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Bad Doberan für der Grundsatzfrage: Wo wollen wir hin?

Die Wahlen stehen vor der Tür und mit ihnen auch viele Versprechen der Kandidaten. Oft sind es kleine Probleme, die den Wähler stören und die man lösen will. Das große Ganze aber kommt nicht selten zu kurz. Zeit für ein Fazit zu unserer Stadt: Der Kreisstadt-Status ist weg, das Amtsgericht nach dem Willen Schwerins bald auch und im direkten Dunstkreis einer das herkömmliche Sortiment vollständig und vielfältig abdeckenden Großstadt kann sich die Münsterstadt wie viele Kleinstädte nicht als Einkaufsstadt behaupten. Kultur gibt es immer nur so viel, wie Geld da ist und dieses wird aktuell nur durch Modifikationen der Kurtaxe zusammengekratzt, denn eine Steigerung der Gästezahlen ist nicht abzusehen. Heiligendamm ist nicht das vor Jahren versprochene Luxus-Seebad mit sprudelnden Geldquellen, sondern immer noch die Badewanne der Doberaner und für zahlende Gäste eine einzige Enttäuschung. Die Erwartungen an Kultur und Geschichte des ersten deutschen Seebades werden nicht erfüllt und die Gegenwart in der Weißen Stadt am Meer ist trostlos. Molli und Münster machen da mehr her, beide stehen aber allein da, weil es keine mit der Stadt gemeinsamen Konzepte gibt. Wie man das erhoffte Weltkulturerbe in Wert setzen kann, ist völlig offen. Derartige Konzepte wären die Aufgabe der Stadtvertreter oder von ihnen beauftragter Fachleute. Seitens der Stadtvertreter-Versammlung jedoch gab es in der Vergangenheit in erster Linie Negativ-Schlagzeilen, Querelen und den Eindruck, nur mit sich selbst beschäftigt zu sein. Viele Beschlussvorlagen zielten auf Änderungen, Verhinderung oder Blockade ab, tragfähige und nachhaltige Zukunftskonzepte für Bad Doberan inklusive Heiligendamm, Althof, Vorder Bollhagen und Walkenhagen zur schrittweisen Umsetzung verließen den Ratssaal nicht. Stattdessen wird geflickt, wo es für nötig angesehen wird oder populär ist. Klosterareal, Kamp, Markt und Alex sind die Schauplätze für Ideen, aus denen nie etwas wurde. Da grenzt die sanierte Goethestraße an ein Wunder aber auch das war ein schwerer Fall. 23 Jahre nach der Stunde null muss sich Bad Doberan wieder die Grundsatzfrage stellen: Wo wollen wir hin? Eine Frage, die nur Sie, liebe Leserinnen und Leser beantworten können. Helfen Sie mit Ihren Antworten, den Dampfer auf Kurs zu bringen!

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