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Rechtsstreit in Heiligendamm: Die Bürger sind die Verlierer.

Die EntwicklungsCompagnie Heiligendamm (ECH) bekommt ihre Baugenehmigung zurück: Der Entzug durch den Landkreis war unrechtmäßig. Das urteilte das Verwaltungs-Gericht Schwerin am 5. 12. und tat damit, was ohnehin alle erwarteten, die das Politikum hinter dem Verwaltungsakt durchschaut haben. Gewinner gibt es keine: Der Landkreis verliert das Ansehen, denn er hat nach eigenen Angaben trotz anderer Auffassung auf Drängen aus Schwerin die Baugenehmigung entzogen und hat die Widersprüche der ECH lange nicht bearbeitet und die Klagen riskiert. Damit verliert auch die Landesregierung das Ansehen, denn sie hat Einfluss genommen. Auch das Doberaner Rathaus geht ramponiert aus der Sache, denn es wird als Quelle für den Wunsch nach Entzug der Baugenehmigung angegeben. Insbesondere der hinter verschlossenen Türen wirkende „Heiligendamm-Beirat“ wollte die Baugenehmigung als Druckmittel für verschiedene „Verhandlungs-Szenarien“ nutzen, um Jagdfeld zum Bau eines Stichweges zu „bewegen“. Auch die ECH ist kein Gewinner, denn sie hat Zeit verloren und Geld, das sie nun vom Landkreis einklagen könnte, der dafür Steuergelder nimmt. Überhaupt sind die Bürger die größten Verlierer des andauernden Streits: 50.000 Euro hat nach Medienberichten der Prozess in der ersten Instanz gekostet. Dafür hätten im Landkreis 5 Spielplätze gebaut werden können. Viele Vereine stehen vor dem Aus, weil der Landkreis seine freiwilligen Leistungen kürzt. Auf der anderen Seite verschleudert er unser Geld für aussichtslose Prozesse und erwägt sogar noch, in Berufung zu gehen und noch mehr Geld im Streit zu verbrennen. Stadt und Land machen mit: Das Rathaus will die Bebauungspläne ändern und auch das kostet Geld und droht – siehe Villenviertel – die Pläne der ECH und die Sanierung zu behindern. In Heiligendamm haben verschiedene Investoren erkannt, dass Verhandeln nicht mehr geht. Nicht nur Jagdfeld ist auf den Rechtsweg umgeschwenkt, um an sein Recht zu kommen. So werden Stadt, Land und Landkreis nun unser aller Steuergeld statt in den Aufbau eines Seebades in Rechtsstreits investieren, den Untergang Heiligendamms und Bad Doberans billigend in Kauf nehmend. Was könnte man mit dem vielen Geld alles Gutes FÜR die Stadt und ihre Bürger tun?

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