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Nur Schwarz und Weiß in Heiligendamm: Versöhnen, statt spalten.

Die letzten Wochen zeigen, dass es zum Thema „Heiligendamm“ nur zwei Meinungen gibt: Entweder ist man „Helfer des Investors“ oder sein „Gegner“. Eine Mitte wird nicht akzeptiert, die Fronten sind ausgemacht und alle wissen, was zu tun ist: Den anderen „beharken“. Das zieht sich durch alle Ebenen vom Bürger, der als Wähler mit einer der „beiden“ Gruppen sympathisiert, über Händler, Dienstleister und Gastgeber, von denen einer mit der Investorengruppe zusammenarbeitet und der andere nicht, bis hin ins Rathaus, wo nur „Pro“ und „Contra“ zählen. Selbst Lokalzeitungen haben sich darauf eingestellt, lassen ihre Mitarbeiter „Pro“ und „Contra“ kommentieren oder stellen Leserbriefe gruppiert gegenüber, um die Meinungen fair aufzuteilen. Wirklich weiter gebracht hat uns diese Zerrissenheit nicht: Während binnen drei Jahren das Ensemble Heiligendamms saniert wurde, hat die Stadt trotz Interessenten im zwölften Jahr noch keine Strandversorgung realisiert. Zuletzt gab es Streit unter einigen Stadtvertretern und so geht Deutschlands ältestes Seebad auch dieses Jahr nur mit Buden und Wagen an zu eng bemessenen Schotterparkplätzen in die Saison. Auch die offensichtlichste Baustelle in der Weißen Stadt am Meer musste lange warten: Die 2004 angestrebten B-Plan-Änderungen wurden erst 2009 – nach einem Wechsel der Mehrheiten im Rathaus – genehmigt und seitdem wächst Villa „Perle – Großfürstin Marie“. Kaum in Fahrt, wurde der Zug gestoppt: Die Verkäufe der Villen an mit der Entwicklung beauftragte Dritte wurden durch monatelange Diskussionen im Rathaus verzögert. Zwar war überwiegend der ehemalige Bürgermeister für die Ursachen verantwortlich aber letztlich wurde die Diskussion von Stadtvertretern und Medien aufgebläht. Am Ende stand die Hotel-Insolvenz. Unsere Gäste und Investitionswillige reagieren mit Unverständnis darauf, dass sich die Stadt so viel langsamer als seine Umgebung entwickelt und suchen die Schuld nicht bei denen, die funktionierendes vorweisen können, sondern bei denen, die es nicht können. Damit fällt die Zerrissenheit uns allen auf die Füße, denn für alles, was wir nicht schaffen, sind wir vom Bürger über den Gewerbetreibenden bis hin zum Politiker selbst verantwortlich. Grund genug, damit aufzuhören und endlich Gemeinsamkeiten zu suchen.

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