Ensemble Palais (geplant)

Standort:
Prof.-Dr.-Vogel-Straße
54°08’37.4″N 11°50’46.0″E

Das Ensemble-Palais ist ein Ergebnis des Werkstattverfahrens zwischen Planern des Investors und der Stadt. Man erkannte 2004, dass die Wohnungen in den Villen nicht vom Grand Hotel Heiligendamm betrieben werden können. Zum einen zeichnete sich ab, dass durch Gesetzesänderungen und dem Trend zu offenen Immobilienfonds der geschlossene Immobilienfonds (FUNDUS Fond Nr. 37) nicht das nötige Volumen für eine Sanierung der Villen erbringen kann und zum anderen blieb das Grand Hotel unter den Erwartungen zurück, sodass man das Risiko eher minimieren musste, als die Villen auch noch dem Hotel zuzuführen. Auch praktisch gab es Bedenken, da das Wirtschaftsgebäude auf Grund des Widerstandes der Stadtvertreter nicht wie geplant hinter den Villen entstehen konnte. Ganz im Osten neben der Median-Klinik war es zu weit weg für die Villen und hätte das Hotelgelände stärker belastet.

Darum plante man die Perlenkette als eigenständige Einheit mit eigenem Versorgungszentrum. Unter dem Namen „Adlon am Meer“ sollte es ein eigenes Hotelensemble sein und das Ensemble-Palais das Herzstück mit Rezeption, Lobby, Wirtschafts- und Sozialräumen. Zugleich kann hier ein Ballsaal entstehen, der mehr Möglichkeiten bietet, als das Grand Hotel es auf Grund seiner historischen Raumbeschränkungen kann. Eine riesige Terrasse zum Wald hin ermöglicht auch große Veranstaltungen im Freien. In den oberen Etagen entsteht wiederum Wohnraum. Details gibt es noch nicht, aber rein logisch wird man dort Wohneigentum anbieten, sodass die Erwerber den gemeinsamen Teil des Gebäudes mitfinanzieren. Nicht das Ensemble-Palais sollte ein Hotel sein, sondern die ganze Perlenkette inklusive dieses Neubaus.

Darum sah der Bebauungsplan hier auch nur ein Sondergebiet Hotel vor. Das stellte sich aber 2006 bei der Vermarktung als Fehler heraus, denn die Erwerber der Wohnungen hätten in ihren eigenen Wohnungen nicht unbegrenzt wohnen dürfen. Die Stadt und die ECH schlossen einen Vertrag, der ein Dauerwohnrecht ermöglichte. Nun aber stellte sich heraus, dass auch fehlende Parkplätze am Haus ein Hindernis beim Verkauf der Wohnungen sind. Darum plante die ECH eine Tiefgarage und beantragte eine Änderung des Bebauungsplanes, um all diese Vorhaben realisieren und dabei auch gleich das Dauerwohnrecht festschreiben zu können.

Inzwischen hatten die Fronten sich aber verhärtet, sodass es begleitet von einer öffentlichen Ablehnung auch politisch zur Ablehnung der Änderungen kam. Die ECH konnte ihre Pläne nicht umsetzen, bis 2009 eine neue Stadtvertretung gewählt wurde, die dann die nötigen Änderungen im B-Plan genehmigte.

Es gab durch den Ausstieg der Kempinski-Gruppe eine Namensänderung für das „Adlon am Meer“. Sie wurden nun „Residenzen Heiligendamm“ benannt. Erlaubt ist nun „Wohnen mit Hotelservice“, wobei nicht vorgeschrieben ist, wer den Hotelservice erbringt. Somit bleiben Optionen offen, um auf aktuelle Entwicklungen reagieren zu können. Die ECH kann den Hotelservice selbst übernehmen, eine Tochterfirma dafür gründen, ihn an Dritte übertragen, mit dem Grand Hotel einen Vertrag abschließen oder eine andere Hotelkette für die Residenzen ins Boot holen. Es wurde ein Vertrag mit dem Grand Hotel geschlossen, sodass die Bedingungen erfüllt sind und das Ensemble-Palais erst dann entstehen muss, wenn es auch wirklich gebraucht wird.

