Seebrücke (Großer Steg, Landungssteg, Landungsbrücke)

Standort:
54°08’40.5″N 11°50’35.1″E

Die ersten Stege werden 1796 in Zusammenhang mit den Wegen ins Wasser erwähnt. Zeitgleich entstand auch ein größerer Steg als Anleger. Vornehmlich legte hier der Herzog mit seiner Yacht an, die er auch für Wasserpartien vermietete.

Seebrücke 1861 (Quelle: ECH-Archiv)

1810 wird erstmals eine richtige Seebrücke erwähnt, diese aber schon 1814 wieder ersetzt. 1835 folgte der nächste Neubau und 1841 der Ausbau zum Schiffsanleger.

Seebrücke mit Restauration (Quelle: Stengel & Co. GmbH Dresden)

1872 wurde diese Seebrücke bei der Sturmflut zerstört. Sie wurde wohl wiederaufgebaut, aber einen erwähnten großen Seebrücken-Neubau gab es erst 1900. Diesmal hatte sie zwei Stege, Querstege und eine Restauration auf dem Brückenkopf.

Verlängerung (Quelle: A. Beckmann)

Bereits zehn Jahre war wieder ein Neubau nötig und im Zuge dessen verlängerte man spontan die Seebrücke ab dem letzten Quersteg um 130 Meter nach Norden und machte sie linienschifftauglich. Das geschah 1912 unmittelbar nachdem die Gläubiger das Bad aus der Insolvenz von Walter John kauften.

Neue Variante (Quelle: Archiv Rochow)
Anlegeseite für Kleinboote (Urheber unbekannt, evtl. A. Beckmann)
Seebrücke mit Promenadensteg (Urheber unbekannt)
Seebrücke um 1940 (Quelle: Archiv Foto Marburg)

Danach muss es noch einem Umbau gegeben haben, denn auf Bildern von 1928, 1932 und 1934 hatte die Seebrücke eine „Zickzack-Form“ und war mit Bögen überspannt und einer Lichterkette in der Mitte beleuchtet.

Foto von 1938 – Seebrücke im Bau (Urheber unbekannt – Ansichtskarte)

Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Seebrücke von Einheimischen zur Holzgewinnung genutzt, sodass die Sturmflut von 1949 ein leichtes Spiel hatte, sie zerstörte und die Trümmer bis zur Schleuse trieb.

Bauarbeiten zu DDR-Zeiten (Quelle: Fotohaus Eggers, Kühlungsborn)

Es wurde sofort mit dem Bau einer neuen Seebrücke begonnen, aber 1950 gab es erneut einen Sturm, der die Montagebalken zerstörte und den Rest der Seebrücke fortriss.

Heiligendamm ohne Seebrücke (Quelle: Archiv Rochow)

Zu DDR-Zeiten gab es zwei Buhnenreihen, die obenauf betoniert waren. Sie schützten aber nur ein Rohr, das als Überlauf diente und waren nicht als Seebrücke gedacht. Stattdessen führte eine breite Treppe zum Strand hinunter.

Erste Postkarte mit der neuen Seebrücke (Urheber unbekannt)

1992 wurde mit dem Bau einer neuen Seebrücke begonnen und 1993 zum 200. Jubiläum des ersten deutschen Seebades die Seebrücke feierlich eingeweiht. Sie blieb seitdem vom Wasser verschont, wurde aber von der MS Baltica beschädigt. Das Linienschiff sollte planmäßig an die Seebrücke anlegen, riss aber den östlichen Anleger ab. Die Seebrücke endet auf einer Sandbank und ist deshalb kaum zum Anlegen geeignet.

Seebrücke von der Seeseite aus 2004

Die MS „Europa“ legte darum in einiger Entfernung an und bootete die Passagiere mit Schlauchbooten aus, die dann an den westlichen Anleger anlegten. Der östliche Anleger wurde erst zum G8-Gipfel 2007 aus dem Wasser geborgen, der westliche auch demontiert und die Treppen geschlossen. Ein Anlegen ist nicht erlaubt. Östlich der Seebrücke gibt es eine Schneise, in der flache Boote am Strand anlanden können.

Sanierung der Holzelemente 2011

2006 entstanden im Zuge der Neugestaltung des Seebrückenplatzes neben der Seebrücke Treppen zum Strand. 2011 wurde für 160.000 Euro mit Tropenholz erneuert, 2012 aber wegen Absturzgefahr für einen Monat gesperrt und noch einmal nachgebessert. 2018 wurden LED-Lampen zur Beleuchtung installiert. Auf der Seebrücke gibt es eine Wettermessstation für die Anzeigetafel an der Promenade, ein Münzfernglas, Bänke, Papierkörbe und Rettungsringe. Es gibt eine Seebrückennutzungsordnung und zuständig ist der Bürgermeister von Bad Doberan als Hafenmeister.

Angeregt wurden 2000 der Bau einer zweiten größeren und schiffstauglichen Seebrücke weiter östlich und 2007 und 2020 der Bau einer kleinen Seebrücke am Strandzentrum. Aktuell gibt es außer dem Erhalt keine Pläne.     

 

Weitere historische Bilder

 

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