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Berichtigung zu: Zweierlei Maß: Riesenkrach in Heiligendamm, eisiges Schweigen in Börgerende“

„Schlag den Jagdfeld“ bestimmt das Wochenprogramm in unserer Region. Viele folgen diesem „Mainstream“, wie man es nennt. Über das Geschäftsgebaren von Herrn Jagdfeld weiß ich nur, was in der Presse steht, hier von Anschuldigungen und Reaktionen darauf und dort von Anklagen und Prozessen, aus denen er immer wieder als Sieger hervor geht. Die letzten Tage haben gezeigt, dass Medien nicht immer transportieren und oft eher Meinungen vorgeben, als zur freien Meinungsbildung beizutragen. Ich lese in  vielen Medien und sehe einen enormen Unterschied zwischen den Berichten der lokalen und denen der nationalen Medien.

Also betrachte ich die Dinge vor Ort und nach dem Grundsatz „An ihren Taten sollt ihr sie erkennen.“ Ich finde diese Aussage aus 1. Johannes 2, 1-6 unabhängig vom religiösen Hintergrund sehr lebensnah. Die Leute reden viel und nicht alles ist wahr. Das war immer so und wird auch bleiben und darum ist es besser, die Menschen an ihren Taten zu bemessen. Daran, was sie von dem vielen Gesagten wirklich tun und wie viel von ihrem Handeln mit ihren Worten überein stimmt.

Mein Beispiel handelt von zwei Badeorten direkt vor unserer Haustür. Ich kenne beide schon seit meiner Kindheit und habe ihre Entwicklung beobachtet. Die Rede ist von Heiligendamm und  Börgerende.

 

Zuerst die Gemeinsamkeiten von Heiligendamm und Börgerende:

Es gibt da eine Art Duplizität der Ereignisse. Sowohl Heiligendamm als auch das benachbarte Börgerende waren in  DDR – Zeiten (Heiligendamm bekanntlich auch vorher) für damalige Verhältnisse bekannte Seebäder, haben aber nach der Wende den Anschluss verloren. Heiligendamm war Seebad des mecklenburgischen Adels und Bürgertums und später eine Mischung aus Sanatorium, FDGB- und Gruppen-Ferienheimen und Börgerende war durch das FDGB-Ferienheim „Waterkant“ bekannt. Mit der Wende kam das Aus für die staatlichen Heime und der planwirtschaftlich  gelenkte Besucherstrom brach rapide ab. Beide Orte hingen plötzlich in der Luft und mussten sich an einem völlig neuen Markt völlig neu orientieren. So, wie alle Ostseebäder.

Anders als in anderen Orten, haben die beiden Gemeinden nicht versucht, zielstrebig in die touristische Infrastruktur zu investieren und nach und nach ein attraktives Seebad aufzubauen, sondern sie warteten auf den reichen Investor, der über Nacht alle Probleme löst. In Heiligendamm glaubte man ihn gefunden zu haben: Anno August Jagdfeld sollte alles richten.

 

Heiligendamm: System „Njet“

Über Heiligendamm habe ich bereits ausführlich berichtet. Dort haben alle erhebliche Probleme, nicht nur Jagdfeld, sondern auch die Investoren des Strandzentrums, Klaus König, und der Strandversorgung, Ralf Goedecke.  Nicht zu vergessen ist der ehemalige Grand-Hotel-Insolvenzverwalter Jörg Zumbaum, dem man wegen Unzuverlässigkeit (!) die Schankerlaubnis versagte. Aktuell ist es Paul Morzynski, der mit der Stichwegproblematik und der Forderung nach Öffnung des Hotelparks begrüßt wird. Wort und Tat laufen hier völlig asynchron, als hätte man einen Film mit einer völlig falschen Tonspur. Darum wirkt Heiligendamm wie ein falscher Film.

Das System in Bad Doberan heißt „Njet“. Das ist kein neues System, sondern einfach aus der DDR übernommen worden. Wegen dieses Systems gab es in der DDR kein Elektroauto, wurde der Trabant kaum verändert und waren Wirtschaft und Politik unbeweglich und erfolglos. Das System „Njet“ ist gescheitert – überall auf der Welt. Trotzdem hält man in Bad Doberan daran fest.

