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Börgerende: Weggezaubertes Wasser auf dem Deich ist wieder da

Vor genau vier Jahren sorgte ein Bericht im Stadtanzeiger über den Zustand des Deiches vor Börgerende für Aufsehen. Jetzt, wo hinter diesem Deich fünf neue Häuser mit zusammen 99 Fewo entstehen und die meisten davon direkt hinter dem Deich, ist die Frage nach seiner Sicherheit wieder aktuell.

Damals wurde auf das stehende Wasser auf dem Deichfuß hingewiesen. Als das Gesundheitsamt vor Ort nachsehen wollte und dies ankündigte, war das Wasser plötzlich verschwunden. Nun ist es wieder da, direkt neben dem Holzsteg, der von der Spitze des Waterkant-Areals an den Strand führt – dort, wo man seine Fahrräder am von Maulwurfshügeln übersäten Deichfuß im Schatten der dort nicht hin gehörenden wilden Busch- und Baumlandschaft abstellen kann, um kurz darauf die im Internet oft belachten Börgerender Mülltonnen zu stoßen, die den eher ungepflegten Strand sauber halten sollen.

Eigentlich könnte alles ganz romantisch sein: Schilf wiegt sich im Seewind, der Himmel spiegelt sich im Wasser und Entenflott gibt ihm eine grüne Schaumkrone. Wenn man all das nicht auf einem Deich vorfinden würde, der Menschenleben, Lebensraum und auch Investitionen schützen soll.

Ringsum gibt es hohe Küsten und sanierte Deiche mit ordentlichem Regelprofil und normgerechtem Bewuchs. Vor Börgerende aber schafft man möglicherweise durch aktives Unterlassen und passives Wegsehen eine Schwachstelle.

Einmal abgesehen davon, dass stehendes Wasser zum Gesundheitsrisiko werden kann, besonders durch Müll und Ratten. Das Gesundheitsamt konnte das 2013 nicht untersuchen, weil das Wasser wie von Zauberhand verschwand und in den vier Jahren danach hatte trotz Kenntnis kein Verantwortlicher ein Auge darauf. Das zeigt, wie Bürger und Presse von Kommunen und Ämtern, dem Landkreis und dem Land verschaukelt werden. Gefahren werden nicht beseitigt, sondern erst einmal verneint und heimlich retuschiert.

Oder man gibt Fördermittel für die Beseitigung von Gefahren, deren Existenz man zuvor bestritt oder man ändert Gesetze, wenn man dagegen verstoßen hat. Wenn dann Menschen zu Schaden kommen, wäscht sich keiner seine Hände im Wasser des Deich-Tümpels oder vollgelaufener Keller, sondern in Unschuld.

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