News und Nachrichten aus Bad Doberan - Heiligendamm

Überschwemmungen in Bad Doberan +++ Renntage begeisterten +++ Ergebnisse von der Kammerhof-Begehung +++ Stadtgeschehen von Juli und August

Nachrichten vom Juli und August aus Bad Doberan-Heiligendamm: Überschwemmungen in Bad Doberan +++ Renntage begeisterten +++ Ergebnisse von der Kammerhof-Begehung +++ Neue KITA und altersgerechtes Wohnen +++ Generationenwechsel im Möckelhaus +++ Sana-Kliniken wollen Krankenhaus Bad Doberan kaufen +++ THW jetzt in Bad Doberan zuhause +++ Emsiges Baugeschehen überall

 

Überschwemmungen in Bad Doberan

Das Thema Nummer eins im August war die Überschwemmung der Bad Doberaner Innenstadt. Am 31. Juli regnete es am Nachmittag lange und heftig. Etwa 50 Liter pro Quadratmeter sorgten für ganze Bäche in der Innenstadt, da das Wasser nicht schnell genug abfließen konnte. Die Molli-Bahn machte dem Namen „Bäderbahn“ alle Ehre, schob in der Goethestraße das Wasser vor sich her, während nebenan Keller und Garage vollliefen. Rund um den Markt steckten die Autos bis zu den Oberseite der Räder im Wasser und ein Urlauber blieb dann auch noch in der Mollistraße im Gleisbett stecken, weil er das Verbotsschild übersah und im Wasser das Ende der Straße nicht wahrnahm. Das war nur einer von über 80 Einsätzen, den die Feuerwehren bis 22:30 Uhr meistern mussten. Der Wallbach lief über, weil er so viel Dreck mitgespült hatte, dass er an der Mühle verstopfte. Die Feuerwehr musste mit Pumpen anrücken, um einen Bruch des Walls und ein Auslaufen des Baches zu verhindern. In einem Haus mussten die Mieter evakuiert und der Strom abgeschaltet werden. Eine Mieterin verlor ihre Wohnung im Souterrain und ein Hauseigentümer seinen Porsche – beides ging durch die Medien. Aber auch Gewerbetreibende rund um den Markt hatten große Schäden zu verzeichnen.

 

Bei einigen zeigte sich das Ausmaß erst Tage später, sodass sie ihren Betrieb verlagern oder pausieren mussten. Das historische Gymnasium blieb zum Schulanfang geschlossen, weil die Trocknung noch nicht erfolgreich war. Die Schließung wird auch im September andauern, da sich nun auch noch Schimmel gebildet hat. Die Filiale der Ostseesparkasse ist ebenfalls seit der Überflutung geschlossen, weil Wasser in das Kellergeschoss eingedrungen ist und auch die Technik in Mitleidenschaft gezogen hat. Es ist eine grundlegende Sanierung der gerade erst neu eröffneten Hauptfiliale nötig. Solange bedient die OSPA ihre Kunden in einem Trailer auf dem Marktplatz und in der anderen Filiale im EKZ.

Das Rathaus rief gleich zum 3. August eine Bürgerversammlung ein, um einen Überblick über den Schaden und die möglichen Hilfen zu bekommen. Der Bürgermeister Jochen Arenz rief unter dem Motto „Doberaner helfen Doberanern – wir lassen und nicht allein!“ unter anderem in den sozialen Netzwerken zur Hilfe auf und war auch dabei, als die Betroffenen ihre Möbel in den großen von der Stadt georderten Container auf dem Markt entsorgten. Eilig trommelte er alle zusammen, die etwas zum Hochwasserschutzkonzept beitragen können. Erste Verlautbarungen gibt es bereits: Allzu viel könne man nicht machen, nur an einigen Stellen optimieren, wie die Schaffung von Bordsteinkanten. Das schnelle Verschwinden des Wassers nach der Überflutung zeige, dass das System im Grunde funktioniert, aber nicht für solche Niederschlagsmengen ausgelegt sei. An diese aber müsse man sich gewöhnen.

Übrigens kann jeder Grundstücksbesitzer selbst zum besseren Abfließen des Wassers beitragen, indem er sein Grundstück nicht versiegelt, also Pflaster nur sparsam einsetzt und Einfahrten eher mit Rasengittersteinen, als Pflastersteinen befestigt. So kann auch das Wasser vom zubetonierten Nachbargrundstück noch versickern, bevor es die Hauswand erreicht. Die Ereignisse lassen aber auch den Ruf nach mehr „Entsiegelung“ im Stadtgebiet wieder lauter werden. Gerade der großflächig zugepflasterte Markt und Alexandrinenplatz würden durch eine Entnahme von Pflastersteinen und Auffüllung mit Rasen wieder wasserdurchlässiger werden.

