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Börgerende: Waterkant-Skandal zieht Kreise

Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Der Landkreis hat die Villen im Waterkant-Areal zu Unrecht genehmigt! Seit Anfang 2013 gab es dazu über 10 Artikel im Stadtanzeiger. Alle besagen, dass der Landkreis den Bauträgern in Börgerende rechtswidrige Genehmigungen erteilt hat. Die OZ, ebenfalls darüber in Kenntnis gesetzt, schwieg sich aus. Die Leser des Stadtanzeigers hingegen wurden darüber informiert, dass in diesem Areal Ferienwohnungs-Villen gebaut wurden, die dort nicht stehen dürfen und Erwerber aus ganz Deutschland um ihr Geld geprellt wurden, oft ihre Alterssicherung verloren. Es wurde nachgewiesen und drängt sich auch auf, dass es keinen Markt für Immobilien ohne rechtmäßige Genehmigung gibt, folglich sind die Wohnungen wertlos. Und da liegt auch der Haken: Einige Erwerber klagen und es wird immer deutlicher, dass es nun den Verantwortlichen – auch den Behörden – an den Kragen gehen wird. Um der Haftung zu entgehen, soll jetzt flugs das Recht an die Genehmigung angepasst werden, also der B-Plan passend zur Genehmigung gebastelt. Wenn ein Bürger einen Carport bauen will, muss er sich strikt an alle Vorschriften halten. Ein Bauträger bei einem Millionenprojekt nicht – da wird dann das Recht angepasst? Wo kommen wir denn da hin? Wird als nächstes das Strafgesetzbuch geändert, wenn ein VIP Leute umbringt? Damit Illegales legal wird? Wo leben wir eigentlich? Unsere Behörden führen nicht Recht und Gesetz aus, wonach sie aufgrund des Rechtsstaatsgebots nach Art. 20 III GG verpflichtet sind, sie wollen umgekehrt das Recht ihrem rechtswidrigen Handeln anpassen! Und Börgerende ist da nur die Spitze des Eisberges. Unglücklich nur, dass der Trick dort erst recht nicht funktioniert. Ein B-Plan muss aus dem F-Plan entwickelt werden, der aber setzt für das Waterkant – Areal ein Sondergebiet „Hotel“ fest und für das Segelschulgebiet z. B. ein Sondergebiet Segelschule. Damit wäre die geplante Änderung ebenso rechtswidrig wie die Baugenehmigungen. Es sollte auch niemand annehmen, die Erwerber und einige äußerst verärgerte Einwohner würden einen geänderten B-Plan nicht gerichtlich überprüfen lassen. Zu viel wurde versprochen, verdreht und verschwiegen und Erwerber und Anwohner sind wütend auf die Bauträger, Makler, Gemeindevertreter, Kreisbehörden und auf die Ostsee-Zeitung. Es drängen sich wichtige Fragen auf: Wie ist das alles gekommen, wer steckt dahinter? Ermittelt die durchaus informierte Staatsanwaltschaft? Warum verschwieg die OZ einen Millionenskandal und verharmlost ihn nun?

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