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Vorsicht, Satire: Heiligendamm auf Kurs gegen Konkurrenz aus Polen

Die Konkurrenz schläft nicht. Hat das polnische Zoppot vor Jahren das erste deutsche Seebad überholt, schlägt dieses nun gnadenlos zurück. Fast 30 Jahre nach Heiligendamm avancierte Zoppot zum Luxusbad mit imposantem Kurhaus, Spielkasino und Kasinohotel als Herzstück vor der 511 m langen Seebrücke mit überdachten Arkaden. Pferderennen und Segelregatten gehörten früh zum Standard, die Waldoper kam später hinzu, Museum und Flaniermeilen im neuen Jahrtausend und die Marina und modernen Luxushotels vor kurzem. 100 Mio. Euro kostete allein die Verwandlung der Innenstadt zum pulsierenden Zentrum, in dem die Gäste alles für ihren unbeschwerten Urlaub finden. Zoppot ist für Polen ein Leuchtturmprojekt, wie für uns in Mecklenburg-Vorpommern Heiligendamm. Klar, dass man mitziehen und sich auf die Konkurrenz einstellen muss. Die Kaiserbäder, Kühlungsborn und Warnemünde gehörten zu den ersten, überholten Travemünde und die Region Timmendorfer Strand, ehe auch dort die Notwendigkeit erkannt wurde, in anspruchsvolle Promenaden mit vielen kleinen Geschäften, schöne Kurparks, Meerwasser-Therme, Segel- und Yachthäfen zu investieren. Inzwischen kann Ostholstein mit der Konkurrenz aus dem deutschen und polnischen Osten mithalten. Aber auch Heiligendamm ist wieder auf Kurs: Nach langer Vorbereitung ist ein Teil des Schotter-Parkplatzes in eine anspruchsvolle Bummelmeile verwandelt worden. In ganzen drei Lokalitäten erwartet die anspruchsvollen Gäste des ersten deutschen Seebades exklusive Kulinarik vom französischen Crépes und dänischen Eis bis zum heimischen Backfisch. Abgerundet wird das vielfältige Angebot durch „Open air shopping“, bei dem der Gast außer Messer und Flaschenöffner auch Kunststücke ergattern kann. Wo findet man 20 Jahre nach der DDR in 1A-Lage noch derartige Angebote? Andere Bäder haben Toplagen mit Restaurants und Läden zugepflastert, um richtig viel Geld zu verdienen. Wir nicht, denn für uns haben die unberührte Natur samt Naturstand parallel zur ansprechenden Promenade, mündend auf einer einzigartig kurzen Seebrücke, ihren ganz eigenen Reiz. Einige Macher im Rathaus sehen ihr produktives Schaffen nach vielen Jahren an einem Punkt, wo sie sich der Münsterstadt zuwenden und auch diese mit ihrem Können beglücken wollen. Gut so, denn auch Bad Doberan selbst muss sich der Konkurrenz aus Kolberg, Misdroy & Co. stellen und dazu braucht es fähige Leute.

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