 

Und in Börgerende?

Da läuft es etwas anders. Schauen wir mal, was die Worte und was die Taten sind:


Pläne: Das waren die Worte zur Zukunft des neuen Seebades Börgerende.

In Börgerende fand sich kein großer Investor, viele Interessenten kamen zwar, aber alle sprangen ab. Banken geben kaum Kredite für Hotels an der deutschen Ostseeküste und speziell in Börgerende fehlte einfach die Infrastruktur für ein Hotel. Außer dem Strand hatte Börgerende nicht mehr zu bieten, als Hohenfelde oder Retschow, wo auch keine Bank den Bau eines Hotels unterstützen würde. Die Gemeinde Börgerende-Rethwisch analysierte nicht die Gründe für die Absagen, sondern fand ganz einfach das Verhalten der Investoren schlecht. In der Folgezeit geschah Folgendes:

Die Gemeinde kündigte an, Seebad werden zu wollen, was nach dem Kurortgesetz neben anderen Bedingungen voraussetzt, dass ein gepflegter und bewachter Strand vorhanden ist, eine Strandpromenade und ein Kurpark. Außerdem sollte ein neues touristisches Zentrum entstehen mit Geschäften,  Gastronomie und einem 4-Sterne Hotel als Herzstück. Dieses sollte mit seinen Wellness- und sonstigen Einrichtungen nicht nur die touristische Attraktivität des Ortes stärken sondern auch für eine längere Saison sorgen. Auch für die Einwohner wäre das gut, denn die Lebensqualität wäre durch auch für sie nutzbare Wellness – und sonstige Einrichtungen und Geschäfte deutlich gestiegen, ihre Grundstücke hatten an Wert gewonnen und die eigenen Ferienwohnungen wären besser vermietbar gewesen. Das alles wäre eine runde Sache.

Die Gemeinde übernahm die Federführung für dieses Projekt, umsetzen sollte dieses ein örtliches Unternehmen, das bereits vorher Bauland entwickelt hatte (vgl. OSTSEE-ZEITUNG vom 28.01.2014 „Verleumdungen schaden Börgerende“ – Zugang kostenpflichtig).

Ergänzt wurden diese Pläne durch Vorhaben wie den Bau einer Pferdepension und eines Reiterhofs. Wichtig für die spezifische Ausrichtung eines Ortes am Meer war das Vorhaben, einen Bootsanleger zu bauen und eine Segelschule anzusiedeln. Dieses versprach Christoph Brakel, einer der Inhaber der Entwicklungsfirma ABC (vgl. Conventer Bote 09/2009 / Nr. 23 – zur Downloadseite).

Abgeschlossen sein sollte dieses ganze Vorhaben Ende 2012.

 

Taten: So sieht es in Börgerende wirklich aus.

Ein Seebad ist Börgerende noch immer und noch lange nicht. Der Strand ist ungepflegt, der Euphemismus dafür ist „Naturstrand“. Bewacht ist dieser nicht und eine Strandpromenade gibt es auch nicht. Dort, wo eine sein könnte, befindet sich ein stehendes Gewässer , welches nach eigenen und fremden Beobachtungen im Sommer als Kloake genutzt wird, nebst hohem Wildwuchs, der den Gästen den Meerblick nimmt und die Deichsicherheit gefährdet (ZAM berichtete: Die Börgerende-Konfusion).

Öffentliche Toiletten am Strand gibt es nicht. Ein vernünftiges Gebäude, was sowohl für die Strandbewachung als auch als Toilettenhaus dienen könnte, wurde als zu teuer abgelehnt, die geplante Variante hätte 216.000 Euro abzüglich 89.000 Euro Fördermittel gekostet. Das war einigen Gemeindevertretern zu viel Geld für das Wohl der Gäste. Diese sollen in Kürze mit einer Containerlösung Vorlieb nehmen. Kennen Sie ein Seebad, das nur WC-Container bietet?

