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Gute Nachrichten für Heiligendammer Grand Hotel – Mitarbeiter.

Gute Nachrichten in Heiligendamm: Ab Mai werden wieder Gehälter gezahlt, sodass nach Ablauf des Insolvenzgeldes keiner der Mitarbeiter leer ausgeht. Neue Jobs werden geschaffen und ab 2. Mai könnte die reguläre Insolvenz beginnen. Einen Investor konnte der Insolvenzverwalter noch nicht vorstellen: Es gibt da ein Hindernis, das Bieter nachdenklich macht.

Wie die Ostsee-Zeitung am 28.04.2012 berichtet, fand am Vortag eine große Mitarbeiterversammlung im insolventen Grand Hotel statt. Kurz vor dem Auslaufen des Insolvenzgeldes wollten fast alle der 300 Mitarbeiter wissen, wie es weiter geht. Insolvenzverwalter Jörg Zumbaum hatte keine schlechten Nachrichten: Der Betrieb geht weiter, das Hotel zahlt wieder seine Gehälter und in den nächsten Tagen entscheidet sich, ob dem Insolvenzantrag stattgegeben wird. Dies gilt als recht sicher, da das Hotel eine sehr werthaltige Masse schon allein durch die hochwertigen Gebäude hat.

Nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens könnten die Gläubiger dann ihre Forderungen anmelden. Hier zeichnet sich ein Hindernis ab, das die zehn Interessenten für das Hotel im Moment noch etwas abschreckt: Einige Gläubiger haben sich ihre Einlage dinglich absichern lassen, z. B. über die Grundschuld. Prominentestes Beispiel ist das Land Mecklenburg-Vorpommern selbst, das seine Bürgschaft durch einen Grundbucheintrag für die Orangerie absichern ließ. Rein rechtlich könnten diese Gläubiger die Zwangsversteigerung der Grundstücke verlangen, was zu der unsicheren Option führt, dass einzelne Gebäude auf dem Gelände entweder aus dem Hotel heraus fallen und einen anderen Eigentümer und möglicherweise eine andere – dem Hotelbetrieb schlimmstenfalls entgegen stehende – Nutzung erfahren oder vom neuen Investor ersteigert werden müssten, um im Hotelgelände verbleiben zu können. Dieses unkalkulierbare Risiko macht die Verhandlungen etwas schwerer.

Während sich für die Mitarbeiter des Hotels durch die Eröffnung des Insolvenzverfahrens nichts ändert, würde Geschäftsführer Anno August Jagdfeld große Teile der Macht über das Hotel verlieren, weil er einer Gesellschaft vorstehen würde, die es nicht mehr gäbe. Dennoch kann Jagdfeld weiter in Heiligendamm die Fortsetzung seines Projekts bestimmen, denn als FUNDUS-Chef bleibt er auch Herr über die EntwicklungsCompagnie Heiligendamm und deren umfangreiches Engagement.

Unterdessen neigt sich die äußerliche Fertigstellung der Villa „Perle – Großfürstin Marie“ ihrem Ende zu: Die Gerüste für den weißen Farbanstrich stehen bereits und in wenigen Wochen soll die größte der Perlen wieder in historischem Antlitz erstrahlen. Bis zum Spätherbst soll der hochwertige Innenausbau noch andauern, während dessen auch die restlichen der sechs Wohnungen verkauft werden dürften. Gleich danach geht es mit Villa „Greif“ links daneben weiter – die Planungen sind abgeschlossen und die Genehmigungen erteilt. Auch Villa „Möwe“ – hier wird wie bei der „Perle“ ein vollständiger Rückbau nötig – wird noch in diesem Jahr in Angriff genommen. Hier investiert ein Dritter in Zusammenarbeit mit der ECH und der hätte schon längst die Anträge durch, wenn die Stadt das Negativattest 2011 ausgestellt hätte. Durch das Versäumnis und die Diskussionen haben Polzin und einige Stadtvertreter den Sanierungs-Fortschritt um fast ein Jahr verzögert. Und vielleicht sogar das Grand Hotel ruiniert – was den Kreis dieses Artikels schließt.

 

Zum Artikel in der Ostsee-Zeitung:
http://epaper.ostsee-zeitung.de/dob/2012-04-28/oz.html

 

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