Archäologische Funde am Thünenhof +++ Sperrung in der Beethovenstraße +++ Zweite Ortsteilbegehung

Spannende Funde: Archäologen graben am Thünenhof

Im Zuge des Baus des neuen Quartiers des THW und der Vorbereitung für den Bau des Wohngebietes am Thünenhof wurden archäologische Grabungen vorgenommen. Dass hier etwas zu finden ist, stand außer Frage, aber was die Archäologen um Frank Mewis fanden, ist eine Sensation:

Gefunden wurde ein „Massengrab“, welches so bezeichnet werden darf, weil der Leichenbrand die Leichen von sieben Männer und Frauen repräsentiert. Die Bestattung mehrerer Menschen in einem Grab war damals nicht üblich. Hinzu kommt, dass die Schädel- und Längsknochen Hiebverletzungen aufweisen. Die sieben Menschen wurden also vor über 3.000 Jahren dort getötet und dann in einem Massengrab beerdigt.

Das ist in der Form bisher im ganzen Land einmalig. Die Funde werden auf die späte Bronzezeit (1500-1300 v. Chr.) datiert. Dazu gehören auch ein Flintdolch und Keramikscherben. Es sind jedoch auch jüngere Funde aus der Jüngeren Römischen Kaiserzeit (175-375) gefunden worden. Hier haben also auch Germanen gelebt. Es wurden mehrere Häusergrundrisse gefunden, die Rückschlüsse auf eine bäuerliche Tätigkeit zur Selbstversorgung mit handwerklichen Nebentätigkeiten zulassen.

Die dichte Konzentration mehrerer Brennöfen lässt die Vermutung zu, dass hier Raseneisenerz verhüttet wurde. Insgesamt haben die Archäologen bis Ende Juni 441 Befunde auf etwa 3.000 qm registriert. Im September sollen die Bauarbeiten für das neue Wohngebiet in Verlängerung der Nienhäger Chaussee beginnen.

 

Sperrung in Sicht: Brückenneubau in der Beethovenstraße

Wie in jeder Hauptsaison sorgt der Landkreis auch in diesem Jahr mit Bauprojekten für Verkehrsbehinderungen und Ärger. Diesmal ist die Brücke über das Bollhäger Fließ an der Reihe, wodurch es zu halbseitigen und Vollsperrungen in der Bethovenstraße kommt. Zunächst entsteht ein Dünker, in dem die Unternehmen die Versorgungsleitungen verlegen können. Das wird etwa drei Wochen dauern und einige kleine Baustellen bedeuten.

Danach wird die Brücke abgerissen und neu gebaut. Im Moment regelt eine Baustellenampel den Verkehr. Die Autofahrer müssen aufpassen, denn zwischen den beiden Ampeln verläuft der Fußgängerüberweg. Auch die Busfahrer haben es schwer, denn sie kommen schlechter zum ZOB und wieder herunter. Die eigentlichen Einschränkungen kommen aber mit dem Abriss und Neubau der Brücke. Die Stadt ist rechtzeitig dabei, Umleitungen zu planen. Der Brückenneubau sollte vom Landkreis erst kurz vor dem Bautermin ausgeschrieben werden.

Das stößt bei Bürgern auf Unverständnis – wie auch der Umstand, dass diese Arbeiten in der Hauptsaison stattfinden. Dazu hatte der Landkreis aber schon vor Jahren einmal ein Statement abgegeben: Straßensperrungen werden möglichst in Ferienzeiten gelegt, um den Schülerverkehr in unserer schließlich ländlichen Gegend nicht zu beeinträchtigen. Viele Ferien kommen witterungsbedingt nicht für Bauarbeiten in Frage und so wird es immer einen Interessenkonflikt zwischen dem geben, was für die Einwohner wichtig ist und dem, was für die Gäste wichtig ist.

 

Nach Ortsteilbesichtigung Nummer eins auf dem Buchenberg: Rathaus legt Maßnahmenkatalog vor.

Der Bürgermeister drückt aufs Tempo. Pünktlich zur nächsten Ortsteilbegehung legte das Rathaus Ende Juni die Ergebnisse aus der Auswertung der ersten Ortsteilbegehung am 19. Mai vor. Ein großes Thema waren die Grünflächen, die von verschiedenen Eigentümern zu verschiedenen Zeiten gepflegt wurden, sodass es eigentlich immer unordentlich aussah. Die Stadt hat sich mit der WIG und AWG darauf verständigt, den Rhythmus der Grünpflege anzupassen. Außerdem sollen ungeeignete Flächen als Wild- und Blumenwiese umgestaltet werden und an den Garagen in der Ehm-Welk-Straße eine Hundewiese geschaffen werden. Am Bolzplatz sollen Bänke für die Jugendlichen aufgestellt werden um an der Bushaltestelle, wo sie eigentlich erst hin sollten, sind Verschönerungen geplant.

