Nachrichten

Gedanken zur „schwarzen Null“ des Grand Hotels.

Wann lohnt es sich eigentlich, arbeiten zu gehen? Natürlich: Wenn man Geld verdient. Genauer gesagt: Wenn man genug Geld verdient. Denn wenn man nur die Kosten decken kann, bleibt man doch lieber zu Hause, als ein Nullsummenspiel zu spielen.

Genau so ist es auch bei einem Unternehmen. Was für den Arbeitnehmer das Einkommen ist, das ist für das Unternehmen der Gewinn. Und so wie wir gern mehr, als weniger Einkommen haben, so hat ein Unternehmen gern mehr, als weniger Gewinn.

Wenn man ein Unternehmen kauft, dann schaut man in die Bilanzen und will wissen, wie hoch der Gewinn ist. Speziell sieht man sich den „ebit“ an – „earnings before interest depriciation tax“ – zu Deutsch „Einkommen vor Abschreibungen und Steuern“. Das ist der spannende Betrag, aus dem sich errechnet, ob man das Unternehmen kaufen kann. Denn es muss ja finanziert werden und die Finanzierungskosten müssen von dem Unternehmen getragen werden. Danach muss noch etwas übrig bleiben, denn ohne Gewinn geht man eben nicht zur Arbeit oder kauft ein Unternehmen.

Das Grand Hotel in Heiligendamm schreibt eine schwarze Null. Das heißt, der Laden läuft aber es kommt nicht viel dabei heraus. Anders gesagt: Es ist nichts da, woraus sich der Kauf finanzieren und erst recht nichts, woraus sich Gewinn erzielen ließe. Warum also sollte man das Hotel kaufen?

Es ließe sich womöglich Gewinn erzielen, z. B. wenn die Auslastung erhöht würde. Ginge das kostenneutral, mehr Einnahmen zu generieren, ohne mehr Kosten zu verursachen, würde man damit Gewinn erzielen. Ohne Kosten wird das aber nicht gehen, denn Angebote, die Gäste ganzjährig nach Heiligendamm locken, müssen erst einmal geschaffen – meistens neu errichtet – werden.

Man kann für einen Investor also nur dann interessant sein, wenn er valide Aussicht hat, eine bessere Auslastung ohne Mehrkosten zu haben. Das ist der Schlüssel zum Erfolg, einem Investor die belastbare Perspektive auf eine bessere Auslastung zu geben, ohne dass er unüberschaubare Kosten befürchten muss.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.