Einen Kurpark gibt es ebenfalls nicht, es wurde aber eine begrünte Fläche geschaffen, die der Erschaffer nach eigener Aussage als „Pufferzone“ verstanden wissen will. Es gibt weder einen Bootssteg noch eine Segelschule. Dort wo sie entstehen sollte, steht jetzt ein großes Gebäude mit Ferienwohnungen, das „Calmsailing“ (Flautesegeln) heißt, in dem man aber nicht segeln lernen kann.

Die neu geschaffenen Ladenflächen stehen zur Hälfte leer, Boutiquen oder Geschäfte, die zum Bummeln einladen, sucht man vergebens.  Darum ist das sogenannte maritim – touristische Zentrum als Kern des „neuen  Börgerendes“ auch nur an wenigen Tagen im Jahr gut besucht. Vize-Landrat Wolfgang Kraatz warnte vor einer Rollladensiedlung. Daraus ergibt sich die nächste Beobachtung:

Ebenso vergebens sucht man das 4 – Sterne – Hotel, es ist nicht einmal eine Baugrube zu sehen. Die letztes Jahr veröffentlichten Pläne für das „Hotel“ zeigen einen großen Komplex mit Ferienwohnungen, der über einen sehr kleinen Wellnessbereich und ebenso kleinen Gastronomiebereich verfügt. Tagungsräume oder Räume für Gesellschaften/Familienfeiern sucht man vergebens ebenso wie Fitnessräume oder sonstige Freizeiteinrichtungen. Es erinnert nichts an ein Hotel sondern ist ein Ferienwohnungsgebäude wie das „Dünenschloss“ in Kühlungsborn, das allerdings architektonisch anspruchsvoller und deutlich urlaubsmäßiger wirkt.

Einzig das  geplante Reitcamp ist vorhanden, sonst ist außer Ferienhauskomplexen nichts von dem entstanden, was versprochen war. Reine FeWo – Siedlungen machen aber kein Seebad oder auch nur einen attraktiven Ort. Ganz im Gegenteil: Über 200 Tage im Jahr stehen diese ganzen Ortsteile mit sichtbar verriegelten Häusern leer. Das war auch die Befürchtung des Vize-Landrates.

 

Wenn das Jagdfeld gemacht hätte…

Man stelle sich nun einmal vor, Herr Jagdfeld hätte das alles versprochen und nicht gehalten,  ein touristisches Zentrum mit  4 – Sterne – Hotel nicht gebaut, einen Bootssteg und eine Segelschule versprochen und nicht gebaut?  Man stelle sich vor, er  hätte nur an dem Verkauf von Grundstücken und dem Bau von Ferienwohnungen und deren Verkauf profitiert.  Was hätte zum Beispiel die Ostsee-Zeitung  dann über ihn berichtet? Was für einen Aufschrei in der Bevölkerung hätte es gegeben? „Abzocke“ wäre noch das wenigste gewesen.

Jagdfelds Unternehmen haben das Grand Hotel und drei Villen wiederaufgebaut, drei weitere sanierte Häuser werden durch sie erhalten und fast alle unsanierten Häuser kosten permanent, weil sie klimatisiert werden müssen. Auch an der Pflege des Ortsbildes ist die ECH beteiligt. Seine Unternehmen haben das Gut Vorder Bollhagen wieder in Betrieb genommen und damit und mit Sponsoring auch zum Fortbestand der Galopprennbahn beigetragen. Das Golf Resort Wittenbeck ist auf Initiative des gar nicht Golf spielenden Düreners entstanden und „seine“ EntwicklungsCompagnie Heiligendamm (ECH) hat durch die Übernahme von städtischen Kostenanteilen erst den Bau der touristischen Erschließungsstraße um Heiligendamm, den Bau des Waldparkplatzes, des Liegnitzsteges und einiger anderer Projekte ermöglicht. Der für den Erhalt des Seeheilbad-Status nötige Kurpark wurde von der ECH in Form eines „Kurwaldes“ geschaffen.  Die Kosten für einen Rundweg wird die ECH übernehmen, so die Stadt denn ihren Beschluss zum Bau irgendwann einmal umsetzen will. Selbst an der Sanierung der Jemnitz-Schleuse war die ECH beteiligt, obwohl all das nichts mit ihrem Geschäft zu tun hat und sich damit kein Cent verdienen lässt.

