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Moor, Moder, Müll und Mehr: Investor macht Moorbad-Gelände dicht.

Nach schriftlicher Aufforderung zur Müllbeseitigung schließt Moorbad-Investor den Weg am Moorbad wieder.

Seit Jahren ist das Moorbad-Areal eine einzige Müllkippe. Bisher kümmerten sich die verschiedenen Eigentümer kaum um die Beseitigung. Als David Corleis das Moorbad 2015 erwarb, musste er erst einmal den Müll beseitigen – nach eigenen Angaben 40 Container voll. Der Erfolg war sichtbar, hielt aber nicht an. Um den Bürgern einen Gefallen zu tun, ließ der Investor den Weg vom Moorbad zum Stülower Sportplatz offen, sodass Sportler zu ihrem Sportplatz, Kleingärtner zu ihren Gartenanlagen, Flüchtlinge zu ihrer Unterkunft, Besucher zur Sommerrodelbahn und Spaziergänger am Mühlenteich entlang laufen konnten. Bald jedoch sammelte sich wieder viel Müll bis hin zu Bauschutt und Unrat.

Engagierte Bürger sammelten Müll auf, hatten aber dann Probleme mit der Entsorgung, denn die Papierkörbe reichten nicht aus und an die Straße gestellte Säcke wurden vom Bauhof ignoriert. Also wurde das Ordnungsamt als übergeordnete Stelle informiert und von dort ging ein Schreiben an Corleis, das ihn zur Müllbeseitigung auffordert und mit dem Umweltamt droht. Corleis sieht die Stadt in der Pflicht, da der monierte Müll sich am Weg befindet, der von der Stadt genutzt wird, was seiner Auffassung nach unter Nießbrauch fällt. Da sich Stadt und Investor in der Sache nicht einig wurden, schloss David Corleis sein Grundstück wieder komplett, also auch den Weg. Bei Facebook entschuldigt er sich für diesen Schritt und den Müll und bittet um Verständnis.

 

Kommentar: Zäune gegen Unvernunft

Moorbad, Chemiefabrik, Stülower Weg… Bad Doberan hat gleich mehrere solcher illegalen Müllkippen. Es ist sicherlich nicht so, dass jeder Doberaner seinen Müll und Schutt dort hin bringt und wenn man sich den Müll so ansieht, scheinen es nicht einmal nur Doberaner zu sein. Es sind wahrscheinlich wenige, aber immer gleiche Täter, denen es die Bürger nun zu verdanken haben, dass der Grundstückseigentümer das macht, was jeder von uns tun würde: Dicht. Für David Corleis ist es die beste Lösung, denn solche Vorschläge, wie Überwachungskameras führen letztlich auch zu nichts. Für die Stadt und ihre Bürger und Gäste ist es natürlich keine schöne Lösung. Bleibt zu hoffen, dass Vernunft einkehrt und uns dieser Weg eines Tages wieder offen steht. Denn Zäune gegen Unvernunft haben wir in unserer Stadt schon genug.

 

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