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Lärm-Dreieck: Was geht überhaupt auf dem Moorbad-Areal?

In der Diskussion um die Zukunft des alten Moorbades hat sich auch Dr. Ingeborg Heitz eingebracht. Sie war von 1966 bis 1990 Ärztliche Direktorin des einst in den historischen Mauern befindlichen Sanatoriums. Darum ist davon auszugehen, dass sie weiß, wovon sie redet, wenn sie sagt, dass der Standort für ein Hotel nicht geeignet sei. Sie begründet das mit der Straße und den Mollischienen neben und der Bahntrasse hinter dem Haus.

Investor David Corleis glaubt, der Lärm ließe sich technisch aussperren. Urlaub hinter Schallschutzfenstern? Corleis weiß um das Problem und meint, wer Ruhe suche, solle nicht in die Stadt kommen.

Beider Leute Aussagen geben zu denken: Ist das Areal überhaupt für ein Hotel geeignet? Wenn nicht, dann ist es für den viel lieber gesehenen Kurbetrieb noch weniger geeignet, denn hier geht es nicht nur um Erholung, sondern Heilung. Den Lärm zu beseitigen, ist kaum möglich: Die Straße gehört nicht der Stadt und wäre auch nicht verlegbar – genauso wenig, wie die Schienen.

Sollte also an dieser Stelle doch etwas entstehen, das mit dem Lärm leben kann? Hier läge wieder die Spielhalle auf der Hand, die der Investor will. Aber er ist für neue Ideen offen: Dr. Heitz kann sich eine Schwimmhalle vorstellen, die auch für Wettkämpfe geeignet ist und Saunen, Fitnessräume, Friseur und Restaurant, vielleicht mit Dachterrasse. Zumindest mit der Schwimmhalle kann sich der Investor anfreunden: Morgens Schulschwimmen, nachmittags Seniorenschwimmen und ab 17 Uhr offen für alle. An der Spielhalle hält er jedoch fest.

Wenn der Standort für ein Hotel einen Kurbetrieb nicht geeignet ist und auch hochwertige Wohnungen am lauten Umfeld scheitern, muss das Geld für die aufwändige Sanierung anders erwirtschaftet werden. Ob eine Spielhalle das kann und der Weisheit letzter Schluss ist, sei dahin gestellt. Fakt ist, dass der Wunsch nach einer Schwimmhalle schon viele Jahre alt ist und es trotz intensiver Investorensuche und auch Interessenten bisher niemanden gab, der das wirtschaftliche Wagnis eingehen wollte.

Nur durch Synergien oder besser noch Symbiose rechnet sich ein Schwimmbad in Bad Doberan-Heiligendamm. Hier sind Ideen und Offenheit für Neues gefragt. Und Herzblut.

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