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Wald statt Haus

Heiligendamm hat nicht nur ein Kurhaus, sondern seit 10 Jahren auch einen Kurwald. Nun bekommt Bad Doberan zum Krankenhaus auch einen – nein, nicht Krankenwald – einen Heilwald. Er umfasst die 40 ha große „Eikhäge“, zu der auch das Amerikagehölz, Brands Höh‘ und die Sagertannen gehören. Mit ca. 700.000 Euro Fördermitteln wird der Wald bis 2017 ertüchtigt. Die vorhandenen Wege und Anlagen werden ausgebaut, Aussichtspunkte und Rastplätze sollen erneuert und geschaffen und der Quellbach für Heilanwendungen nutzbar gemacht werden. Auch ein Trinkbrunnen ist eine der Ideen der Planer und im Rathaus möchte man eine Einbeziehung des wild gewachsenen Waldes rund um das alte Moorbad und eine Brücke dorthin über die Bahnschienen – wenn die Bahn mitmacht. Zumindest das Moorbad, der Bädervernand (VDMO), die Landesforst und die Universität Rostock machen mit beim Projekt. Bad Doberan ist neben Graal-Müritz, Waren, Sassnitz und dem Ostseeheilbad Heringsdorf einer von fünf Kurorten des Landes, die einen Heilwald bekommen und der einzige, der beides hat: Kurwald und Heilwald. Das sind verschiedene „Waldstufen“: Kurwälder sollen eine gesundheitsfördernde Breitenwirkung entfalten und das Wohlbefinden stabilisieren und Heilwälder die therapeutische Nutzung für ganz spezielle Indikationen ermöglichen. Während in Kurwäldern der erholsame Aufenthalt im Vordergrund steht, geht es in Heilwäldern um Vorsorge, Therapie und Linderung. Hier ist Fachpersonal ein Mindestkriterium und es werden deutlich mehr Anforderungen an die Therapiemöglichkeiten und Infrastruktur gestellt, als beim Kurwald. Heilung verspricht der Heilwald bei orthopädischen, neurologischen, onkologischen, psychosomatischen, psychischen, Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die als leicht- bis mittelgradig eingestuft und von der Moorbad-Fachklinik therapiert werden. Dabei sollen sowohl Rehabilitation, als auch Prävention eine Rolle spielen. Die Angebote untermauern den Kurort-Status und sind auch für touristische Leistungsträger ein gänzlich kostenloses Marketing-Argument. Außerdem sind sie der beste Beweis dafür, dass was für Gäste schön ist, auch für Einheimische schön sein kann.

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