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Börgerende: Minus im Haushalt lässt Seebad-Träume neu erblühen.

Wie in allen Gemeinden beschäftigt man sich auch in Börgerende-Rethwisch mit dem Haushalt. 288.000 Euro fehlen, vor allem durch Abschreibungen. Ziel bleibt laut Bürgermeister Horst Hagemeister, ein aufstrebendes Seebad werden. Die Gemeinde investierte daher in den letzten Jahren viel Geld. Aber in was? Zwei Mindestvoraussetzungen für eine Anerkennung als Seebad sind ein gepflegter und bewachter Badestrand und eine Promenade am Strand. Beides sucht man in Börgerende vergebens: Ein Deichweg und ein steiniger Strand werden diesen Anforderungen nicht gerecht. Die mit viel Geld errichtete Grünanlage vermag auch der fantasiebegabteste Mensch nicht als Kurpark zu identifizieren und artgemäße Einrichtungen für Kuren fehlen gänzlich. Hier zählte die Gemeinde auf das geplante Hotel, das ebenso wie das restliche Waterkant – Areal bis Ende 2012 hätte fertig sein sollen. Tatsächlich ist mit dem Bau des Hotels aber noch nicht einmal begonnen worden und keiner weiß, wann es los geht. Ohne Hotel wird sich auch das ringsherum geplante Gewerbe nicht ansiedeln. So sprießen eine nach der anderen der höchst ansehnlichen Villen aus dem Boden, umringt von störenden Baustellen. Die Eigentümer der Ferienwohnungen werden kaum Freude an dieser Situation haben und auch der Feriengast wird außer Baulärm und steinigem, ungepflegten (FKK-)Strand nicht viel von Börgerende in Erinnerung behalten. Da ist die Idee, eine Bettensteuer zu erheben, der sprichwörtliche letzte Nagel zum Sarg. Wer auf den Markt kommen will, bietet normalerweise günstige Einführungspreise. Die Pläne des Bürgermeisters hingegen würden alles sogar noch verteuern. Vielleicht wäre es doch sinnvoll, die als „Matratzenmaut“ verschriene Steuer zusammen mit den anderen Haushaltsposten einfach abzuschreiben und sich stattdessen professionell um die Ortsentwicklung hin zu einem Seebad mit Kurtaxe zu kümmern. In nahezu allen Badeorten an der Ostsee fand ein organisches Wachstum statt, das an Börgerende-Rethwisch vorbei ging. Die Fehler müssen analysiert, neue Wege gegangen, Kooperationen gesucht werden. Das benachbarte Heiligendamm, bekanntlich ebenfalls im Entwicklungsrückstand, böte da Chancen für eine Synergie. Man muss die Gelegenheit nur nutzen.

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