Weiterführende Links:

Ausnahmezustand Unwetter (Feuerwehr Bad Doberan)
Erneut Überschwemmungen in Bad Doberan (NDR Nordmagazin)
Nach Unwetter: Schulsanierung dauert bis 2020

 

Renntage begeisterten wie vor 20 Jahren

Mancher zweifelte im Juni noch, ob es im August wirklich Pferderennen in Bad Doberan geben wird. Die Doberaner Renntage fanden statt – zwei Tage, 18 Rennen – alles wie immer. Bis auf das: Vor dem ersten Rennen wurde erst einmal gemütlich gefrühstückt. LIDL sponserte 500 Frühstückspakete und die Gäste nahmen das Frühstück mit Blick auf die Rennbahn gern an. Die Renntage waren nach einem Jahr Pause wieder so erfolgreich, wie zuvor und die Veranstalter stellten schon beim Verteilen der Plakate fest, dass der Spirit der Renntage die Doberaner noch genauso begeistert, wie vor zwei Jahrzehnten. Die Zukunft der ältesten Galopprennbahn auf dem europäischen Kontinent wird gerade erst neu geschrieben: Es gibt Verhandlungen mit AntenneMV über eine Neuausrichtung der Lokation über die jährlichen Rennen hinaus und es gibt handfeste Pläne für einen Baumwipfelpfad mit Brücke über die Mollischienen zur Rennbahn.

 

Ergebnisse der zweiten Ortsteilbegehung vorgestellt

Im neuen Teil des Kammerhofes stieß der Bürgermeister auf Unzufriedenheit. (siehe Bericht) Das Areal ist eine riesige Baustelle und wird es auch bis ins nächste Jahr hinein bleiben, aber die Grünflächen sind nun einmal schon da und können nicht brach liegen, bis alles fertig ist. Genau das war aber der Fall: Blumenrabatte verwilderten. Büsche vertrockneten und auf dem Spielplatz wachsen Disteln. Die Stadt stellte klar, dass während der Bauphase die Ostseewohnpark Beteiligungsgesellschaft für die Pflege zuständig ist. Die Anwohner müssen bis zur Übergabe keine Pflegemaßnahmen und Straßenerhaltung vornehmen, weil die Flächen noch privat sind. Erst mit der Übergabe an die Stadt werden sie öffentlich und tritt die Straßensatzung dort in Kraft. Die Ostseewohnpark-Beteiligungsgesellschaft säuberte nun die Rabatte und führt das fort. Was über Monate versäumt wurde, wird aber nicht in Wochen zu schaffen sein. Die Stadt will die Flächen nur in einem Top-Zustand übernehmen.

Aus Naturschutzgründen werden die Grünflächen nur dreimal im Jahr gepflegt und beim Mähen zwischen den drei Einsätzen nur ein 1,5 Meter breiter Streifen entlang der Wege gekürzt. So ist es auch an den Bundes- Land- und Kreisstraßen zu beobachten. Die Spielplätze werden natürlich öfter gemäht. Wie man den Disteln Herr werden will, ohne die Rasenfläche ganz neu anzulegen, ist noch offen. Zwei Fußballtore sind schon bestellt und im Herbst wird ein großer Baum als Schattenspender gepflanzt.

Das Problem mit dem Niederschlagswasser soll der ZvK lösen, aber dazu müssen die Bauarbeiten erst abgeschlossen sein. In konkreten Fällen kann der Verband aber schon jetzt vor Ort die Situation ansehen und Lösungen suchen. Der ZvK geht davon aus, dass eine Entspannung von selbst eintritt, wenn alle Grundstücke bepflanzt sind.

Die Bürger hatten auch auf die Dammchaussee aufmerksam gemacht, auf der zwischen dem Radwegübergang und dem Ortsteingang keine Geschwindigkeitsbegrenzung existiert, also 100 km/h gefahren werden darf. Auch mit durchgehend Tempo 70 wären sie nicht zufrieden. Im Rathaus setzte man sich mit dem Landkreis in Verbindung und fand eine Lösung: Das Ortseingangsschild wird vom bisherigen Stadtrand in Höhe der Zufahrt zum B19-Kammerhof nach Norden an den neuen Stadtrand versetzt. Dadurch dürfen ab der Einbiegung in die Dammchaussee nur noch 50 km/h gefahren werden. Die Dammchaussee soll am Briesenbrower Weg auch noch eine weitere Bushaltestelle bekommen. Das ist übrigens Teil einer Aktion von REBUS. Das Unternehmen schafft derzeit neue Haltestellen und mehr Verbindungen.