Nun wirft man ihm vor, seine Pläne und Visionen nicht weiter zu verwirklichen, obwohl genau die diese Vorwürfe machenden Personen und Institutionen ihn daran hindern. Beispiele gibt es dazu genug – ZAM berichtete, unter anderem in dieser Analyse).

 

Wer ist da eigentlich der Investor in Börgerende?

Den einen großen Investor gibt es in Börgerende nicht. Doch die verschiedenen Vorhabenträger arbeiten in Börgerende Hand in Hand – was bei einigen Einheimischen für Argwohn sorgt. Zu Recht? Schauen wir uns den Werdegang einmal an:

Der mit der Umsetzung der gemeindlichen Pläne beauftragten Firma ABC (die es mit verschiedenen Zusätzen gibt, z.B. „Grundbesitz“, „Bauträger“ usw.) von Andreas Pfann und Christoph Brakel gehörten die  Grundstücke, die sie mit Villen und Residenzen bebaut hat. Zum Teil hat sie aber auch Grundstücke an auswärtige Bauträger verkauft, die dann ihrerseits Ferienwohnungen bauten und verkauften. Einer der Bauträger ist die Firma Concept Immobilien GmbH aus Hamburg, die gleich drei Villen im sogenannten Maritim – touristischem Zentrum (MTZ) baute.

 

Hintergrund ist die Hegestrasse 46 in Hamburg, bebaut mit einem der wenigen noch erhaltenen Hinterhofensembles im angesagten Stadtteil Eppendorf……Kaape will das Haus mitsamt den bisher 36 preiswerten Wohnungen abreißen und stattdessen einen Neubau mit 24 teuren Wohnungen errichten. (…). Die Mieter wehrten sich bisher erfolgreich vor Gericht gegen die Kündigung, fühlen sich aber vom Bezirksamt im Stich gelassen. Dieses hatte die Baugenehmigung im vereinfachten Verfahren erteilt, (…) . (…) hatte eine Sanierungsgenehmigung erteilt, obgleich es sich laut Gericht um einen Abriss handelt. Bezirksamtsleiter Harald Rösler ist seitdem in der Kritik: Das HAMBURGER ABENDBLATT  zitiert den langjährigen Bürgerschaftsabgeordneten Werner Dobritz: „Rösler hat seine unabhängige Rolle als Mediator aufgrund seiner Kumpanei mit dem Investor verwirkt.“ (vgl. HAMBURGER ABENDBLATT vom 20.01.2014 „Hegestraße: Gericht stützt Mieter“ – Zugang kostenpflichtig). Die TAZ schreibt, dass Rösler möglicherweise „eine falsche Behauptung in den Raum gestellt oder gar gelogen hat.“ Auch behaupte er eine Bringschuld der Bürgerinitiative, die „nun beweisen soll, wann und wo er vom Schwamm gesprochen habe“. Das findet nicht nur die TAZ unverschämt und bezeichnet den Bezirksamtsleiter Rösler (SPD) als „Steigbügelhalter“ für Kaape, der dem Vernehmen nach seit Jahrzehnten SPD-Mitglied ist. (….) Als es kalt wurde, gab es einen Wasserrohrbruch. (Vgl. TAZ vom 24.10.2012: Steigbügelhalter des Investors).

 

Regional- und Lokalmedien schweigen sich zu Kaape aus.

Viele Medien sind voll mit diesem Thema.
Schauen Sie selbst – nur ein paar Links nur zu den Nachrichten der letzten 46 Tage:

HAMBURGER MORGENPOST vom 20.01.2014: Gericht entscheidet für Mieter der Hegestraße
DIE WELT vom 21.01.2014: Hegestraße: Richterin stützt die Mieter
RTL NORD vom 04.02.2014: Wohnungsstreit in Eppendorf (mit Video)
NDR HAMBURG JOURNAL vom 09.01.2014: Eppendorf: Mieter wehren sich gegen Investor (Video)
Auch SAT1 berichtete bereits am 28.11.2013: Mieter wehren sich gegen Bauvorhaben (Video)

Natürlich fragte ich mich angesichts dieser vielen Meldungen, warum kein Medium aus unserem Bundesland darüber berichtet. Und da es um nicht weniger, als einen in Börgerende tätigen Bauträger geht und man hier fürchten muss, dass er genauso handelt:

Warum berichtet darüber keine Lokalzeitung?

