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Geschenke, die nicht schön genug sind

Eigentlich war 2011 ein erfolgreiches Jahr für Heiligendamm. Wenn da nicht eine Vereinbarung zwischen Stadt und Grand Hotel aus dem Jahre 2006 wie ein Damoklesschwert über der Weißen Stadt am Meer hängen würde. Sie sorgt für Streit, denn beide Seiten haben unterschiedliche Auffassungen darüber, ob alle Bedingungen erfüllt sind. Statt aber gemeinsam darüber zu reden, hört man nur Meinungen von Stadtvertretern und Diskussionen im Rathaus. ECH-Geschäftsführer Heiner Zimmermann kritisierte dies und die bisherigen Probleme bei der Zusammenarbeit gegenüber einer Lokalzeitung und rügte dabei speziell den Stadtvertretervorsteher Guido Lex, der wiederum in einem Interview wie folgt zitiert wird: „Die Stadt hat bisher geradezu willfährig die Wünsche der ECH erfüllt. Deren Verhalten kommt mir – gerade zur Weihnachtszeit – so vor, als beschwere sich jemand darüber, dass das Geschenk nicht schön genug gewesen sei und als fordere er ein schöneres Geschenk ein.“ Nachdem die ECH durch die Übernahme städtischer Anteile erst den Bau der Randstraße und die Sanierung der Ortsdurchfahrten in Heiligendamm ermöglicht, zur Erhaltung des Kurort-Status einen Kurwald gebaut und nun die Finanzierung des von ihr nicht geliebten Rundweges in Aussicht gestellt hat, sind doch eher die Überlegungen der Stadtvertreter eine Forderung nach einem schöneren Geschenk. Der Stadtvertreter-Vorsteher nennt nicht die vielen Arbeitsplätze, die unmittelbar in Heiligendamm und mittelbar in der ganzen Region entstanden oder erhalten worden sind. Er spricht nicht über Grund- und Gewerbesteuern, die aus Heiligendamm kommen und auch nicht über die positiven Impulse für die lokale Wirtschaft und die Bekanntheit, die unsere Stadt seit 2007 erlangt hat. Zählt nur, was man „verloren“ hat – nämlich überall entlang laufen zu können, nur weil man es 40 Jahre lang durfte? Zählt die Zukunft nicht in Heiligendamm, sondern nur die Vergangenheit – das was gestern war und heute nicht mehr ist und was man vermisst, weil man doch noch nicht in der Gegenwart angekommen ist?

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