinrichtungen dorthin umziehen. Der Parkplatz für das Restaurant „Medinis“ am Rande der Baustelleneinrichtung bleibt bestehen. So sind aber 60 bisher öffentlich genutzte Parkplätze weggefallen. Hinzu kommt ein weiterer Wegfall von Parkplätzen an der Seedeichstraße in Höhe des des geplanten 2. Bauabschnitts des Strandzentrums. Die Fläche gehört dem Investor des Strandzentrums und wird mit einer Gestaltung aus Eingangsbereichen und Terrassen überbaut.

Weitere Parkplätze können in Heiligendamm am Strand nicht entstehen: Der Saisonparkplatz war eine absolute Ausnahme und darf in keine Richtung mehr wachsen (auch nicht nach oben). Neben der Seedeichstraße befindet sich ein Naturschutzgebiet. Die Verwaltung wurde beauftragt zu prüfen, ob dort Parkplätze entstehen dürfen, rechnet aber nicht mit einer Zusage. 

Im Hinterland gibt es den Waldparkplatz, der aber nicht angenommen wird und auch dann noch zu mehr als die Hälfte leer steht, wenn sich vorn am Deich die Autofahrer um die letzten Parkplätze keilen. Da man nicht mehr Parkplätze schaffen kann, müssen weniger Autos nach Heiligendamm kommen. Eine Option ist die Verdoppelung der Parkgebühren auf 1 Euro pro Stunde. Vorgeschlagen waren 2 Euro, was die Stadtvertreter aber ablehnten – zum Vergleich: In Kühlungsborn zahlt man 3 Euro. Diese Option wurde gezogen und der Waldparkplatz soll besser ausgeschildert werden.

Die zweite Option ist, die Menschen in die ÖPNV zu bringen, damit sie ihr Auto stehen lassen. Mit dem Molli war das nicht zu machen, da sie in der Saison ohnehin genug ausgelastet ist und die Übernahme der Kosten für die Stadt zu teuer geworden wäre. Rebus hat schon beim Citybus Professionalität bewiesen und realisiert den Strand-Shuttle.

 

Stadt ist offen für Ideen.

Die Stadt schaut sich den Bedarf an und ist bereit, das Angebot zu erweitern oder optimieren. Bürgermeister Jochen Arenz rief bei Facebook dazu auf, Ideen mitzuteilen. Denn noch weiß man nicht, wie das Angebot angenommen wird. Vielleicht ist der Bus schon an der Rennbahn so voll, dass keiner mehr zusteigen kann – vielleicht kommen morgens noch gar nicht so viele Leute. Darauf möchte man reagieren können.

 

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