Über Herrn Jagdfeld wird ohne Unterlass berichtet, er steht ständig im Fokus. Selbst wenn es eigentlich nichts zu berichten gibt (siehe letzter OZ – Artikel  zur vermeintlichen Imagekampagne), wird er ins Rampenlicht gezerrt. Über Herrn Kaape berichtet hier niemand: Die lokalen Medien hatten kein Interesse an diesem Thema.

 

Das macht Kaape in Börgerende:

Die Firma Concept wurde in der Ostsee-Zeitung nur einmal kurz erwähnt, (…) (vgl. OSTSEE-ZEITUNG vom 17.08.2012: Keine Garage für Villenwohnung: Thüringer fühlt sich betrogen – nicht mehr im Archiv, liegt mir jedoch vor). (…).

In allen Villen des sogenannten Villenresorts wurden die Wohnungen ausdrücklich zur Vermietung wie auch zur Eigennutzung verkauft. Dieses gilt nicht nur für die Wohnungen des Bauträgers Concept, sondern auch für die Villen “Bernstein”, die von der Fa. ABC errichtet wurde und “Seeadler”, Bauträger ist hier die Firma Primus aus Berlin. Tatsächlich werden auch einige Wohnungen selbst genutzt. Davon konnte ich mich durch einen Zufall selbst überzeugen.

Ein Blick in den B-Plan Nr. 7 der Gemeinde Börgerende-Rethwisch ergibt, dass die Villen in einem Sondergebiet stehen, in dem außer Läden und Gastronomie ausschließlich kleinere Betriebe des Beherbergungsgewerbes zulässig sind. Dieses können auch Ferienwohnungen sein, eine Eigennutzung ist aber nicht erlaubt. Die Baubehörde schreitet jedoch nicht ein. Die Gemeinde drängt auch nicht auf Einhaltung ihres B – Planes, im Gegenteil: Sie kassiert sogar für die unzulässige Eigennutzung Zweitwohnungssteuer, weiß dadurch auch genau, wer wo illegal wohnt.

Nach vorliegenden Informationen hatten einige Erwerber bei der ebenfalls von Concept erbauten Nachbarvilla „Strandvogt“ bemängelt, dass der aus der Tiefgarage führende 2. Rettungsweg nicht in Ordnung sei. Das Bauamt widersprach dieser Einschätzung. Tatsächlich ergibt sich aus der Bauakte ein anderes Bild: Während das Bauamt nach außen den Eindruck erweckte, es sei alles in Ordnung, hat es intern Concept gegenüber beanstandet, dass der 2. Rettungsweg so nicht den Vorschriften entspricht. Das ist bis heute nicht der Fall, aber das Bauamt unternimmt nichts.

Die vorgeschriebene notwendige Löschwassermenge wurde auf Antrag   des Bauträgers zu seinen Gunsten um die Hälfte reduziert, was erhebliche Kosten und Aufwand gespart hat – auf Kosten der Sicherheit.  Wie sich aus der Bauakte ergibt, beruht diese Entscheidung auf falschen Angaben. Mittlerweile hat ein von den Erwerbern eingeschalteter Bausachverständiger weitere erhebliche Brandschutzmängel festgestellt.

Dem Landkreis sind diese Probleme alle bekannt, Erwerber hatten ihn mehrfach angeschrieben, die Schreiben liegen mir vor. Eine diesbezügliche Presseanfrage vom 06.02.2014 wurde bis heute nicht beantwortet. Im Übrigen tut sich der Landkreis auch mit einer Anfrage zum Grundstücksverkauf an die Firma ABC auffallend schwer: Meine Presseanfrage vom 19.01.2014 wurde trotz Nachfrage vom 28.01.2014 sowohl von der Pressesprecherin Dr. Petra Zühlsdorf-Böhm, als auch vom Amtsleiter Jürgen Hoffmann einfach ignoriert. So viel zum Thema Verwaltung und Presse im Landkreis Rostock.