Ob auf der Fahrbahn Markierungen für Parkplätze aufgebracht werden können, will man erst prüfen. Da es vorgeschriebene Längen und Breiten für Parkplätze liegt, besteht die Möglichkeit, dass durch die Markierungen am Ende weniger Parkplätze zur Verfügung stehen, als jetzt. Sollte die Berechnung dies ergeben, würde man lieber darauf verzichten. Der verblasste Zebrastreifen in der Ehm-Welk-Straße soll erneuert werden und für die lang ersehnte Treppe zum Parkentiner Weg werden im kommenden Haushalt Mittel eingestellt und der Plattenweg bis 2022 saniert werden.

Auch die Straßenschäden sollen beseitigt werden – hierfür kann aber im laufenden Haushaltsjahr vorerst nichts weiter getan werden, als Angebote einzuholen.  Nicht erfüllbar bleibt der Wunsch nach einer Einkaufsmöglichkeit auf dem Buchenberg. Für den Bürgermeister, der als langjähriger Leiter von Pflegeheimen um die Bedürfnisse der Senioren nur zu gut weiß, bleibt das ein Herzenswunsch, den er nicht aus den Augen verlieren will. Schnell umsetzbar sind hingegen Verkehrskontrollen – gerade in der 30-Zone und wegen Parken auf Grünflächen. An allen liegt es, den Wunsch nach einem gemeinsamen Orteil-Kaffeenachmittag umzusetzen.

 

Ortsteilbegehung Nummer zwei im Ostseewohnpark: Kummer auf dem Kammerhof

Der Buchenberg ist also auf der Todo-Liste der Verwaltung. Sogleich machte sich der Bürgermeister auf ins nächste Wohngebiet – ins neueste. Der Ostseewohnpark im B12-Gebiet auf dem Kammerhof ist eine einzige Baustelle, was auch noch eine Weile so bleiben wird. Doch dort, wo schon ganze Straßen fertig sind, leben die neuen Bewohner auch noch nicht so, wie sie es gern hätten und wie man es erwarten darf.

Da auf einem ehemaligen Acker gebaut wurde, wächst überall alles Mögliche, nur nicht das, was wachsen soll. Die Disteln und der Ackerschachtelhalm sind schneller, als das Gras und die Blumen und die angelegten Grünflächen sind nur Monate nach der Anlegung schon nicht mehr zu erkennen. Vertrocknete Hecken, verwilderte Rabatte und unordentliche Kreisel voller Werbeschilder ärgern die Anwohner, aber bei Disteln auf dem Spielplatz und Wassermassen vor der Haustür hört der Spaß ganz auf.

Noch ist die Ostseewohnpark GmbH zuständig, denn die Flächen gehören noch nicht der Stadt. Zwar ist die Gesellschaft eine Tochter der Stadt, aber sie kann nicht auf dieselben Ressourcen zurückgreifen, also nicht einfach den Bauhof lossenden. Wie die Probleme gelöst werden sollen, hätte man gemeinsam erörtern können, aber von der Ostseewohnpark war niemand anwesend. Für die Bürger ein Unding, denn solange es um den Verkauf von Grundstücken und damit Einnahmen geht, war die Gesellschaft im Bilde, aber nach dem Verkauf fühlt sich ein ganzer Stadtteil im Stich gelassen. Manche haben selbst Gräben gezogen, um das Wasser abzuleiten, aber das verschiebt das Problem nur – schlimmstenfalls zum neuen Nachbarn.

Für Jochen Arenz steht fest, dass alle Grünflächen neu gemacht werden müssen. Auch die Entwässerung muss gelingen. Kurzfristig soll der Spielplatz einen Baum als Schattenspender bekommen – alles Weitere wird die Stadt bei den Verantwortlichen klären und den Bürgern die Ergebnisse mitteilen. Ganz so einfach, wie beim Buchenberg ist es also beim Ostseewohnpark nicht. Andererseits hat auch kaum jemand damit gerechnet, dass der B12 so schnell gefüllt wird.

 

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