Buchvorstellung und Rezension: „Das Seebad am Heiligen Damm – Zwischen Klassik und Romantik“ Prof. Dr. Joachim Skerl

Eigentlich müsste ich Professor Skerl ja verfluchen. Nachdem er jüngst in „Stilarchitektur und Baukunst: Die Architektur des 19. Jahrhunderts in Deutschlands erstem Seebad“ einem Bogen vom gefühlt nüchternen Klassizismus zur verspielten Neogotik schuf, das scheinbar Gegensätzliche verband und mit Irrtümern aufräumte, wirft nun sein nächstes Buch noch einmal alles über den Haufen, was ich bisher von anderen Autoren zur Architektur in Heiligendamm zusammengetragen habe.

In diesem besonderen Buch, das ich sein „Lebenswerk“ nennen möchte, weil es die Buchreihe des Kunst-Professors und Heiligendamm-Experten krönt, obgleich das gewiss nicht alles ist, was er noch zu schreiben hätte, erklärt Skerl das Zusammenspiel von Kunst und Kultur mit Gesellschaft und Architektur. Wir begeben uns auf eine – im besten Sinne – metaphysische Ebene und begreifen das Fühlen, das Denken und das Handeln der Menschen in den verschiedenen Epochen und doch diese übergreifend.

Wir verstehen, was es braucht, um ein Bauwerk zu errichten, das man bestaunt und das aussieht, wie sich ein gutes Musikstück anfühlt und das nachwirkt, wie ein schönes Erlebnis nachwirkt. Wir verstehen die Baustile bis ins Detail, ohne uns aber in die von seinen Vorträgen bekannten Details zu verlieren, die den Rahmen eines Buches nur sprengen würden.

Professor Skerl nimmt uns mit auf eine Reise in die Welt der schönen Künste, des Genusses und des Luxus, dem er eine ganz andere Definition gibt, als wir sie kennen und als auch er sie kannte, bis ihm jemand – Zitat aus der Buchvorstellung – „die Augen öffnete“. So, wie auch der betagte Professor noch dazu lernt, so lernen auch wir durch ihn Neues, Interessantes und Aufschlussreiches.

Für mich ist dieses Buch ein Neuanfang. Tief im Herzen habe ich schon lange gespürt, dass viele der Autoren zwar allerhand gute Infos geben, aber das Gefühl der Weißen Stadt am Meer nicht zu vermitteln vermögen. Schließlich ist Heiligendamm mehr als nur eine Ansammlung von Häusern und Ereignissen.

Nun habe ich Worte für das, was schon lange in mir klingt, ich aber nicht singen konnte, weil ich die Melodie, aber den Text nicht hatte. Professor Skerl hat den Text für diese wunderbare Komposition geliefert – er macht die erstarrte Musik für den Leser lebendig. Dafür bin ich ihm sehr dankbar und irgendwie auch verpflichtet – als jemand, der es auch schon so lange hören kann, das Lied auch anderen hörbar zu machen.

Für wen ist dieses Buch?

Ich kann nicht sagen, dass es nur für Heiligendamm-Fans ist. Heiligendamm ist der Bezugspunkt – das Beispiel – für alles, das ausgeführt wird. Das hilft denen, die schon mal in Heiligendamm waren. Aber es geht nicht allein darum, Heiligendamm zu verstehen – Skerl sorgt dafür, dass man die Architektur versteht – die Idee hinter dem Gebäude, den Auftraggeber und den Baumeister und das immer im Kontext seiner Zeit und ihrer Menschen, aber auch im Kontext des großen und ganzen Seins – des Menschseins. Dieses Buch ist ein Buch für die Menschen!

 

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