Aus dem Norden

Rerik – Seeblick auf slawisch

Schon der Name der kleinen Stadt am Salzhaff hat etwas sagenumwobenes, denn als man den Ort 1938 in Rerik umbenannte, meinte man damit den legendären alten Wikinger-Handelsplatz reric.

Wo der im 13. Jahrhundert wirklich lag, fand man erst ein halbes Jahrhundert später heraus und mit Groß Strömkendorf lag man gerade mal 25 Kilometer daneben. Auch wenn sich also auf dem Haffplatz nicht die alten Wikinger herum trieben, dürfte der Ort zu dieser Zeit wichtig gewesen sein. Er hieß vor der Umbenennung „Alt Garz“, was so viel, wie „Alte Burg“ bedeutet.

Am Schmiedeberg fand man tatsächlich einen slawischen Burgwall und den gibt es so noch einmal nur auf Kap Arkona, dem Heiligtum der Slawen. Sonst findet man slawische Burgwälle nur im Binnenland und nicht direkt an der Küste.

Sei es drum: Rerik hat so einen slawischen Burg-Berg und von dem können Sie auf der einen Seite auf die Ostsee hinaus schauen und auf der anderen die Aussicht auf das Salzhaff genießen.

Nehmen Sie ein Fernglas mit, denn gleich hinter dem Haffplatz beginnt das Sperrgebiet der verbotenen Halbinsel Wustrow, einst Flak-Schule der Luftwaffe des Dritten Reiches, dann Garnisionsstadt der Roten Armee der Sowjetunion. Nach dem Abzug der Sowjetarmee verfielen die Gartenstadt und die Kasernen, der Investor Anno August Jagdfeld erwarb sie mit seiner FUNDUS-Gruppe von der Treuhand und plant den Bau einer neuen Gartenstadt mit Chalets, Marina, Sportboothafen und Hotel.

Über das Wie entbrannte 2003 ein Streit und seitdem wurden auch die Führungen über die Halbinsel wieder eingestellt. Man kann sich aber mit der Barkasse um Wustrow herum führen lassen. Infos zu Wustrow gibt es auch auf ZAM.

Weitere Informationen: http://www.rerik.de/Schmiedeberg.58.html

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