FAQ

Wem gehört was das Grand Hotel Heiligendamm?

Das Grand Hotel mit den Häusern „Grand Hotel“, Haus „Mecklenburg“, dem Kurhaus, dem Severin-Palais, der Burg „Hohenzollern“, der Orangerie, dem Haus „Brahn“ und dem Wirtschaftsgebäude gehört seit 2013 der Grand Resort Heiligendamm GmbH & Co. KG aus Hannover. Komplementär ist die Grand Resort Heiligendamm Verwaltungsgesellschaft mbh mit gleicher Anschrift. Geschäftsführer ist Paul André Morzynski. Das Unternehmen ist Teil eines Unternehmensgeflechts von Paul Morzynski. Darum sagt man allgemein, das Grand Hotel gehört Paul Morzynski.

Von der Eröffnung im Jahr 2003 bis zur Insolvenz im Jahr 2012 gehörte das Gand Hotel der FUNDUS Fonds Nr. 34 Grand Hotel Heiligendamm GmbH & Co. KG, einem Unternehmen der Jagdfeld-Gruppe von Anno August Jagdfeld. Die etwa 1900 Anleger des geschlossenen Immobilienfonds waren quasie die Eigentümer des Grand Hotels, man sagt allgemein aber, es gehörte Anno August Jagdfeld.

Betrieben wurde das Grand Hotel von 2003 bis 2009 durch die Kempinski-Gruppe, von 2009 bis 2012 durch die Grand Hotel Heiligendamm GmbH & Co. KG innerhalb der Jagdfeld-Gruppe und seit 2013 durch die Grand Resort Heiligendamm GmbH& Co. KG, zur Familie Morzynski gehörend. Von 2012 bis 2013 war Jörg Zumbaum Insolvenzverwalter des Grand Hotels.

Wechselhafte Geschichte mit vielen Eigentümern

In der Geschichte gab es mehrere Eigentümer, aber auch Generalpächter. Der Grund und Boden gehörte von 1793 bis 1873 zum Domanium der Herzöge bzw. Großherzöge von Mecklenburg (-Schwerin). Großherzog Friedrich Franz II. verkaufte den Großteil des Bades 1873 an Baron Otto von Kahlden, der zwischenzeitlich eine Aktiengesellschaft gründete, dann aber die Mehrheitsanteile erwarb und Alleineigentümer wurde.

Unter dem Baron entstand das Haus „Grand Hotel“, das später zum Namensgeber für den ganzen Hotelkomplex wurde. „Grand Hôtel“ ist französisch und heißt nichts weiter, als „Großes Hotel“.

Nach dem Tod Otto von Kahldens im Jahr 1899 übernahm sein Sohn Rudolf von Kahlden das Bad, verkaufte es aber 1911 an Walter John, der im selben Jahr Konkurs anmeldete. Ein Lübecker und Hamburger Konsortium aus den Hauptgläubigern kaufte das Bad, um die Hypotheken zu retten und betrieb es in Form einer GmbH weiter. Kurzzeitig wurde Heiligendamm 1918 durch die Räte besetzt, die sich aber nicht über die Zuständigkeit einigen konnten und der GmbH das Bad und dem Großherzog die Cottages wiedergaben. Durch den 1. Weltkrieg und die Inflation geriet die GmbH in Schwierigkeiten und nachdem 1920 auch Bestrebungen zur Wiedervereinigung Heiligendamms mit Doberan scheiterten, gerieten die Aktien in den Abwind und das Bankhaus Louis Wolff KG als Mehrheitsaktionär ging insolvent.

1925 kaufte Baron Oskar Adolf Rosenberg das Bankhaus und wurde somit im Hintergrund Eigentümer Heiligendamms. Die Geschäfte wurden weiterhin von der Ostseebad Heiligendamm GmbH betrieben. Das Bad wurde 1936 zum KdF-Bad, womit die Ära als Grand Hotel endete. Im Folgejahr waren Adolf Hitler und Benito Mussolini, Joseph Goebbels und weitere Nazi-Größen zu Gast. 

Die Wehrmacht beschlagnahmte 1939 Heiligendamm und erklärte es zum Reservelazarett. Baron von Rosenberg wurde in seiner Villa tot aufgefunden und drei Tage danach sein Vermögen über die Dresdner Bank als einer der Hauptgläubiger veräußert. Im Zuge der Beschlagnahmung nahmen sich Gauleiter Friedrich Hildebrandt die Villa „Adler“ und der Flugzeugbauer Ernst Heinkel die Villa „Sporn“, die er umbenannte in „Eikboom“. Beide Häuser wurden von Baron von Kahlden gebaut. Auch das Haus „Bischofsstab“ wechselte Name und Besitzer. Der Kameradschaftsbund deutscher Polizeibeamter benannte es in „Haus Doberan“ um. 

Ursprünglich sollte in Heiligendamm eine Eliteschule neu gebaut werden. Durch den Kriegsbeginn verzögerte sich dies, sodass die Reichsmarine das Bad für 1.700.000 Mark kaufte. Mit dem Geld wurden die Gläubiger befriedigt. Der Generalpächter Günther Siegert wechselte nach Prag und kaufte das „Alcron“. Das ehemalige Grand Hotel wurde Reichskadettenschule der Reichsmarine und erhielt 1942 einen dunklen Tarnanstrich.

Ab 1943 dienten große Teile Heiligendamms auch als Flüchtlingsunterkunft, bevor der Ort 1945 kampflos übergeben wurde. Die Sowjetische Militäradministration (SMAD) deklarierte Heiligendamm als herrenloses Gut und verfügte auf Grund des Potsdamer Abkommens die Sprengung Heiligendamms, wogegen sich die in der Entstehung befindliche DDR-Regierung wandte und stattdessen die Gebäude wiedernutzbar machte.

Von 1949 bis 1990 war das Grand Hotel der Hauptteil des Sanatoriums für Werktätige und 1990 wurde das Sanatorium für Werktätige Heiligendamm zur Ostseeklinik Heiligendamm. Mit dem Verkauf des 26-Häuser-Pakets durch die Treuhand Ende 1997 ging die Ostseeklinik in der MEDIAN-Klinik auf und die Immobilien gingen an die FUNDUS-Gruppe von Anno August Jagdfeld. Er erweckte das Grand Hotel Heiligendamm wieder als Luxushotel zum Leben und eröffnete es zusammen mit der Kempinski-Gruppe als Manager 2003 wieder. 

Zu den Angeboten des Grand Hotels Heiligendamm geht es hier.

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