2010 begann die ECH mit dem Wiederaufbau der 2007 abgerissenen Villa „Großfürstin Marie – Perle“. Nach der Insolvenz des Grand Hotels war die Stadt der Ansicht, dass „Wohnen mit Hotelservice“ nicht mehr realisierbar sei und drängte das Land dazu, die gerade fällige Verlängerung der Baugenehmigung zu versagen und somit das Baurecht zu entziehen. Das Land wies den Landkreis an, so zu verfahren. Die Stadt hätte nun die Villen kaufen und sanieren oder mit einem Negativattest den Verzicht erklären müssen. Das wurde politisch motiviert verzögert, sodass die ECH Widerspruch einlegte, der aber vom Landkreis nicht bearbeitet wurde, woraufhin sie klagte und Recht bekam. Erst nach einer von der IHK geforderten klärenden Mediation mit verbindlichen Ergebnissen, die wiederum zum Gegenstand von Streitigkeiten wurden und erst 2015 in Kraft traten, lief 2016 auch die Sanierung der nächsten Villen an.

Bis 2020 sind drei weitere Villen saniert, eine und die Kolonnaden in Sanierung befindlich und die restlichen zwei in Planung. Weiterhin entsteht die als „Ensemble-Villa“ geplante Villa „Klingler“ ab 2021 neu. Spätestens danach entstehen dann die Tiefgarage und das Ensemble-Palais.  

Entwurf Rudeloff von Nordosten (Quelle: Entwicklungscompagnie Heiligendamm. Original im LHAS)

Die EntwicklungsCompagnie Heiligendamm orientiert sich beim Ensemble-Palais an einem Entwurf um 1850 vom Architekten Rudeloff. Der hatte für einen Wettbewerb des Großherzogs Friedrich Franz II. für ein neues großes Logierhaus östlich des Gedenksteins einen Entwurf eingereicht.

Entwurf Rudeloff Schauseite (Quelle: Entwicklungscompagnie Heiligendamm. Original im LHAS)

Auch Stüler hatte sich beteiligt aber nur Rudeloffs Entwurf entsprach dem Zeitgeist, nach dem dann drei später aus Geldmangel viele einzelne Villen statt eines großen Hauses entstanden. 

Entwurf ECH (Quelle: Entwicklungscompagnie Heiligendamm)

Die ECH kopiert Rudeloffs Entwurf bis auf die neogotischen Einflüsse an der Ostseite, die sie aber dennoch durch die Bogenfenster andeutet. Lediglich die Eingangssituation folgt anderen Bedürfnissen und das Dachgeschoss ist im aktuellen Entwurf bewohnbar und das Dach teilweise begehbar.

Entwurf Rudelofff neogotische Ostseite (Quelle: Entwicklungscompagnie Heiligendamm. Original im LHAS)
Ostseite im Modell

 

 

Hinweis:
- In dieser öffentlichen Gebäudedatenbank sind Daten aus verschiedenen Büchern, Archiven, Sammlungen und Zeitungen privat vom Autor zusammengetragen. Wenn Sie weitere Informationen oder Korrekturen haben, hinterlassen Sie bitte gern einen Kommentar!
- Die verwendeten Bilder ohne Kennzeichnung sind eigene Bilder des Autors. Alle anderen Bilder unterliegen den Rechten der genannten Urheber. Bilder von Rechteinhabern, von denen bekannt ist, dass sie gegen die Verwendung von Bildern sind, werden grundsätzlich nicht veröffentlicht. Viele Bilder stammen aus dem Archiv der EntwicklungsCompagnie Heiligendamm, in dem auch die Archive von Beckmann und Rochow eingeflossen sind. Die meisten anderen Bilder sind überwiegend privat übermittelt worden. Oft fehlt die Rückseite und manchmal sind es auch nur Ausschnitte. Leider ist es bei einigen wenigen Bildern deshalb nicht gelungen, den Urheber ausfindig zu machen. Für die Veranschaulichung ist es aber wichtig, dass sie gezeigt werden. Wenn Sie Hinweise haben, teilen Sie diese bitte mit!
- Sollte ein Bild unbeabsichtigt Ihre Rechte berühren und entfernt werden müssen, genügt eine kurze Mitteilung und es wird entfernt. Gern wird aber auch der Urheber genannt und verlinkt. Das wäre allerdings sehr bedauerlich. Mit den Bildern wird kein Geld verdient und die Seite deckt nur die Kosten für das Hosting und die Aufwendungen für die Recherchen und Archivkosten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.