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Ideen gegen trostlose Winter-Wochenenden in der Stadt.

Wo vor Wochen noch Touristenströme durch Einkaufsstraßen Bad Doberans bummelten, die Gäste essen gingen und Kultur genossen, ist es jetzt im Dezember wie ausgestorben. Mancher freut sich über die Ruhe, manch Gewerbetreibender aber muss im Sommer gut verdient haben, um im Herbst und Winter über die Runden zu kommen. Angesichts steigender Kosten und sinkender Einnahmen auch durch sinkende Besucherzahlen fällt das nicht jedem leicht. Große Kaufhausketten meiden die Stadt und angesichts der Parkgebühren fahren auch aus dem Umland viele zum Einkaufen lieber gleich nach Rostock. So wie in Bad Doberan, sieht es im Winter in vielen Touristenhochburgen aus, die nur Meer und Natur und eben nur Angebote im Freien bieten. Ein Blick über den Tellerrand zeigt jedoch, dass es auch anders geht: 110.000 Lichter lassen Timmendorfer Strand seit dem 13. Dezember und noch bis zum 1. Januar weihnachtlich erstrahlen. Ein „Musikalischer Winterzauber“ lässt das Ostseeheilbad für zwei Wochen mitten im Winter noch einmal richtig voll werden. Bei Glühwein, Plätzchen und stimmungsvoller Musik drängen sich die Menschen um die Marktbuden, als wäre es Hochsommer. Ein Zimmer zwischen Niendorf und Sierksdorf in dieser Zeit zu bekommen, ist fast schon Glückssache. Etwas weiter westlich in Kiel ist es das fast zweimonatige „Kieler Wintervergnügen“, das die Leute zu Hauf auf die 750 qm große Open-Air-Eislauffläche lockt. Das haben wir hier immerhin im Kleinformat in Kühlungsborn und in Heringsdorf gibt es sogar für vier Monate eine Eisbahn am Strand. Weil kleine Städte die Weihnachtsmärkte der großen Nachbarn sowieso nicht übertrumpfen können, gehen sie neue Wege und da werden kleine Orte wie Zingst schnell mal zum „Weihnachtsdorf“ oder werden Wikinger- Handwerker und Erlebnismärkte organisiert. Manchmal sind es auch nur wöchentliche Veranstaltungen, wie Exkursionen, Fackelwanderungen, Lagerfeuer oder Kutschfahrten. Ebenso locken komische Aktionen, wie das „Weihnachtsbaumversenken“ und die „Abspeckwanderung“ Leute an. Das alles bringt Leute und Geld in die Stadt, wenn alle mitmachen. Es muss nicht groß, bunt und laut sein – nur besonders.

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