Der Radweg soll repariert und bis zum bestehenden Bürgersteig am Fußgängerüberweg am Ärztehaus verlängert werden, die Ausschilderung soll aktualisiert und die Beleuchtung instand gesetzt werden. Die Mittel dafür werden in den nächsten Haushalt eingestellt.

 

Neues für Jung und Alt

Auch auf dem Buchenberg wird weiter an den Ergebnissen der ersten Ortsteilbegehung gefeilt. Unabhängig davon macht die WIG viele Wohnungen altersgerecht. Mit 89.000 Euro Fördermitteln aus Schwerin konnte in der Heinrich-Seidel-Straße der 560.000 Euro teure Anbau von Fahrstühlen in Auftrag gegeben werden, sodass 30 Wohnungen mehr mit dem Fahrstuhl erreichbar sind. Die WIG hat auch in Fahrradhäuschen investiert, um den Bewohnern das Heruntertragen des Fahrrads in den Keller zu ersparen. Bei 1.270 Wohnungen im Bestand der WIG ist das natürlich erst der Anfang eines langen Weges. Derzeit entstehen in der Bussardstraße neue WIG-Wohnungen.

Für die Jüngsten sind am Kellerwald 45 neue KITA-Plätze im Entstehen. Die AWO baut das ehemalige Internat der Förderschule zur KITA „Am Kellerswald“ um. Der erste Trakt für 15-20 Kinder soll spätestens am 2. September fertig sein und der zweite Trakt am 1. Oktober. Zuvor darf man am 30. August beim Tag der Offenen Tür von 14 bis 17 Uhr schon mal reinschnuppern.

 

Generationswechsel im Möckelhaus

Silvana Rieck ist seit der Eröffnung des Museums im Möckelhaus im Jahre 1981 im Museum tätig. Sie hat an den Umgestaltungen von 1997 bis 2004 mitgewirkt, durch die das Haus insgesamt erlebbarer wurde. Vor allem aber war bei ihr nie nach Feierabend Schluss, sondern sie hat auch ihre Freizeit mit viel Engagement zur Verfügung gestellt. Sie brachte ihre Ideen in Doberaner Veranstaltungen ein, ihre Expertise in kulturelle Aktionen und ihr Wissen in Bücher und Publikationen. Vor allem aber brachte sie ihr Herz ins Stadt- und Bädermuseum ein und schuf so über fast 40 Jahre etwas Bleibendes für Bad Doberan.

Der Wechsel an der Spitze des Museums ist auch ein Generationenwechsel. Silvana Rieck geht in den verdienten Ruhestand und ihre Mitarbeiterin Lisa Riess folgt auf ihren Posten. Sie kam 2018 als Museumsmitarbeiterin zum Möckelhaus. Vorher arbeitete sie beim Schuhhaus Höppner und beim Möbelhaus Höffner, aber das war nicht das, was sie gelernt hatte: Von 2010 bis 2013 studierte sie an der Universität Rostock Germanistik und machte den Bachelor of Arts und anschließend bis 2015 Geschichte mit dem Abschluss des Master of Arts. Im Stadt- und Bädermuseum lernte man ihre Fähigkeiten schnell schätzen – so schnell, dass sie nach einem Jahr Chefin werden durfte.

 

Sana-Kliniken wollen Krankenhaus Bad Doberan kaufen

Das Krankenhaus Bad Doberan hat einen neuen Klinikchef und bekommt voraussichtlich auch einen neuen Betreiber. Nachdem das Kreiskrankenhaus in Kühlungsborn geschlossen wurde, eröffnete 1996 das neu errichtete Krankenhaus am südlichen Ortsrand von Bad Doberan. Der Landlreis privatisierte das Krankenhaus 1998 und gab den Mitarbeitern die Möglichkeit, sich an der Betriebsgesellschaft über eine Mitarbeitergesellschaft zu beteiligen. Das war bis dahin deutschlandweit einmalig. Das Haus hat 3 Kliniken mit 4 Abteilungen und 134 Betten. Nun kaufen die Sana-Kliniken das Krankenhaus Bad Doberan.

Der Name „Sana“ erweckte zunächst den Eindruck, das Krankenhaus solle in eine Kurklinik umgewandelt werden und somit die medizinische Versorgung samt Notaufnahme entfallen. Die Sana AG betreibt aber auch Kliniken, wie das Hanseklinikum Wismar. Die Landeskrankenhausgesellschaft MV bewertet den Verkauf positiv: Die Sana AG habe einen guten Ruf. Bundesvorgaben wie Qualitätssicherung und Mindestmengen seien für kleinere Krankenhäuser in einer großen Klinikkette einfacher zu bewältigen und für die Patienten oder Mitarbeiter werde der Verkauf vermutlich kaum zu nennenswerten Veränderungen führen.

