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Bad Doberan hat zwei Schandflecken weniger.

Was lange währt, wird endlich gut: Während die Münsterstadt etappenweise nach der Wende wieder in altem und neuen Glanz erstrahlte, blieben zwei stattliche Villen davon ausgeschlossen. In der Goethestraße und der Beethovenstraße stehen sie und über viele Jahre wirkten die grauen Schönheiten fast wie vergessen neben ihren schmucken Nachbarn.

Nun sind beide Villen gleichzeitig in der letzten Runde ihrer Schönheitskur. In der Villa „Lotte“ in der Goethestraße ist man bei den Innenausbauten und die Villa in der Beethovenstraße hat gerade die ersten Bewohner aufgenommen. Beide Bauwerke wurden mit sehr viel Liebe zum Detail originalgetreu saniert; nachträgliche Verunstaltungen entfernt und Anbauten abgetragen. Die beiden wichtigen Straßen der Stadt begrüßen ihre Besucher wieder etwas glanzvoller. Damit das so bleibt, ist Zivilcourage gefragt, muss jeder ein wenig darauf achten, dass keine Vandalen die Fassaden beschmieren. Auch die oft auswärtigen Eigentümer sind stets gefragt, in einer so viel befahrenen Stadt immer wieder Schäden zu beseitigen und in die Instandhaltung zu investieren. Das größte Kapital der Stadt sind ihre Schönheit und ihr Flair.

Zwei Schandflecken kann unsere Stadt von ihrer Liste streichen. Doch die Liste ist noch lang, zählt echte Sorgenkinder auf, wie einen leeren Bahnhof, eine leere Jugendherberge, wartende Villen an der Ostsee und die Ruine eines Moorbades. Auch Baulücken gibt es und kleine Villen in den Nebenstraßen erscheinen oft, als sei die Zeit an ihnen vorbei gegangen. Doch ist es selten nur Geldmangel und nie Boshaftigkeit oder Desinteresse, die das Schicksal dieser großen und kleinen Bauwerke zeichnen. Manchmal sind es nur unterschiedliche Ansichten, die ein Vorankommen blockieren. Manchmal möchten Leute mitreden, wo es nichts mitzureden gibt. So fällt es doch auf, dass alles das schneller wächst, wo keiner drauf herum trampelt.

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