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Börgerende: Täuschen und tricksen

Im Stadtanzeiger war vor ziemlich genau 4 Jahren ein Artikel über den gefährlichen Deich in Börgerende abgedruckt, der viel Aufsehen erregte. Das Land Mecklenburg-Vorpommern hatte in seinen öffentlichen Karten nebst Erläuterungen zur Deichsicherheit den Deich als maximal gefährlich eingestuft. Der Deich ist zu niedrig und das Klumpenrisiko durch die zusätzliche Hochwassergefahr durch Binnenhochwasser und der mangelnden Versickerungsmöglichkeit für Niederschlagswasser zu hoch.

Die Offiziellen des Ortes empörten sich laut über die angeblich fehlerhafte Berichterstattung. Offenbar hatten sie es nicht gerne, wenn man den Bürgern vor Ort deutlich machte, wie wenig sie für diese zählten.

Weiterhin berichtete der Stadtanzeiger, dass der Deich neben der ohnehin erhöhten Gefahr auch noch in einem besorgniserregenden Zustand sei, was die Gefahr erhöhe. Er ist mit Maulwurfshügel übersät, nicht herunter geschnittenes Buschwerk und sogar Bäume erhöhen die Gefahr und dürfen eigentlich gar nicht hinter dem Deich sein.

Besonders prekär: Ein stehendes Gewässer am Deichfuß weicht diesen auf. Dieses Gewässer rief 2013 das Gesundheitsamt auf den Plan, denn es wird offenbar im Sommer als Kloake genutzt. Als sie zur angekündigten Ortsbesichtigung kamen, war jedoch ganz plötzlich kein Wasser mehr hinter dem Deich, sondern alles trocken.

Obwohl selbst bei Google Maps an dieser Stelle eine blaue Linie eingezeichnet war, wollte niemand etwas von einem Gewässer wissen. Selbst das zuständige Ministerium verweigerte die Stellungnahme (sh. Artikel vom 06.04.2013). Statt die Probleme zu beseitigen, wird bis auf die Landesebene vertuscht und getäuscht.

Vier Jahre danach ist alles beim alten: Die Maulwurfshügel durchlöchern weiterhin den Deich, der Wildwuchs wird nicht auf Stock geschnitten und der Deichfuß steht wieder im grün blühenden und von Schilf umsäumten Wasser.

Egal, welche Nachbarn man sich ansieht – dort funktioniert es besser: Nienhagen liegt auf der Steilküste und Heiligendamm hinter einem sanierten Deich und einer mobilen Schutzwand. Auch Bad Doberan ist durch die Schleuse einigermaßen vor dem Druck der Ostsee geschützt.

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