 

THW jetzt in Bad Doberan zuhause

Das Technische Hilfswerk konnte im Juli das neue Gebäude im Gewerbegebiet Eikboom beziehen. Die Arbeiten wurden zwar schon vor recht langer Zeit begonnen, aber der Neubau steht auf einem potenziellen Bodenfundgebiet. Die Archäologen untersuchten 3.000 Quadratmeter und registrierten   441 Befunde.

Nun ist das 1,9 Mio. Euro teure Domizil mit Fahrzeughalle, Büros, Schulungsraum und Lager fertig. Der Entschluss zum Umzug aus Kägsdorf fiel 2011, weil die Bunker der ehemaligen Fla-Stellung der NVA nicht mehr ausreichten und zu feucht für die Technik waren. Für die meisten Mitarbeiter hat sich der Arbeitsweg durch den Umzug verkürzt.

 

Emsiges Baugeschehen überall

Der Ostseewohnpark ist eine riesige Baustelle. Ein Haus nach dem anderen entsteht und auch die so erhofften Villen entlang der Dammchaussee sprießen wie Pilze aus dem Boden. In der Bussardstraße dreht sich der Baukran für ein neues Wohnhaus, in der Kröpeliner Straße ebnen die Bagger den Boden für ein neues Haus an Stelle des Brandhauses und um die Ecke in der Lindenstraße füllt sich die letzte Lücke mit einem Haus.

In der Heinrich-Heine-Straße wird die Schließung der letzten Lücke vorbereitet und auch in Althof sind zwei neue Häuser entstanden. In der Nienhäger Chaussee entsteht die schon erwähnte Filiale des Netto Marken-Discount (roter Netto), nebenan neigt sich das Wohngebiet der Vollendung und auch in der Straße „Am Kammerhof“ ist ein neues Haus entstanden.

Wie berichtet entstehen in Heiligendamm die Boarding Houses in der Kühlungsborner Straße neu und auch an der Perlenkette und um die beiden Villen in der Seedeichstraße wird fleißig gearbeitet. Durch die Verschiebung der Baustelleneinrichtung für die Sanierung der Kolonnaden wurde die Wiese neben dem Fahrradparkplatz an der Seedeichstraße hergerichet. Die ECH als Eigentümer auch des Parkplatzes hat den Fahrradparkplatz darum auf die andere Seite der Zufahrt verlegt.

Ein Stück weiter in der Seedeichstraße hat Investor Klaus König die Gründungsarbeiten für das neue Strandzentrum in Heiligendamm abgeschlossen. Während der Saison gibt es zunächst keine Bautätigkeiten. Wenn sie starten, werden die Parkplätze vor der Baugrube entfallen und es kann zu Einschränkungen auf der Straße nach Börgerende kommen.

Die Bauarbeiten an der Brücke in der Beethovenstraße werden nach Erfolg der Ausschreibung fortgesetzt. Die Arbeiten für den Vorfluter an der Randstraße laufen auch.

Zwischen der B05 und der Straße Am Walkmüller Holz neigt sich das neue Verwaltungsgebäude von ONTRAS Gastransport GmbH der Vollendung entgegen. ONTRAS betreibt das 7.000 Kilometer lange Erdgas-Fernleitungsnetz in den neuen Bundesländern. Das neue Gebäude wird mit Photovoltaikanlage, Wärme- und Umwälzpumpen, Entwässerungs- und Versicherungsanlagen ausgestattet.

Die alte Baracke wird abgerissen und schon im nächsten Jahr soll der ONTRAS-Sitz im neuen repräsentativen Aussehen am meistfrequentierten Doberaner Ortseingang erstrahlen.  Etwas versteckt entsteht auch am Wallbach hinter dem ehemaligen Dienstleistungskombinat in alten Mauern neuer Wohnraum.

Das nächste große Bauprojekt ist der Wohnpark an der Nienhäger Chaussee. Die Erschließung ist angelaufen, die Form des von Erdwällen umschlossenen Wohngebietes schon erkennbar. Schon bald werden hier 30 neue Häuser stehen. Es bleibt aber viel Fläche übrig. An der Stelle war auch mal ein neuer Sportplatz im Gespräch.

Noch keinen Baufortschritt gibt es auf der bereinigten Industriebrache der ehemaligen Chemischen Fabrik in Walkenhagen. Hier läuft die Suche nach einem Investor, denn das Areal gilt als belastet und es ist einfacher, es an einen großen Investor zu verkaufen, der dort nur eine Sache baut.

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