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Jagdfeld-kritischer Bürgerbund umwirbt Bürgermeister.

Nach der Kritik an Bad Doberans neuen Bürgermeister Thorsten Semrau (ZAM berichtete) verteidigt nun auch der 2004 gegen Jagdfelds Vorhaben in das Rathaus eingezogene Bürgerbund den Bürgermeister. Zuvor hatte die Chefin der Bürgerinitiative „Pro Heiligendamm“, aus der der Bürgerbund hervor gegangen ist, den Bürgermeister lobend in Schutz genommen.

Laut OSTSEE-ZEITUNG vom 29.06.2012 stellt sich Bürgerbund-Fraktionschef Hannes Meyer hinter den Bürgermeister und zollt ihm „Hochachtung“, „ermuntert ihn, so weiterzumachen, wie bisher: offen und ehrlich und im Interesse der Doberaner“.

Zugleich schimpft Meyer gegen die SPD und CDU und unterstellt, dass „der Wind auch diesmal wieder aus Heiligendamm weht“ – Jagdfeld also die Kritiken eingefädelt haben solle (so wie Jagdfeld auch die CDU gespalten haben soll, wie es sich für einen Sündenbock gehört). Die Gründe legt Meyer nach der Manier eines BRD-kritischen DDR-Fernsehmoderators zusammenhang los dar: „Denn anders als der Vorgänger Hartmut Polzin, ist der neue Bürgermeister den Herren in Heiligendamm nicht devot ergeben, sondern zeigt Rückgrat“ schreibt Meyer an die OZ.

„Das scheint einigen, bei der letzten Wahl von ECH-kritischen Stadtvertretern gesäuberten Fraktionen nicht zu gefallen. Sie warten nur, bis der neue Bürgermeister Anzeichen von Schwäche zeigt, um sich auf ihn zu stürzen.“ wird Meyer weiter zitiert.

Der Bürgerbund-Chef, deren Partei 2009 mit Verlusten in das Parlament einzog, teilt an seine politischen Widersacher aus: „Frau Mersjann steht der SPD-Fraktion vor. Der Partei, der auch Hartmut Polzin angehörte. Frau Brandt steht einer Fraktion vor, welche spätestens seit der letzten Wahl ganz unverhohlen ECH-Interessen vertritt“
Meyer wird weiter zitiert: „Das Vorgehen des neuen Verwaltungschefs scheine Mersjann, Brandt und auch einigen anderen Stadtvertretern nicht ins Konzept zu passen: „Dass da einer ist, der Mut hat und endlich bereit ist, etwas für die Bürger zu tun und nicht nur Investoreninteressen nachläuft“.

Als Beispiel führt Meyer auf, das Semrau offen eine Wegeverbindung zwischen Bahnhof und Seebrücke in Heiligendamm gefordert und sich die Lösung des Dauerstreites in Heiligendamm zur Aufgabe gemacht. habe. Eine Lösung des Dauerstreites forderte Semrau tatsächlich, die besagte Wegverbindung forderte er jedoch nicht, bekräftigte sogar gestern, den Heimfall zwar zu beanspruchen aber gesprächsbereit gegenüber einem neuen Investor zu sein, also offen für seine Vorschläge, die dann auch in einer Fortsetzung des Istzustandes enden können.

Hannes Meyer schließt seine Stellungnahme mit den Worten „Dass er dafür von gewissen Personen angegriffen wird,war zu erwarten. Es sollte ihn aber nicht beirren, denn viele Bad Doberaner und Stadtvertreter werden ihn unterstützen.“ Den „Berg von Problemen“, den Polzin im Rathaus hinterlassen habe, könne Semrau nun mal nicht in einigen Tagen bewältigen“.

SPD-Frontfrau Mersjann kommentiert die Kritik an ihren Äußerungen: „Dass Herr Meyer mit seiner Ein-Thema-Politik nur auf Heiligendamm fixiert ist, ist nichts Neues. Aber das führt offenbarzu einer gewissen Betriebsblindheit.“

 

ZAM meint: Ich habe es ja gesagt 😉

Schon gestern sah ich, was heute passiert: Nach FDP-Chef Harry Klink und Bürgerinitiativlerin Heike Ohde kuschelt nun auch Hannes Meyer mit dem Bürgermeister, um ihn für seine Zwecke zu gebrauchen. Lässt er sich darauf ein, werden sie lieb zu ihm sein, geht er seinen eigenen Weg (der im Sinne der Stadt nun einmal nicht der von Klink, Meyer und Ohde sein kann), werden sie ihn bekriegen, wie sie Polzin bekriegt haben. Jetzt gilt es abzuwarten, wie die Ostsee-Zeitung sich positioniert. Macht sie wie gegen Polzin mit oder hat sie den Mut, sich hinter den Bürgermeister zu stellen, der bei den Bürgern (und damit Lesern) beliebter ist, als alle Stadtvertreter zusammen?

 

 

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