Visualisierung der Planung der Villa Schwan in Heiligendamm von vorn

Zwei sind schon weg: Vermarktung für Villa „Schwan“ in Heiligendamm läuft

Gerade weht über Villa „Seestern“ die Richtkrone, da planen schon nebenan in der noch entkernten Villa „Schwan“ die ersten zukünftigen Bewohner ihren Einzug in eine der Privaten Residenzen Heiligendamm. Die Vermarktung der sechs Wohnungen läuft – zwei Wohnungen sind schon weg.

 

Eigentlich sollte es Villa „Schwan“ gar nicht geben. Als man 1857 mit dem Bau der Villa „Seestern“ fertig war, ging es mit Villa „Anker“ weiter und zwischen beiden wurde eine große Lücke gelassen. Hier sollte eine Restauration entstehen. Da die Zukunft des Seebades gerade durch den Beitritt Mecklenburgs zum Deutschen Bund ungewiss wurde, weil damit eine wichtige Einnahmequelle – das Glückspiel – wegfiel, rückte man von den Plänen ab. Stattdessen wurden zwei neue Logierhäuser in die Lücke gebaut: Die Villen mit den späteren Namen „Schwan“ und „Hirsch“, den Wappentieren Bad Doberans.

Wie ein italienischer Palazzo sah das großzügige Logierhaus einst aus, Rundbogenfenster mit Sprossen, verzierte Gesimse, filigrane Balkone und italienische Motive gaben ihr etwas Südliches.

 

Aussehen wurde zu DDR-Zeiten entstellt

Zu DDR-Zeiten verschwand dieser Charme, denn aus dem Logierhaus wurde ein Gästehaus. Kurzzeitig wurde es vom Bund der Verfolgten des Naziregimes (VdN) genutzt, ging dann aber ans Sanatorium für Werktätige in Heiligendamm. Es bekam den Namen „Rosa-Luxemburg-Haus“ und stand natürlich neben dem „Karl-Liebknecht-Haus (Villa „Hirsch“. In den 1980ern erfolgten Umbauten und Vereinfachungen, die Rundbögen verschwanden und statt Sprossenfenster wurden bronzefarbige Fenster aus der DDR-Massenproduktion verbaut. Loggien wurden geschlossen, Veranden und Erker umgestaltet und Balkone verschwanden.

Nach dem Verkauf im 26-Immobilien-Paket an die Kölner FUNDUS-Gruppe Ende 1997 stand die Villa erst einmal leer, weil laut städtebaulichem Vertrag erst das Grand Hotel zu sanieren und eröffnen war, bevor die Villen saniert werden durften. Alle Villen wurden mit Klimaanlagen versehen und somit erhalten.

 

Villa sollte abgerissen werden

Villa „Schwan“ wird ebenfalls im Bestand saniert. 2007 wurde noch der Abriss und Neubau zugelassen, in der Mediation hat man sich aber auf Sanierung im Bestand geeinigt. Einige Häuser haben keine Keller – in der „Greif“ wurde er nachträglich unter das Haus injiziert, um Versorgungs- und Lagerräume und einen Zugang zur zukünftigen Tiefgarage zu bekommen.

Als es 2004 mit den Planungen für die Sanierung los ging, sollte die Villa „Schwan“ abgerissen und neu aufgebaut werden, weil eine Sanierung wirtschaftlich nicht sinnvoll ist. Da es zwischen der Politik und dem Investor zum Streit um die Wegeführung und schließlich um das ganze Konzept ging, stand die Villa weiterhin leer und verfiel zusehends. Im Inneren gab es schon vor dem G8-Gipfel einen Zusammenbruch einer Decke, die zum Zusammenbruch der darunter liegenden Decke führte.

In der Mediation von 2013 bot Anno August Jagdfeld an, auf einen Abriss zu verzichten und im Bestand zu sanieren. Darum profitieren die Erwerber jetzt auch von der AfA-Abschreibung. Die Villa selbst steht zwar nicht mehr auf der Denkmalliste, aber als erhaltener Teil mit historischer Bausubstanz der komplett unter Denkmalschutz stehenden „Perlenkette“ ist es ein Teil des Gesamtdenkmals.

 

Sechs hochwertige Wohnungen

Visualisierung der Planung der Villa Schwan in Heiligendamm von vorn

Die Villa lässt auf Grund ihrer Größe und der Nutzung des Dachgeschosses statt der vom Großherzog geforderten vier nun sechs Wohnungen verschiedener Größe zu.

Im Erdgeschoss befinden sich eine 116,9 Quadratmeter große Wohnung mit drei Zimmern und zwei Balkonen für 2.104.110 Euro und eine 133,1 Quadratmeter große 3-Zimmer-Wohnung mit Balkon für 2.262.785 Euro. Beide sind Stand 07.11.2019 noch verfügbar.

Im Obergeschoss gibt es eine 108,4 Quadratmeter große 3-Zimmer-Wohnung mit Balkon für 2.005.215 Euro und eine 114,2 Quadratmeter große 3-Zimmer-Wohnung mit Balkon für 2.057.130 Euro. Diese beiden Wohnungen sind bereits reserviert.

Im Dachgeschoss wurden eine 99,2 Quadratmeter große 3-Zimmer-Wohnung mit zwei Balkonen für 1.883.850 Euro und eine 114,3 Quadratmeter große 3-Zimmer-Wohnung mit zwei Balkonen für 2.057.130 Euro untergebracht. Beide sind Stand wie oben noch zu haben. Hinzu kommt das Hausgeld nach Wohnungsgröße – bei der größten Wohnung sind es 631,18 Euro. Wer die Wohnung gewerblich vermieten will, kann sie auch zum „Netto-Kaufpreis“ erwerben. Die Wohnungen sollen im Herbst 2021 bezugsfertig sein.

 

 

 

Die Villa zählte neben dem Alexandrinen-Cottage im Küstenwald, den Villen „Großfürstin Marie – Perle“, und „Möwe und der noch nicht sanierten Villa „Hirsch“ zu den herausragendsten Villen der Heiligendammer „Perlenkette“. Erst durch die originalgetreue Sanierung mit Hilfe alter Fotos wird sie wieder in den Reigen der schönsten Villen der Weißen Stadt am Meer kommen.

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