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Ist die Moorbad-Rettung am Missfallen aus dem Rathaus gescheitert?

Die Tragödie geht weiter. Nachdem David Corleis die Moorbad-Ruine 2015 aus der Zwangsversteigerung erwarb, stellte er ein Konzept zur Rettung vor: Das „Casilino Stahlbad“ sollte eine Spielhalle werden, aber mit 37 Hotelzimmern, Wellnessbereich, Ballsaal und großem Restaurant.

Einige Hürden waren zu nehmen – ein Bebauungsplan musste her und der Umgang mit dem Wild-Wald geklärt werden. Währenddessen räumte der Investor sichtbar das Areal auf. Im Herbst sollte ein Stahlkorsett kommen, 2017 die Projektierung abgeschlossen sein und Bad Doberan sein längst aufgegebenes Stahlbad im Jahr 2020 wieder haben.

Zu schön, um wahr zu sein? Scheinbar ja: Im Rathaus fiel einigen plötzlich das „Gesetz zur Ausführung des Glücksspielstaatsvertrages vom 14.12.2007 ein“. In §11 wird geregelt, wann eine Erlaubnis erteilt werden kann. Dort heißt es unter anderem, dass zwischen Spielhallen ein Mindestabstand von 500 m Luftlinie eingehalten werden muss und sie im Radius von 500 m um Schulen oberhalb des Primärbereichs zu untersagen sind.

Das ist in Bad Doberan problematisch. Eigentlich hätte die Verwaltung das schon bei der Vorstellung des Konzepts wissen und Corleis darauf hinweisen können, statt ihm Hoffnungen zu machen und weiter planen zu lassen.

Jetzt, wo es ans Eingemachte gehen soll, holt sie die Katze aus dem Sack. Oder das Ass aus dem Ärmel? Es ist seit den Sitzungen der Ausschüsse kein Geheimnis mehr, dass viele Stadtvertreter dem Casilino-Konzept nichts abgewinnen können und Bauamtsleiter Norbert Sass sagte schon 2014: „Jeder Investor, der hier einsteigen will, braucht Baurecht. Und die Stadt ist die einzige Instanz, die dieses Baurecht schaffen kann.“

Will die Stadt also dem Investor fern aller Ökonomie, die eine so kostenintensive Sanierung braucht, eigene Vorstellungen aufdrängen? Das alles erinnert an die Vorstöße gegen das Projekt von Investor Jagdfeld in Heiligendamm. Dort ist zwar nach 11 Jahren Ruhe eingekehrt, aber die Rettung wurde um 15 Jahre verzögert.

So viel Zeit hat das Moorbad nicht. Das Plakat ist ab – das Projekt liegt auf Eis. Corleis kündigte an, es zu überarbeiten. Ob es dann im Rathaus gefällt? Oder ob man wieder Gründe findet, es nicht zu genehmigen?

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