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Aufwertung des Kloster-Areals hat wegen Fördermitteln Vorrang.

Das Klosterareal Bad Doberans wird mit mehreren Millionen Euro aufgewertet. Da das Kloster-Areal in der Prioritätenliste dessen, womit Bad Doberan Geld verdient erst hinter seinem Seeheilbad Heiligendamm kommt, kritisierte ich am 25.07.2012 diese Reihenfolge.

Heute hatte ich die Möglichkeit, mir von Bürgermeister Thorsten Semrau und Bauamtsleiter Norbert Sass die Einzelheiten und Hintergründe der Klosterareal-Aufwertung erklären zu lassen. Hier die Aussagen:

 

1. Aufwertung erfolgt wegen Weltkulturerbe-Bewerbung.

Es war nicht einfach, Schwerin von der Aufnahme des Doberaner Münsters in den Antrag zur Aufnahme zum Weltkulturerbe zu überzeugen. Letztlich ist dies durch das Engagement der im Areal ansässigen Vereine und des Bürgermeisters mit Unterstützung der Medien und Bürger gelungen. Die Bewertungskommission der UNESCO wird sich in Kürze vor Ort umsehen und informieren. Da das Kloster-Areal teilweise in einem unordentlichen Zustand ist und zwei Ruinen beinhaltet, will die Stadt das Areal aufwerten, um bei der Kommission einen guten Eindruck zu hinterlassen. Das ist auch das, was sie in Heiligendamm tun muss, um bei Interessenten zu punkten.

(Allerdings: Fördermittel bekommt man nicht von heute auf morgen und die Weltkulturerbewerbung ist erst seit ein paar Monaten offiziell. Die Fördermittel wurden schon unter Polzin beantragt – es wurden also auch dort schon Mittel in den Haushalt eingestellt, um das Klosterareal zu sanieren. Es wurden also schon unter Polzin falsche Prioritäten gesetzt und Semrau macht das quasi zu Ende.)

 

2. Fördermittel stehen jetzt zur Verfügung und müssen genutzt werden.

Der wichtigste Aspekt ist, dass jetzt ein Fördermittelbescheid vorliegt, die Stadt also die Fördermittel jetzt abrufen muss, da sie sonst verfallen.

 

3. Fördermittel stehen nur für das Klosterareal zur Verfügung.

Es ist nicht so, dass die Stadt Geld aus den Fördertöpfen zweckentfremden kann. Die Fördermittel sind für das Kloster-Areal bestimmt und dürfen nicht z. B. für Heiligendamm verwendet werden. Allerdings hätten auch Fördermittel für Heiligendamm beantragt werden können – inwiefern das geschehen ist, kann nicht beantwortet werden.

 

4. Stadt hat kaum Kosten bei Klosterareal-Aufwertung.

Die Bereitstellung der Fördermittel beinhaltet stets auch die Forderung an die Gemeinde, einen Eigenanteil zwischen 10 und 20% der Investitionssumme und ggf. die Planungskosten zu übernehmen. Im Kloster-Areal muss die Stadt nicht tief in die Tasche greifen, denn die Sanierung wurde schon unter Hartmut Polzin (SPD) auf den Weg gebracht, sodass die Stadt Mittel dafür eingestellt hat. Der Nutzen ist durch das Licht-Konzept und das in Arbeit befindliche Wegekonzept für die Stadt hoch, denn diese beiden Konzepte sollen das Kloster-Areal endlich mit der Stadt verbinden und Gäste in die Bummelmeilen schleusen. Damit erfüllt die Stadt eine Forderung, die ich schon vor Monaten formulierte. Es fragt sich jedoch nach wie vor, warum für das Klosterareal Fördermittel beantragt wurden, nicht aber für Heiligendamm.

 

Fazit: Bürgermeister und Bauamtsleiter wissen um die Priorität Heiligendamms und geben nach ihren Angaben nicht ihr letztes Geld für das Kloster-Areal aus. Was an sich auch nicht schwer ist, wenn man keines hat. Denn das Geld für das Klosterareal war schon lange in der Prorität vor der Rettung Heiligendamms. Jetzt allerdings müssen in Heiligendamm Taten folgen und die Stadtverwaltung als Dienstleister der Bürger braucht ausführbare und vernünftige Aufträge von den Stadtvertretern.

 

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