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Grand Hotel Heiligendamm wird doch gesund geschrumpft.

Insolvenzverwalter Jörg Zumbaum lässt das insolvente Grand Hotel in Heiligendamm sich gesund schrumpfen. Das ist ein ganz normaler Vorgang im Insolvenzverfahren und dient der Optimierung des Hotelbetriebes. Ziel ist ein effizienter und gewinnbringender Betrieb des angeschlagenen Luxus-Hotels. Zwar läuft das Hotel nicht schlecht aber die Gewinne reichen nicht, um das Hotel durch Nebensaison und Schlechtwetterperioden zu kriegen. Ziel des Insolvenzverfahrens soll sein, ein solides Hotel zu verkaufen. Entgegen bisheriger Dementis soll es doch einige der vom NDR in einer Pressemitteilung veröffentlichten Streichungen und Zusammenlegungen im Grand Hotel geben.

 

Burg für Events und Orangerie für Stammgäste.

 

Die Burg „Hohenzollern“ und die „Orangerie“ werden aus der regulären Vermietung heraus genommen. Die Burg kann für Veranstaltungen, wie Tagungen, Hochzeiten und Feiern komplett oder teilweise gebucht werden, sodass zum Beispiel alle Teilnehmer unter sich bleiben können. Das entspricht früheren Nutzungskonzepten – zuletzt wurde die Burg im Juni 2007 an die Deutsche Delegation unter Bundeskanzlerin Angela anlässlich des G8-Gipfels vermietet.

 

Die Suiten der Orangerie – auf die das Land wegen der Landesbürgschaft einen Grundbucheintrag hält – werden ebenfalls aus der regulären Vermietung heraus genommen und Stammgästen angeboten. Ziel ist es, diese Gäste für längere und wiederkehrende Aufenthalte gemäß den Bedingungen des B-Planes (maximal 6 Monate im Jahr) zu gewinnen. Das längerfristige Wohnen ist ein wichtiges Standbein für ein Hotel – gerade in der Nebensaison. Deutschlands prominentester Dauer-Hotelgast ist Udo Lindenberg im Hotel „Atlantic“ in Hamburg.

 

Restaurant „Medinis“ geschlossen.

 

Auch das Restaurant „Medinis“ im Haus „Bischofsstab“ am Anfang der Promenade fällt dem Rotstift zum Opfer. Das nicht rentable Gourmetrestaurant fällt weg, die Mitarbeiter werden im Grand Hotel selbst eingesetzt und auf diese Weise sollen bis zu 50 Saisonkräfte eingespart werden können. Auch 80 nicht so gefragte Hotelzimmer sollen zusammen gestrichen und als Mitarbeiterwohnungen genutzt werden.

 

Angebliche „Bieterschlacht“ bleibt aus: Insolvenzverfahren soll bis mindestens 2013 fortgeführt werden.

 

Während einige Medien von einer „Bieterschlacht“ um das Grand Hotel schreiben, erweist sich die Verhandlung mit den Interessenten als nicht so einfach wie gedacht. Die Interessenten finden ein Seeheilbad vor, das die wichtigsten Grundvoraussetzungen nur unzureichend bis gar nicht erfüllt. Das verfallene Umfeld, die vielen Provisorien und die fehlenden Einkaufs- und Strandversorgungsmöglichkeiten führen zu Irritationen und der anhaltende Zwist gegen die Investorengruppe schreckt einige von ihnen ab. Einige Stadtvertreter haben angekündigt, das Hotelgelände mit einem Stichweg oder gar der Öffnung aller Wege zerstückeln zu wollen, was zu Unsicherheit bei den Interessenten führt. Das Grand Hotel hat darüber hinaus keine eigenen Parkplätze, sodass erst Verhandlungen mit der ECH stattfinden müssen, die bisher die Parkplätze an das Grand Hotel vermietet hat. Angesichts dieser vielen Hürden, für dessen Beseitigung aus dem Rathaus keine Signale kommen, hat Insolvenzverwalter Zumbaum die Erwartungen relativiert und ein längeres Verfahren in Aussicht gestellt. Das Grand Hotel soll genesen und soll nicht verscherbelt werden – gleichwohl soll es auch nicht durch Versäumnisse im Vorfeld von einer Insolvenz in die nächste schlittern. Gut Ding will Weile haben – Januar 2013 ist nun avisiert.

 

 

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