Nachrichten

Stadtvertretersitzung vom 4. April: Jahrmarkt der Eitelkeiten.

Der Blick auf die lange Tagesordnung zur Stadtvertretersitzung ließ erahnen, dass es hoch her gehen wird. End- und ergebnislose Diskussionen von längst in Ausschüssen durchgearbeiteten Themen kennt man von den Sitzungen schon und dass Sacharbeit oft zu kurz kommt, merkt der Bürger selbst. Das ist kein Wunder, denn selten geht es um eine Sache. Das beste Beispiel lieferte dieser Montagabend: Guido Lex setzte einen Antrag auf die Tagesordnung, in dem er die Öffnung des derzeit zum Grand Hotel gehörenden Hotelparks fordert. Die Verwaltung hatte klargestellt, dass es dafür keine Grundlage gibt und das Grand Hotel äußerte Befremden über die öffentliche Nutzung ihrer Ruhe- und Rückzugszone. Darum – also um die Sache – ging es in der nun folgenden langen Diskussion nur am Rande. Lex war vor nicht langer Zeit selbst Stadtvertretervorsteher, fiel durch seine herrische Art und den respektlosen Umgang mit Stadtvertretern und Gästen auf und sollte abgewählt werden. Er legte sein Amt nieder, verließ auch im Streit den Bürgerbund und zog im Dezember mit der neu gegründeten „Unabhängigen Doberaner Initiative“ in das Rathaus ein. Es ist kein Geheimnis, dass einige Stadtvertreter zwar die Fachkenntnis des Berufsrichters schätzen, die Mehrheit ihn aber nicht mag. Die nun folgende Abstimmung verdeutlicht dies: Der Antrag wurde abgelehnt. Wie gewohnt schlüpfte Lex in seine Richter-Rolle, verteilte Beschuldigungen und Vorwürfe. Kurios: Nun brachte der Bürgerbund eine Vorlage ein, die regulär auf der Tagesordnung stand, ebenfalls die Öffnung des Hotelparks für alle fordert und darüber hinaus einen Rad- und Wanderweg über das Hotelgelände in den Hotelpark. Es gab Einwände, denn dazu muss für viel Geld der B-Plan geändert werden. Außerdem wären Enteignungen zu entschädigen. Fragen an die Verwaltung zur finanziellen Machbarkeit wurden schweigend beantwortet, wir erinnern uns, dass Strandzentrums-Investor Klaus König die für sein Projekt nötige B-Plan-Änderung auch mit Hinblick auf die leere Stadtkasse abgelehnt wurde. In Sachen Bürgerbund-Antrag war es nun wieder Lex, der das Wort ergriff und für deren Vorlage kämpfte. Der Bürgerbund ließ Lex für sich reden. Rein logisch hätten die Stadtvertreter diese mit der von Lex inhaltlich identischen Vorlage ablehnen müssen – auch mit Hinblick auf die hier noch viel höheren Kosten. Sie stimmten aber mehrheitlich zu. Weil eben nicht „UDI“ oder „Guido Lex“ oben drüber stand, sondern „Bürgerbund“. Fazit: Mit persönlichen Eitelkeiten Zeit und Steuergeld verschwendet, nichts zur Sache getan, denn die Hotelpark-Umwandlung bringt Heiligendamm nicht voran, sondern ist Wählerfang und Selbstprofilierung auf Kosten des Grand Hotels, der ECH und der Median-Klinik. Und der Bürger selbst, denn die zahlen die Rechnung.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.