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Haus der Energien: Bad Doberan statt Börgerende?

Die Bürgerinitiative „67 m – NEIN!“ hat 695 Unterschriften für ein Bürgerbegehren übergeben. Fast 50% der Wahlberechtigten wollen, dass die beantragte Änderung des F-Planes zum Bürgerentscheid gestellt wird, also nicht Gemeindevertreter, sondern die Wähler selbst entscheiden, ob die Weichen für das „Haus der Energien“ und Sportforum gestellt werden oder nicht.

Der Slogan der Bürgerinitiative lautet „Wir wollen kein Hochhaus in Börgerende-Rethwisch“. Gegen Schmidt habe man nichts, beteuert sie. Und gegen seine Idee wohl auch nicht, denn nun schlägt sie sogar einen neuen Standort vor – in Bad Doberan.

Mehrere Stadtvertreter hatten vor zwei Jahren um den Lehrstuhl für Windenergie geworben, aber die Verwaltung versäumte im entscheidenden Moment, beim Standort Stülower Weg Nägel mit Köpfen zu machen und dann zogen Flüchtlinge dort ein.

Die Bürgerinitiative bringt die Industriebrache in Walkenhagen ins Spiel, für die Stadt und StaLU einen Weg gefunden haben, daraus ein Gewerbegebiet zu machen. Um Förderung für eine Räumung zu bekommen, müssen Arbeitsplätze entstehen. Ein Solarpark kann das nicht – Schmidts Projekt schon.

Die Argumente der Bürgerinitiative: Die zentrale Lage, über Bundesstraße, Autobahn, und Schienen gut erreichbar, schnelles Internet sei schon vorhanden und die Mitarbeiter könnten auf dem Kammerhof bauen. Schulklassen könnten die Ausstellungsflächen nutzen, in die Forschung eingebunden und die Stadt zum Zentrum für erneuerbare Energien werden. Das bliebe Börgerende verwehrt, aber es müsste kein Ackerland aus dem LSG in Bauland gewandelt werden und auf der Industriebrache habe der BUND auch keine Bedenken.

Was sagt Carlo Schmidt dazu? Er ist überrascht und fragt, warum er sich in der frühen Phase angesichts des vielen Zuspruchs von Einwohnern mit einem Alternativstandort beschäftigen sollte: „Ich bin Börgerender, fühle mich hier sehr wohl, habe hier meine Unternehmen. Ich lebe und arbeite wirklich gern hier. Deshalb möchte ich meiner Heimatgemeinde die Chance geben, dieses Konzept in die Tat umzusetzen.“

Schmidt will mit Argumenten überzeugen. Eine weitere Bürgerinitiative namens „Pro Börgerende-Rethwisch“ unterstützt ihn. Es bleibt kontrovers. Aber sachlich.

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