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Sanierungs-Boom wie 1996

Erinnern Sie sich noch an 1996? Damals begann ein wahrer Schönheits-Boom in Bad Doberan: Ein Haus nach dem anderen wurde saniert und viele baulich veränderte Villen erfuhren eine detaillierte Rekonstruktion. Sechzehn Jahre später gibt es wieder eine Schönheitskur in der Münsterstadt. Diesmal betrifft es die „vergessenen“ Häuser, die bisher keine Käufer oder Investitionen erfuhren. Außer der Villa „Lotte“ in der Goethestraße 1 steht auch das Haus in der Beethovenstraße 7 vor der Sanierung. Das ist das schöne Haus neben dem Schulkomplex, in der viele Doberaner in die Kinderkrippe gingen oder ihre Kinder dort hin brachten. Die markante Villa aus dem Jahre 1900 war lange ein Schandfleck. Nun sind die Verkaufs-Schilder weg; die Pläne des Planungsbüros Wiegner aus Querfurt und das erste Mietangebot stehen im Internet. Löblich: Hier entsteht nicht nur Wohneigentum, sondern eine Mietwohnung und diese hat sogar vier Zimmer – in Bad Doberan eine Seltenheit. Mit 7 €/qm gehört die Wohnung nicht zu den teuersten der Stadt, die noch mehr Wohnungs-Angebote für Familien mit Kindern braucht. Auch in Heiligendamm soll es nach der Fertigstellung der Villen „Krone“, „Marie“ und „Perle – Großfürstin Marie“, gleich weiter gehen: Die Nachbarhäuser „Greif“ und „Möwe“ werden ebenfalls in Kürze saniert. Aufgeräumt wird auch am Ende der Dammchaussee, wo die Bäderstil-Villa bisher wie ein Dornröschenschloss da lag und ausgereifte Pläne gibt es für die Baulücke am Markt. Neubaupläne sehen die Schließung der Baulücke am Lettowsberg vor – hier fehlt nur ein Investor – und ebenfalls investiert werden kann in ein Zentrum für altersgerechtes Wohnen an der Nienhäger Chaussee, dass auch die Ziegelscheune einschließt. Am Kammerhof hat die Stadt einen Interessenten für den Ferienpark und für die Jugendherberge will sie den Verkauf vereinfachen. Sorgenkinder bleiben das alte Moorbad, das Amtshaus, der Bahnhof, der Maxim-Gorki-Platz und die Baulücke in der Severinstraße, sowie einige leer stehende Häuser im Stadtgebiet. Dennoch darf man sich über positive Impulse freuen, denn auch 1996 wurde Bad Doberan nicht an einem Tag kuriert: Es dauerte mehrere Jahre, bis der graue Mantel abgelegt war. Dank vieler und oft unbekannter privater Investoren.

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