Keine Führungen und Kutschfahrten mehr: Halbinsel Wustrow ist geschlossen
Seit Januar 2026 ist die Halbinsel Wustrow für jeglichen Besucherverkehr gesperrt. Zugänglich ist sie schon seit vielen Jahrzehnten nicht – sie war zunächst im Dritten Reich als Flugabwehrschule und bis zur Wiedervereinigung als Garnisionsstandort der Westgruppe der Sowjetischen Streitkräfte (GSSD) Militärgelände und nach der Wende wegen Altlasten nicht überall zugänglich. Es wurden zunächst aber Führungen erlaubt. Nach dem Verkauf durch die Treuhand an die FUNDUS-Gruppe aus Köln wurde der Zugang schon einmal aus Sicherheitsgründen verboten, seit 2018 jedoch hatte der Investor und Eigentümer Führungen und Planwagenfahrten ermöglicht.
Dass es auf der „verbotenen Halbinsel“ nicht weiter geht, hat tiefreichende Gründe, die an anderer Stelle ausführlicher dokumentiert sind. (Das Wustrow-Spezial: Was ist mit der Halbinsel geplant und wie ist der Stand?)
Aktuell hat sich nichts geändert: Die Stadt Rerik lehnt die Pläne des Investors ab, der verdient kein Geld mit dem Eiland, hat aber laufende Kosten. Kommt keiner auf die Halbinsel, reicht ein Ranger, der sich im die Tiere und Pflanzen kümmert und ein Wachdienst, der unbefugtes Betreten verhindert.
Erlaubt man aber Führungen und Kutschfahrten auf Wustrow, muss auch für die Sicherheit der Teilnehmer gesorgt werden und das kostet von ständiger Kontrolle bis hin zur Beseitigung der Gefahrenquellen Geld. An den Führungen verdient der Investor nichts und sie nützen nur denen, die sie machen und der Stadt Rerik, weil sie als touristisches Angebot wahrgenommen werden. Die Stadt hat das Angebot auch beworben. Der Investor hat keinen Vorteil, außer vielleicht einen kleinen für das Image, aber an dem wird ohnehin gekratzt – vornehmlich in Rerik. Die Kosten sind größer, als der Nutzen. Da mit Wustrow praktisch kein Geld verdient werden kann, ist auch eine Querfinanzierung zur Absicherung der Führungen oder eine Realisierung eigener Führungsangebote nicht möglich.
Das ist dann auch die offizielle Begründung der EntwicklungsCompagnie Wustrow (ECW). Gegenüber den Medien sagte Pressesprecher Dr. Christian Plöger:
„Wir tun daher jetzt das, was ein jedes Unternehmen tut, dem es verwehrt wird, seiner originären Geschäftstätigkeit nachzugehen: Wir stellen alle Kosten auf den Prüfstand und suchen nach Möglichkeiten, unsere Einnahmen zu verbessern.“
(ausführlich: Halbinsel Wustrow bei Rerik komplett gesperrt: Eigentümer erhebt Vorwürfe gegen die Stadt – OSTSEE-ZEITUNG vom 21.01.2026 – hinter Bezahlschranke)
Weitere Infos zur Geschichte und Entwicklung der Halbinsel Wustrow:
https://erstes-seebad.de/das-wustrow-spezial-was-ist-mit-der-halbinsel-geplant-und-wie-geht-es-weiter/