 

Und so läuft es bei Jagdfeld:

In Heiligendamm wurden Herrn Jagdfeld – wie vom Verwaltungsgericht festgestellt –  rechtswidrig die Baugenehmigung für die Perlenkette entzogen. Schon zuvor hatte man ihm zu Unrecht die Ausstellung eines Negativattestes verweigert (ZAM berichtete), obgleich die Stadt Bad Doberan gar kein Vorkaufsrecht mehr hatte. Insgesamt herrscht eine reine Blockadepolitik.

In Börgerende werden Verstöße gegen bauplanungs- und bauordnungsrechtliche Vorschriften ignoriert, selbst wenn es sich um „brandgefährliche“ handelt. Hätte sich das ein Herr Jagdfeld je erlauben können?

Welcher Maßstab gilt hier?

 

 

Fazit: Zweierlei Maß.

Zweierlei Maß
In Heiligendamm geht nichts:

Die Stadt sagt zu allem Nein, der Landkreis macht mit, das Land ebenso und so herrscht Stillstand.
Die Bürger und Gäste bleiben auf der Strecke – für sie gibt es in Heiligendamm so gut wie nichts.

In Börgerende geht alles:
Alles ist möglich, auch wenn es gegen Vorschriften verstößt. Gemeinde und Landkreis schauen weg.
Profitieren tun davon wenige, leider nicht die Bürger und die Gäste, denn das Umfeld stimmt nicht.

Beides sind Extremfälle, wo nichts oder alles geht, aber nicht der Ordnungsrahmen für eine gedeihliche Entwicklung der Orte im Interesse der Bürger geschaffen wird.

Beides sind nach wie vor unattraktive Orte,  der eine mit Ruinen, der andere als leere Rollladensiedlung. In beiden Fällen ist ein Kernproblem die Politik und Verwaltung. Das Recht ist kein Machtinstrument, dass einem Mittel in die Hand gibt, die Einen zu unterstützen und die Anderen loszuwerden.

Wieso zahlt man eigentlich mit Steuergeldern Politiker und Verwaltungen, wenn sie in einem Fall einfach immer gegen alles sind, im anderen Fall immer dafür? Das könnte man doch billiger haben.

Und warum werden die einen kritisiert und schikaniert und über die anderen breitet man einen Mantel des Schweigens?

 

Berichtigung

Am 16. Februar 2014 veröffentlichte ich einen Beitrag mit der Überschrift „Zweierlei Maß: Riesiger Krach in Heiligendamm, eisiges Schweigen in Börgerende“. Darin befasste ich mich auch mit Herrn Jürgen Kaape und dem Unternehmen Concept Immobilien GmbH. Ich schrieb über Herrn Kaape, das Hamburger Abendblatt habe ein Dossier über ihn angelegt; den Mietern der Hamburger Hegestraße 46 sei mit der Begründung gekündigt worden, Herr Kaape könne bei einem Neubau einen Profit von 6 Mio Euro machen; Herr Kaape habe den Mietern in der Hamburger Hegestraße 46 vorgeschlagen, sie sollten doch ins Altersheim gehen, und es gebe in der Hegestraße 46 einen von Herrn Kaape verursachten unzulässigen Leerstand.

Diese Behauptungen widerrufe ich als unwahr.

Über Concept Immobilien schrieb ich, die Firma habe es hinbekommen, eine Wohnung mit einem Garagenplatz zu verkaufen, der nicht einmal geplant war.

Hierzu stelle ich richtig, dass es den behaupteten Verkauf eines noch nicht einmal geplanten Garagenplatzes nicht gegeben hat.

Darüber hinaus erweckte ich den Verdacht, die Villa Sanddorn sei in Täuschungsabsicht als Hotel bezeichnet worden.

Diesen Verdacht halte ich nicht aufrecht.

Martin Dostal
Zeit am Meer

 

 Mehr zu diesem Thema:

07.05.2014: Mit Kanonen auf Spatzen!
22.05.2014: Berichterstattung zu Börgerende unerwünscht?

 

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