Villa “Sporn” (Eikboom)

Alte Namen: Villa „Eikboom“

Standort:
Seedeichstraße 16
54°08’35.6″N 11°50’57.4″E

Bauzeiten: 1874 (Nizze, S 166)
Bauherr: Otto von Kahlden
Architekt: unbekannt
Eigentümer: Otto von Kahlden (1874-?), Ernst Heinkel (1939-1945), SMAD (1945-1949), Volkseigentum der DDR (1949-1990, Eigentum der BRD (1990-1997) EntwicklungsCompagnie Heiligendamm I GmbH & Co. KG (seit 1997)
Nachgewiesene Nutzer: Otto von Kahlden (1874-?), Ernst Heinkel (1939-1945), danach unbekannt, zuletzt im EG Dr. Bauerknecht

Wohnfläche: 291 qm
Grundstück: 1401 qm

Beschreibung:

(Quelle: A. Beckmann)

Villa „Sporn“ wurde am Rande des Seebades gebaut. Sie taucht erstmals 1884 auf den Plänen auf. Überliefert ist, dass Baron Otto von Kahlden die beiden Villen „Sporn“ und „Adler“ für sich und seinen Sohn Rudolf bauen ließ. Er hatte das Seebad 1872 als Anteilseigner mit erworben und 1885 die anderen Anteile aufgekauft. Es ist wahrscheinlich, dass er deshalb einen Wohnsitz in Heiligendamm bauen ließ. Die Villa „Sporn“ soll er selbst bewohnt haben, die Villa „Adler“ soll er später für seinen Sohn bauen lassen haben.

Der Name „Sporn“ könnte vom Vorkommen des Lerchensporns im angrenzenden Waldstück abgeleitet sein, ebenso vom Rammsporn der Schiffe der zu dieser Zeit euphorisch im Aufbau befindlichen deutschen Kriegsflotte. Auch der Sporn am Reiterstiefel kommt in Frage, da von Kahlden preußischer Rittmeister a. D. war.

Das Haus hat einen kubischen Gesamteindruck. Die sechs Achsen der Westfassade sind zurückhaltend gestaltet.

(Quelle: A. Beckmann)

In der Gartenfront wurden Akzente gesetzt. Drei Mittelachsen sind stark vorgezogen, aber bilden nicht die Mitte und auch nicht die Ecke. Dadurch entsteht das spannungsvolle Verhältnis von 1:3:2. Wie in der Bäderarchitektur üblich, wurden alle Möglichkeiten der Verbindung von innen zu außen über Balkone, Loggien und Veranden genutzt.

(Quelle: A. Beckmann)

Otto von Kahlden starb 1899. Wie das Haus danach genutzt wurde, ist nicht überliefert. Im Jahr 1910 verkaufte Rudolf von Kahlden das Bad an Walter John.

Erst 1939 ist ein Eigentümerwechsel dokumentiert. Der Industrielle Ernst Heinkel nahm sich die Villa „Sporn“ als Sommerhaus. Bei KARGE heißt es, das Bad sei beschlagnahmt und der Besitz verteilt wurden.

Demnach würde dieses Gebäude zu den Immobilien gehört haben, die 1924 durch Baron Oskar Adolf von Rosenberg gekauft wurden. Das wiederum würde bedeuten, dass es 1911 bis 1924 der Ostseebad Heiligendamm GmbH gehörte, was den Schluss zuließe, dass Rudolf von Kahlden es zusammen mit dem Bad an Walter John verkaufte. Das ist aber nicht gesichert.

(Quelle: M. Sander)

Ab 1949 ist eine Nutzung aus Wohnhaus für leitende Ärzte des Sanatoriums nachweisbar.  Zum Zeitpunkt der Ausschreibung durch die TLG im Jahre 1995 wurde nur das Erdgeschoss bewohnt. Laut Klingelschild wohnte hier Dr. Bauerknecht.

Nach dem Verkauf an die FUNDUS-Gruppe im Jahr 1997 stand das Haus leer. Geplant war eine Zuordnung zum Plangebiet „Ayurveda-Zentrum“.

Denkbar war eine Nutzung als Bestandteil der Klinik für Plastische Chirurgie. In der Mediation von 2014 einigte man sich auf eine Nutzungsänderung. Seit 2015 wird die Villa für 1.230.480 Euro zum Kauf angeboten. 

Visualisierung nach Sanierung (Quelle: EntwicklungsCompagnie Heiligendamm)

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